Wie ein Blackberry geknackt werden kann

Blackberry OS von RIM – das Sicherheitskonzept und seine Risiken

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Risiken und Nebenwirkungen

Die Sicherheit eines Blackberry-Smartphones hängt fast ausschließlich am Passcode, weshalb dieser ein zentrales Objekt der Begierde von Angreifern ist. Ist der Passcode deaktiviert oder lässt er sich (etwa durch Social Engineering) ermitteln, ist es vorbei mit der Sicherheit.

Wirksame Angriffe, die den Passcode durch Raten ermitteln, sind allerdings nicht bekannt. Je nach Konfiguration löscht sich das Gerät nach einigen Fehlversuchen komplett und macht es für Datendiebe wertlos.

Die fehlende Abschottung von Prozessen untereinander öffnet Einfalltore für Malware. Eine Anwendung, aus dubioser Quelle geladen und auf Nachfrage beim Benutzer mit allgemeinen Zugriffsrechten ausgestattet, entzieht sich jeglicher Kontrolle. Die Anwendung kann andere Prozesse manipulieren oder im Dateisystem nach sensiblen Daten stöbern. Hier könnte sich Security by Obscurity als kleiner Vorteil erweisen. Die wenigsten Hacker kennen Tricks und Kniffe, mit denen sich Blackberry-Prozesse angreifen und manipulieren lassen.

Da es aber keinen Virenscanner für den Blackberry gibt, überwiegen die Nachteile. Ohne einen zentralen BES, der den gesamten Netzwerkverkehr über einen Virenscanner im eigenen Netzwerk leitet, gibt es keinen brauchbaren Schutz gegen Viren, Würmer und Trojaner.

Angriffe gegen Datensicherungen

Bei der Erstellung von Backups kann sich eine böse Falle auftun. In einer Default-Konfiguration werden Backups unverschlüsselt abgelegt. Das Format der Sicherungen ist proprietär, unter Windows wird jeweils eine Datei für Konfiguration und Daten sowie für den Medienspeicher angelegt.

Mit entsprechenden Programmen wie dem ABC Amber Blackberry Converter oder dem Magic Berry IPD Reader lassen sich Backups auch ohne Kenntnisse des Formats auswerten. Wie bei anderen Smartphones auch gleicht es einer Katastrophe, wenn ein unverschlüsseltes Blackberry-Backup in falsche Hände gerät. Adressbuch, Kalender, ToDo-Listen, Notizen und andere persönliche Daten können ohne Probleme ausgelesen und missbraucht werden.

Aber auch eine verschlüsselte Datensicherung kann für Überraschungen sorgen. Während des Backups entschlüsselt der Blackberry zunächst seine Daten, sofern diese verschlüsselt waren. Auf dem PC werden die Daten dann durchgehend verschlüsselt.

Jedoch werden die Daten auf dem Weg vom Smartphone zum PC (über die USB-Schnittstelle) unverschlüsselt übertragen – ein großes Risiko. Denn für einen erfahrenen Malware-Programmierer sollte es kein allzu großes Problem sein, ein speziell entwickeltes, vom Virenscanner des PCs nicht zu findendes Angriffsprogramm einzuschleusen. Dieses überwacht dann die USB-Schnittstelle, filtert interessante Daten heraus und sendet diese an den Angreifer.

Inhalt

  • Seite 1: Dateien und Prozesse
  • Seite 2: Authentifizierung und Verschlüsselung
  • Seite 3: Risiken und Nebenwirkungen

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