Digitale Souveränität im Cloud Computing BSI und IONOS kooperieren für sichere Cloud-Infrastrukturen

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Cloud-Anbieter IONOS haben eine strategische Kooperation geschlossen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer souveränen Cloud-Lösung für die Bun­des­ver­wal­tung sowie die Absicherung gegen künftige Quantencomputer-Bedrohungen.

Wenngleich Quantencomputer aktuell noch sehr teuer sind und deren allgemeine Verfügbarkeit derzeit noch Zukunftsmusik ist, wappnet sich das BSI bereits jetzt gegen die Cyberangriffe von morgen.(ec0de - stock.adobe.com)
Wenngleich Quantencomputer aktuell noch sehr teuer sind und deren allgemeine Verfügbarkeit derzeit noch Zukunftsmusik ist, wappnet sich das BSI bereits jetzt gegen die Cyberangriffe von morgen.
(ec0de - stock.adobe.com)

Mit einer am 13. Januar 2026 bekanntgegebenen Kooperationsvereinbarung setzen das BSI und IONOS ein deutliches Zeichen für digitale Souveränität in Deutschland. Der in Montabaur ansässige Hosting- und Cloud-Spezialist unterstützt die Bundesverwaltung beim Aufbau einer Private-Enterprise-Cloud-Umgebung. Diese soll sensible Verwaltungsdaten sicher und unabhängig von außereuropäischen Infrastrukturen verarbeiten können.

Die Kooperation schafft einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Austausch hoch vertraulicher Informationen und ermöglicht dem BSI tiefgehende technische Analysen der Cloud-Dienste. Damit kann die Cybersicherheitsbehörde Sicherheitseigenschaften prüfen, deren Wirksamkeit bewerten und potenzielle Risiken für die Informationssicherheit identifizieren.

Post-Quanten-Kryptografie als Zukunftssicherung

Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Zukunftsfähigkeit kryptografischer Verfahren. Angesichts der rasanten Entwicklung im Bereich Quantencomputing arbeiten das BSI und IONOS daran, sensible Verwaltungsdaten bereits heute derart zu verschlüsseln, dass sie auch gegen künftige Entschlüsselungstechnologien resilient bleiben. Diese vorausschauende Absicherung ist insbesondere deswegen essentiell, da bereits heute verschlüsselte Daten gespeichert und später mit Quantencomputern entschlüsselt werden könnten.

Transparenz und technische Belegbarkeit

„Souveränität braucht Transparenz und technische Belegbarkeit“, betont Markus Noga, Chief Technology Officer bei IONOS. Der direkte Austausch mit dem BSI stelle sicher, dass die souveräne Cloud-Architektur nicht nur höchste regulatorische Anforderungen erfülle, sondern diese aktiv mitgestalte. IONOS positioniert sich damit als technologische Alternative, die „Sicherheit ‚Made in Germany‘“ mit moderner Cloud-Innovation verbindet.

Für das BSI als Cybersicherheitsbehörde Deutschlands sei es essentiell, Technologien in der Tiefe zu verstehen, um fundierte Sicherheitsbewertungen durchführen zu können, unterstreicht BSI-Präsidentin Claudia Plattner. Mit IONOS habe man einen starken europäischen Partner gefunden, der eine Schlüsselrolle im digitalen Deutschland spiele und einen wichtigen Beitrag zur „Cybernation Deutschland“ leiste.

Doppelstrategie für digitale Souveränität

Das BSI verfolgt bei der Erreichung digitaler Souveränität eine zweigleisige Strategie. Einerseits sollen der europäische Markt und die heimische Digitalindustrie gestärkt werden, andererseits müssen außereuropäische Produkte so angepasst werden, dass eine sichere und selbstbestimmte Nutzung möglich wird. Digitale Souveränität bedeute in diesem Kontext vor allem, Wahloptionen zu schaffen. Je mehr vertrauenswürdige Produkte verfügbar sind, desto souveräner können Entscheidungen getroffen werden.

Ein weiteres zentrales Anliegen des BSI ist die Erleichterung von Anbieterwechseln durch einheitliche Sicherheitsvorgaben sowie hohe Interoperabilitätsanforderungen. Das Bundesamt unterhält daher sowohl mit europäischen als auch außereuropäischen Anbietern Kooperationsvereinbarungen, wobei ausdrücklich keine Vergabe- oder Implementierungsentscheidungen getroffen werden – diese liegen gesamtheitlich außerhalb der BSI-Zuständigkeit.

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