Verfügbarkeit in Rechenzentren

Ausfallsicherheit bei Auswahl und Planung von USV-Anlagen bedenken

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Stromführung und USV-Verfügbarkeit

Rechenzentren sind Umgebungen mit besonders kritischen Verbrauchern; sie sollten deswegen mit Doppelwandler-USV-Anlagen abgesichert sein. Der Grund ist, dass diese Systeme in der Regel über zwei redundante interne Stromzweige verfügen:

Der Hauptzweig führt vom Versorgungsnetz oder Generator über den USV-Gleichrichter (AC/DC-Rectifier) und den USV-Inverter (DC/AC-Wechselrichter) zum Verbraucher. Bei einem Netzausfall wird der Inverter unterbrechungsfrei über den Batteriekreis versorgt. Das unterbrechungsfreie Umschalten ist notwendig, damit die angeschlossenen Verbraucher nie von der Stromversorgung abgeschnitten sind.

Der Nebenzweig – also eine zusätzliche Stromeinspeisung – des Doppelwandler-USV-Systems führt über separate Bypassklemmen zum statischen Bypass. Dieser versorgt bei Bedarf die angeschlossenen Verbraucher direkt mit Netzeingangsstrom. Dies kann notwendig sein, wenn eine zu hohe Überlast auftritt, ein lastseitiger Kurzschluss vorliegt, ein Gleichrichter defekt ist – oder weil Energiekosten gespart werden sollen.

USV-Wege des Stromflusses bei Verwendung eines internen statischen Umschalters. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Stromführung über den statischen Bypass garantiert, dass das Doppelwandler-USV-System eine noch höhere Verfügbarkeit für die angeschlossenen Verbraucher gewährleisten kann. Eine zusätzliche manuelle Umschaltung erlaubt eine alternative Stromführung, um bei Wartungsarbeiten die Stromversorgung nicht unterbrechen zu müssen.

Parallel-Architektur mit begrenzter interner Redundanz. (Archiv: Vogel Business Media)

Einige Hersteller von Doppelwandler-USV-Parallel-Systemen arbeiten mit einem gemeinsamen manuellen System-Bypass für Wartungsarbeiten. Dieser hat den Vorteil, dass der Gesamtstrom auf dem großen, auf die Gesamtlast ausgelegten Bypass geführt wird, statt auf viele kleine manuelle Bypässe aufgeteilt zu werden.

Auf diesem Weg wird vermieden, dass beim Umschalten die Last zunächst über einen möglicherweise zu kleinen Bypass versorgt werden würde, was zu Störungen und Ausfällen führen könnte. Damit lässt sich zum Beispiel verhindern, dass es bei Wartungsarbeiten oder Reparaturen aus Versehen zu einer Unterbrechung der Stromzufuhr kommt.

Inhalt

  • Seite 1: Auch die USV muss gewährleistet sein
  • Seite 2: Stromführung und USV-Verfügbarkeit
  • Seite 3: Stellschrauben für die Praxis
  • Seite 4: USV-Geräte und Batterien entlasten

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