So können sich Passagiere schützen Warnung vor Fake-WLANs an Flughäfen und in Flugzeugen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Cyberbedrohungen enden nicht am Boden. Ein Passagier in Australien hat während des Fluges betrügerische WLAN-Hotspots eingerichtet. Diese sogenannten „Bösen Zwillinge“ täuschten die arglosen Mitreisenden und sammelten deren Daten.

Sicherheitsexperten von Kaspersky warnen vor betrügerischen WLAN-Hotspots, sogenannten „Bösen Zwillingen“ /„Evil Twins“ an Flughäfen und in Flugzeugen.(Bild:  putilov_denis - stock.adobe.com)
Sicherheitsexperten von Kaspersky warnen vor betrügerischen WLAN-Hotspots, sogenannten „Bösen Zwillingen“ /„Evil Twins“ an Flughäfen und in Flugzeugen.
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)

„Böse Zwillinge“ sind nicht neu. Diese Bedrohung, bei der Angreifer gefälschte WLAN-Hotspots mit ähnlichen oder gleichen Namen wie legitime Netzwerke einrichten, hat in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht. Was diesen Fall, vor dem jetzt Sicherheitsexperten von Kaspersky warnen, besonders brisant macht, ist der Ort des Angriffs: ein Flugzeug. Mit der zunehmenden Verbreitung von Bord-WLAN für Passagiere, die auf ihren eigenen Geräten Filme und Musik streamen, wächst das Risiko, dass Angreifer diese Schwachstelle ausnutzen.

Fluggesellschaften reduzieren Kosten und Wartungsaufwand, indem sie auf fest installierte Bildschirme verzichten und stattdessen Unterhaltungsangebote über WLAN auf die Geräte der Passagiere streamen. Die Nutzung des Bord-WLANs erscheint einfach: Das Gerät verbindet sich mit einem Zugangspunkt, der Browser öffnet automatisch das Medienportal der Airline, und die Unterhaltung beginnt. Doch genau diese Einfachheit wird von Angreifern wie dem erwähnten Passagier ausgenutzt.

Der Täter aus Australien wurde festgenommen. Er hatte ein WLAN eingerichtet, das dem echten Netzwerk der Airline zum Verwechseln ähnlich war. Die ahnungslosen Passagiere, die sich mit diesem Netzwerk verbanden, wurden auf eine gefälschte Authentifizierungsseite umgeleitet. Diese verlangte sensible Informationen wie E-Mail-Adressen und Passwörter, die der Täter dann für kriminelle Zwecke nutzen wollte. Da das gefälschte WLAN oft ein stärkeres Signal als das echte Netzwerk bietet, erscheinen die echten Netzwerke häufig nicht in der Liste der verfügbaren Verbindungen.

So können sich Passagiere schützen

Angriffe in Flugzeugen sind besonders gefährlich, da Passagiere kaum Alternativen haben. Um sich vor solchen Bedrohungen zu schützen, ist Vorsicht geboten. Passagiere sollten sich bewusst machen, dass nicht jedes verfügbare WLAN auch sicher ist. Die Fluggesellschaften geben in der Regel in den Anleitungen an Bord den Namen des offiziellen Netzwerks und den Verbindungsprozess genau an. Weichen Details bei der Verbindung ab oder fordert das Netzwerk ungewöhnliche Informationen wie Passwörter oder Zahlungsdaten, sollte die Verbindung sofort abgebrochen und das Bordpersonal informiert werden.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Downloads während des Fluges angeboten werden. Das Installieren von Apps, Plug-ins oder Zertifikaten ist ein Warnsignal und sollte sofort gestoppt werden. Sobald eine Verbindung mit dem Bord-WLAN hergestellt ist, kann die Aktivierung eines VPNs zusätzlichen Schutz bieten. Zusätzlich empfiehlt es sich, möglichst wenige Geräte mit dem Bord-WLAN zu verbinden, um potenzielle Angriffsflächen zu minimieren.

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