Während zahlreiche Unternehmen in Deutschland noch immer mit der Digitalisierung kämpfen, hat Künstliche Intelligenz eine ganz eigene Lawine neuer Herausforderungen in Gang gesetzt. 2024 könnte demnach ein Jahr der unbegrenzten Möglichkeiten sein – zumindest für all jene, die schnellstmöglich die Maßnahmen einleiten, die nötig sind, um sich erfolgreich und sicher in der neuen Normalität zurechtzufinden.
Auch wenn neue Technologien viel versprechen, sollten Unternehmen im Eifer des Gefechts keine Sicherheitsrisiken übersehen. Dieser Grundsatz gilt für die Migration in die Cloud genauso wie für die Wahl der richtigen KI-Anwendungen.
(Bild: Treecha - stock.adobe.com)
Was den generellen Digitalisierungsgrad betrifft, landet Deutschland laut DESI-Index nach wie vor im Mittelfeld. Zwar besteht das Ziel der Bundesregierung darin, es bis 2025 unter die Top 10 schaffen, ob dies umsetzbar ist, bleibt allerdings offen. Vor allem kleinere Unternehmen, die nur wenige Mitarbeitende beschäftigen und deshalb nicht über eigene IT-Teams verfügen, hinken hinterher. Dass genau diese auch beim Einsatz neuer KI-Technologien mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, ist also kaum verwunderlich. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis) greift bisher erst jedes zehnte kleine Unternehmen auf Künstliche Intelligenz zurück. Bei mittelgroßen Firmen sind es immerhin 16 Prozent. Ganz anders sieht das Verhältnis in Großunternehmen aus, die in der Regel nicht nur über das nötige Budget, sondern auch über die entsprechenden Teams verfügen: Hier hatte laut Destatis 2023 schon mehr als ein Drittel KI-Modelle im Einsatz.
Die Gründe, weshalb Unternehmen vor Künstlicher Intelligenz zurückschrecken, sind vielfältig: Im Rahmen der Destatis-Umfrage gaben knapp drei Viertel an, dass es ihnen an Wissen hinsichtlich der neuen Technologie mangele. Rund die Hälfte äußerte außerdem Bedenken über potenzielle rechtliche Folgen sowie der Wahrung des Datenschutzes. Unabhängig von der Größe wird es für Unternehmen im kommenden Jahr entscheidend sein, sich mit genau diesen Punkten auseinanderzusetzen. Der Einsatz von KI bringt wichtige Wettbewerbsvorteile mit sich – so viel steht fest. Abzuwarten und die Entwicklungen, die immer schnell voranschreiten, bloß unbeteiligt aus der Ferne anzuschauen, ist deshalb keine Option. Stattdessen ist die Zeit, um den Grundstein für ein erfolgreiches Jahr 2024 zu legen, genau jetzt.
Mit einheitlichen Richtlinien und Schulungen ziehen alle an einem Strang
Um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, müssen Unternehmen sich nun mit zwei zentralen Dingen beschäftigen. Einerseits gilt es, Prozesse und Richtlinien zu schaffen, die den Einsatz von KI im Allgemeinen regeln. Auch wenn die Europäische Union mit Hochdruck am AI Act arbeitet, ist eine Einigung zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten noch lange nicht in Sicht. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen selbst aktiv werden, um ihre Daten und die Privatsphäre ihrer Kundschaft zu schützen, sobald Künstliche Intelligenz im Einsatz ist. Das wird auch die Integration neuer Tools und die Geschwindigkeit, mit der Innovationen umgesetzt werden können, betreffen. Zweitens wird infolgedessen ein erheblicher Aufklärungsbedarf bestehen, da auch weniger technikaffine Mitarbeitende mit den neuen Tools in Kontakt kommen werden. Um sicherzustellen, dass sie die neu aufgestellten Richtlinien auch wirklich greifen, müssen Unternehmen sicherstellen, dass alle Teams den Unterschied zwischen KI, maschinellem Lernen (ML) und großen Sprachmodellen (LLMs) verstehen. Das umfasst den Nutzen ebenso wie die potenziellen Risiken.
