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Biometrie-Feind Deutschland – Security-Experten fordern Aufklärung Biometrische Authentifizierung ist Zusatz- statt Komfort-Lösung

Redakteur: Stephan Augsten

Biometrie ist ein heiß diskutiertes Thema und kommt in einigen Ländern bereits zum Einsatz, beispielsweise als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme am Bankautomaten. In Deutschland hingegen wird die biometrische Authentifizierung noch stiefmütterlich behandelt. Bei einem Biometrie-Roundtable haben Security-Experten die Gründe hierfür erörtert und über Vor- und Nachteile dieser Authentifizierungsart diskutiert.

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Bei einem Roundtable zum Thema Biometrie fordern Security-Experten vor allem eines: mehr Aufklärung.
Bei einem Roundtable zum Thema Biometrie fordern Security-Experten vor allem eines: mehr Aufklärung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Während die Akzeptanz für biometrische Systeme weltweit wächst, halten sich deutsche Unternehmen vornehm zurück. Kein Einzelfall – denn vor allem beim Einsatz neuer IT-Entwicklungen gilt Deutschland als eher konservativ. Lästermäuler sprechen in diesem Zusammenhang von altmodischen Sichtweisen und passiven Strategien, Befürworter der deutschen Einstellung von Bodenständigkeit und überlegtem Handeln.

Warum die Deutschen der Biometrie so kritisch gegenüberstehen und was man dagegen tun kann, war Thema des Roundtables „Biometrie – Fluch oder Segen“ am Mittwoch, 6. Mai, bei der Münchener Presseagentur Text 100. Auf dem Podium durften vier Sicherheitsexperten aus den Bereichen der Hersteller, Forschung und Kunden ihre jeweilige Sichtweise zur Biometrie sowie mögliche Gefahren und Vorteile darstellen.

Immer wieder kam dabei die Frage auf, ob die biometrische Authentifizierung denn nun eine Komfort- oder eine Sicherheitsanwendung ist. Genau darin besteht nämlich laut Stephen Speth, Leiter Marketing und Neue Geschäftsfelder bei der PCS Systemtechnik, das Problem auf dem deutschen Biometrie-Markt: die Sicherheit werde dem Komfort-Bedürfnis untergeordnet.

Biometrische Authentifizierung als unterstützende Security-Maßnahme

In Deutschland versuche man vor allem, mithilfe der Biometrie andere Authentifizierungsmethoden wie Smartcard-Reader zu ersetzen: „Die Kunden wollen letztlich überhaupt keinen zweiten Faktor“, ereifert sich Speth. Dadurch hätten sich schlecht konzipierte Systeme etabliert – mit der Folge, dass „die ganze technologische Schiene schlechtgeredet“ wird.

Thomas Bengs, Senior Account Manager Enterprise Business bei Fujitsu Europe, pflichtet dem bei und hebt als Hersteller-Vertreter den eigentlichen Mehrwert der biometrischen Authentifizierung hervor: „Biometrie ist vor allem eine Zusatzlösung, um bestehende Verfahren zu ergänzen!“ Vor allem in Japan und Südamerika habe man dies erkannt. Dort werden biometrische Authentifizierungssysteme in Form von Handvenen-Scannern sowohl im Banken- als auch im Healthcare-Segment bereits eingesetzt.

Seite 2: Ist Deutschland Biometrie-feindlich?

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