Wie ein Blackberry geknackt werden kann

Blackberry OS von RIM – das Sicherheitskonzept und seine Risiken

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Authentifizierung und Verschlüsselung

Die Authentifizierung an einem Blackberry erfolgt wie bei vielen anderen Smartphones auch über eine PIN. Allerdings kommt dem Blackberry-Passcode eine weitaus wichtigere Funktion zu, als der PIN bei anderen Smartphones, weil damit auch geheime Schlüssel geschützt werden.

So kann ein Blackberry beispielsweise konfiguriert werden, dass es in gesperrtem Zustand Pushmails annimmt und diese sogleich mit einem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt. Der dazu gehörige private Schlüssel ist mit einem aus dem Passcode abgeleiteten Schlüssel chiffriert und steht erst nach der PIN-Eingabe zur Verfügung. Auf einem gesperrten System bleiben Mails deshalb verschlüsselt, auch wenn der gesamte Datenspeicher durch Unbefugte kopiert werden sollte.

Einen ähnlichen Schutz gibt es für besonders kritische Daten wie Adressbücher. Diese werden beim Sperren des Telefons mittels AES verschlüsselt, der Schlüssel selbst wieder über den Passcode geschützt. Gleiches gilt für andere Schlüssel, etwa zum Schutz von normalen Nachrichten oder PIN-Nachrichten.

Dieser durchgängige, vom Passcode abhängige Schutz ist ein besonderes Qualitätsmerkmal von Blackberry-Smartphones. Andere Hersteller wie etwa Apple sehen das weniger streng. Beim iPhone wird zwar der gesamte Datenspeicher verschlüsselt, aber die Entschlüsselung setzt automatisch beim Hochfahren des Systems ein. Ein wirksamer Schutz sieht anders aus.

Blackberry Enterprise Server

Der Blackberry Enterprise Server (BES) als zentrale Konfigurationsplattform bietet sehr viele Möglichkeiten, die Smartphones zu konfigurieren und zu härten. So können etwa SmartCards als zusätzliche Authentifizierung eingerichtet oder die Kommunikation über einen VPN-Tunnel in das Firmennetzwerk erzwungen werden. Im Fall eines VPN-Tunnels ist die Verschlüsselung zwischen Blackberry und Firmennetzwerk durchgängig, sodass die Sorge des BSI um die über britische Server laufende Daten unbegründet erscheint.

Ein Nachteil ist das Routing von sensiblen Daten über RIM-Server in Großbritannien allerdings doch. Prinzipiell verhindert die VPN-Strecke zwischen BES und Smartphone potenzielle Man-in-the-Middle-Angriffe. Von der Qualität der Verschlüsselung kann sich allerdings kein unabhängiger Experte überzeugen – Security by Obscurity eben.

So ganz schlecht scheint die Verschlüsselung aber nicht zu sein. Immerhin haben etliche Regierungen mit ausgeprägtem Misstrauen gegen ihre Bürger RIM dazu gezwungen, den Netzwerkverkehr über einen dem Geheimdienst zugänglichen Server zu routen – dann natürlich mit der Möglichkeit, Daten mitzulesen.

Inhalt

  • Seite 1: Dateien und Prozesse
  • Seite 2: Authentifizierung und Verschlüsselung
  • Seite 3: Risiken und Nebenwirkungen

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