Sicherheit und Skalierbarkeit: Unverzichtbare Elemente im Daten- und KI-Umfeld
Ein robustes und skalierbares Datenschutz- und Zugriffskontrollsystem ist für Unternehmen in Zeiten des Datenaustauschs und der unvorhersehbaren Entwicklung von KI und LLM von entscheidender Bedeutung. Angesichts des exponentiellen Wachstums und der Vielfalt von Daten ist es unabdingbar, dass Unternehmen solide Strategien für den Datenschutz implementieren, um Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit sensibler Informationen zu gewährleisten. Der Datenfluss und die Verarbeitung durch KI und LLM erhöhen die Komplexität und das Risiko von Datenschutzverletzungen. Daher ist eine durchdachte Zugriffskontrolle erforderlich, um unbefugten Zugang zu Daten zu verhindern und gleichzeitig den legitimen Informationsaustausch zu ermöglichen. Skalierbare Lösungen ermöglichen es Unternehmen, mit dem ständigen Wandel von Technologien und Datenmengen Schritt zu halten, während sie gleichzeitig den Datenschutz und die Compliance-Anforderungen erfüllen. Eine solide Strategie und Lösung für Datenschutz und Zugriffskontrolle sind somit nicht nur unerlässlich, sondern auch ein grundlegender Baustein für das Vertrauen von Kunden, Partnern und Regulierungsbehörden in die Unternehmenspraktiken im Umgang mit sensiblen Daten.
Datenvisualisierungen helfen, den Überblick zu behalten
Schon jetzt sind die Netze, über die sich die Unternehmensdaten erstrecken, weitverzweigt und daher äußerst komplex. Kommen neue, KI-basierte Tools hinzu, steigt die Komplexität dramatisch an. Die Visualisierung von Daten wird daher ein Schlüsselelement sein, um große Datenmengen noch überblicken zu können. Über welche Daten verfügt ein Unternehmen überhaupt? Wo liegen diese ab? Von wem und inwiefern kommen diese zum Einsatz? Datenvisualisierungen helfen dabei, genau diese Fragen zu klären, um darauf basierend entsprechende Richtlinien zuzuweisen und Compliance-Vorschriften einhalten zu können. Eine solche Transparenz wird vor allem dann wichtig, wenn neue KI- und Datenschutzgesetze wie beispielsweise der geplante AI Act eingeführt werden. Nur dann, wenn ein Unternehmen weiß, welche Daten es wie nutzt, wird es zukünftig überhaupt noch eine Chance haben, neue Richtlinien auf seine großen Informationsfluten anzuwenden.
Stand: 08.12.2025
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Cloud ist nicht gleich Cloud – es braucht eine zukunftsfähige Lösung
Eine weitere wichtige Dauerbaustelle, die sich für den Großteil der Unternehmen ebenfalls ins Jahr 2024 ziehen wird, ist der Umzug die Cloud. Laut des von Bitkom herausgegebenen „Cloud Report 2023“ nutzt bereits die überwiegende Mehrheit in Deutschland Cloud Computing, wobei für 92 Prozent die Datenspeicherung ganz klar im Fokus steht. Immer mehr Firmen verfolgen sogar eine sogenannte „Cloud-first“-Strategie, was bedeutet, dass neue Projekte bevorzugt direkt in der Cloud umgesetzt und bestehende bei Bedarf migriert werden. Jedes zehnte Unternehmen will in Zukunft sogar komplett auf die Cloud setzen – „Cloud-only“ also.
Es ist klar, dass Teams, die mit On-Premise-Lösungen arbeiten, nicht in der Lage sind, denselben Umfang an Arbeit zu erledigen – allerdings wächst mit der verstärkten Nutzung der Cloud die dringende Notwendigkeit, die Risiken, die die ausgelagerte Speicherung und Verarbeitung von Daten mit sich bringt, zu verstehen und kontinuierlich zu überwachen. Unternehmen neigen zu Schnellschüssen – gerade dann, wenn sie drohen, den Anschluss zu verlieren. Um tatsächlich langfristig erfolgreich sein zu können, ist es jedoch wichtig, dass Führungskräfte sich die Zeit nehmen, potenzielle Lösungen zu bewerten und miteinander zu vergleichen, um im Eifer des Gefechts keine Sicherheitsrisiken zu übersehen.
Dieser Grundsatz gilt für die Migration in die Cloud genauso wie für die Wahl der richtigen KI-Anwendungen. Der Druck, sich dem innovativen Zeitgeist anzupassen, ist unverkennbar. Doch Unternehmen dürfen weder in blinden Aktionismus noch in eine Schockstarre verfallen. Stattdessen gilt es, zu prüfen, was für sie auf lange Sicht wirklich Sinn macht – und dabei müssen alle an die Hand genommen werden, um mit dem nötigen Selbstbewusstsein gemeinsam ins neue Jahr starten zu können.
Über den Autor: Moritz Plassnig ist Chief Product Officer bei Immuta.