Munich Cyber Security Conference 2026 „Cybersicherheit muss industrialisiert werden!“

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Für das BSI stand im Zentrum der 62. Munich Cyber Security Conference sowie dem vorangehenden Cyber Security Directors' Meeting der Schutz kritischer Infrastrukturen. Dafür entwickelt es derzeit den „Cyberdome“.

Das 6. europäische Direktorentreffen fand im Rahmen der Munich Cyber Security Conference am am 13. Februar 2026 in München statt.(Bild:  BSI)
Das 6. europäische Direktorentreffen fand im Rahmen der Munich Cyber Security Conference am am 13. Februar 2026 in München statt.
(Bild: BSI)

Angesichts einer weiterhin angespannten Cybersicherheitslage und hybrider Bedrohungen trafen sich die Cybersicherheits-Chefinnen und -Chefs von 32 europäischen Cybersicher­heits­be­hör­den im Rahmen der Munich Cyber Security Conference (MCSC) zum Cyber Security Directors' Meeting (CSDM). Die Themen waren unter anderem digitale Souveränität und die Umsetzung der europäischen Regulierungen NIS 2 und Cyber Resilience Act (CRA) sowie die automatisierte Detektion und Abwehr von Cyberangriffen.

Das „Direktorentreffen“ vor der MCSC

Natürlich war auch Claudia Plattner, Präsidentin des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beim „Direktorentreffen“ anwesend. Ziel des CSDM ist es, den Leiterinnen und Leitern der für Cybersicherheit zuständigen Behörden aus Europa ein ver­trauensvolles Forum zur Vernetzung und den strategischen Austausch zu bieten. Neben allen EU-Mitgliedsstaaten nehmen regelmäßig auch Vertreter der vier EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie aus dem Vereinigten Königreich, der Ukraine und der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) teil.

Das Cyber Security Directors’ Meeting fand am 13. Februar 2026, direkt vor der Munich Cyber Security Conference, statt. Vom 13. bis 15. Februar folgte dann die 62. MCSC. Seit 2020 wird das CSDM vom BSI in Kooperation mit der MCSC organisiert, die jedes Jahr im Anschluss an das Direktorentreffen stattfindet. Plattner sagte bei der MCSC: „Um der aktuellen hybriden Be­droh­ungs­lage erfolgreich etwas entgegenzusetzen und unsere digitalen Angriffsflächen bestmöglich zu schützen, muss Cybersicherheit industrialisiert werden! Wir haben uns heute intensiv da­rü­ber ausgetauscht, wie wir es schaffen können, aktiven Cyberschutz zu automatisieren, und wie wir entsprechende Schutzmaßnahmen mindestens auf nationalem Level skalieren: be­gin­nend mit Sensoren zur Detektion von Anomalien und einem gesamthaften Lagebild. Als Cyber­sicher­heits­be­hörde für Deutschland errichten wir deswegen gemeinsam mit dem Bun­des­innen­mi­nis­ter­ium einen Cyberdome: Hier werden alle Fäden und Informationen zusammenlaufen, die wir benötigen, um Staat und Gesellschaft einen Schutzschirm zu bieten, der digitale Be­dro­hungen, Angriffe und Einflussoperationen bestmöglich und vollautomatisiert blockiert.“

Was ist der Cyberdome?

Der automatisierte Schutz vor digitalen Bedrohungen stand bei der MCSC 2026 im Zentrum vieler Debatten. Plattner hob hervor, dass eine sichere Digitalisierung der Dreh- und Angel­punkt einer sich im Umbruch befindlichen Weltordnung sei. Diese ist derzeit geprägt von Krieg, geopolitischen Spannungen und hybriden Angriffen wie Cyberspionage und -sabotage. Der Munich Security Report bestätigt, dass Cyberangriffe derzeit als größtes Sicherheitsrisiko für Deutschland wahrgenommen werden. Mehr als ein Drittel der Befragten gehen dabei davon aus, dass ihr Land darauf nicht ausreichend vorbereitet ist.

Im Auftrag des Bundesinnenministeriums entwickelt das BSI derzeit den Cyberdome für Deutsch­land, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Beim Cyberdome handelt es sich um einen digitalen Schutzschirm, der durch automatisierte Sicherheitsmaßnahmen Cyber­an­griffe frühzeitig erkennt, analysiert und abwehrt Auch Spionage und Sabotage-Attaken sollen so verhindert werden. Ein besonderer Schutz komme den kritischen Infrastrukturen zu. Dafür wol­le das BSI Kräfte, Ressourcen und Expertise bündeln, gemeinsam mit Partner aus Forschung und Wirtschaft. Konkret gehe es um die Lagebeobachtung, Threat Intelligence, Vorfalls­bear­bei­tung und den KRITIS-Schutz.

Parallel zu einer strukturellen, automatisierten Cyberabwehr müsse im Rahmen „einer großen, ernstgemeinten Anstrengung“ die Digitalisierung in Deutschland und Europa endlich stra­te­gisch voran gebracht werden. „Der Schutz unserer Gesellschaft hängt von unseren digitalen Fähigkeiten ab – und davon, wie gut wir den digitalen Raum verteidigen können“, sagt Plattner bei der MCSC. „Was nach und nach ins globale Bewusstsein rückt, ist die Tatsache, dass Tech­no­lo­gie die Kräfteverhältnisse zunehmend beeinflusst und durch ihre Auswirkungen auf Wirt­schaft und Sicherheit diese auch zunehmend verzerrt. Wenn wir, wenn Deutschland und Europa jetzt nicht kraftvoll gegensteuern, wird dieses Rad sich ohne uns weiterdrehen. Um souveräner zu werden, müssen wir digital erfolgreicher werden. Dafür brauchen wir starke Public-Private-Partnerships sowie die Bereitschaft zu strategischen Investitionen in Schlüssel­technologien, bei denen Europa noch die Chance hat, eine Führungsrolle einzunehmen – zum Beispiel im Bereich der Cybersicherheit.“

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