Cyber Security-Studie von KPMG und Lünendonk 2024 Unternehmen zwischen Digitalisierung und komplexer Bedrohungslage

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Falk und Christian Nern 3 min Lesedauer

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Die Bedrohungslage für Unternehmen im digitalen Raum spitzt sich zu, angetrieben von geopolitischen Spannungen, zunehmender Digitalisierung und immer professionellerem Phishing mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI). Fast jedes sechste Unternehmen wurde 2023 Opfer eines schwerwiegenden Cyber-Angriffs. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen in Zusammenarbeit mit KPMG entstandenen Lünendonk-Studie.

82 Prozent der Unternehmen sehen eine Zunahme der Bedrohungen im Vergleich zu 2023, meldet die Studie „Von Cyber Security zu Cyber Resilience“ der Lünendonk & Hossenfelder GmbH in Zusammenarbeit mit KPMG.(Bild:  Sikov - stock.adobe.com)
82 Prozent der Unternehmen sehen eine Zunahme der Bedrohungen im Vergleich zu 2023, meldet die Studie „Von Cyber Security zu Cyber Resilience“ der Lünendonk & Hossenfelder GmbH in Zusammenarbeit mit KPMG.
(Bild: Sikov - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle, effizientere Prozesse und stärkere Kundenbindung. Gleichzeitig vergrößert sie die Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle. Besonders die Cloud-Transformation birgt Risiken: 58 Prozent der Befragten geben an, dass die Cloud-Nutzung das Risiko von Cyber-Angriffen erhöht.

Zu den größten Gefahrenquellen gehören nach wie vor Phishing-Attacken. Durch den Einsatz von KI werden diese Angriffe immer raffinierter und sind kaum noch von echten E-Mails zu unterscheiden. Eine weitere Baustelle ist das Schwachstellenmanagement. Ineffektive Prozesse zur Identifizierung und Behebung von Sicherheitslücken in Software und Systemen sind eine Einladung für Cyber-Kriminelle. Aber auch Insider Threats werden als Bedrohung empfunden. Die Studie zeigt, dass Unternehmen sich nicht zuletzt vor Datendiebstahl und Sabotage durch eigene Mitarbeitende sorgen.

Handlungsdruck für Unternehmen: Von der IT-Security zur Cyber Resilience

Die Ergebnisse der Studie „Von Cyber Security zu Cyber Resilience.“ machen deutlich, dass Unternehmen ihre Security-Strategien an die neuen Herausforderungen anpassen sollten – weg von der reinen IT-Security, hin zu einer ganzheitlichen Cyber Resilience. Zentrale Handlungsfelder sind dabei:

Transparenz und Risikobewertung: Unternehmen sollten ihre IT-Infrastruktur, Datenflüsse und potenziellen Schwachstellen genau kennen, um gezielte Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Security by Design: IT-Security sollte von Beginn an integraler Bestandteil bei der Entwicklung neuer Software, Produkte und Prozesse sein. Innerhalb der Unternehmen lässt sich das Interesse an Cyber Security und Knowhow generell steigern z. B. durch gezielte, temporäre Rotationen von Security Teams in Dev Ops oder regelmäßige bedrohungsorientierte Security Tests (Threat Led Penetration Testing).

Künstliche Intelligenz (KI): KI-basierte Security-Lösungen können Unternehmen dabei unterstützen, die stetig wachsende Datenmenge im Security Monitoring zu bewältigen und Angriffe schneller zu erkennen. Aber auch im Schwachstellenmanagement und der User Behavior Analytics erhoffen sich Unternehmen durch KI-Unterstützung eine effektivere und effizientere Cyber-Abwehr.

Mangel an Fachkräften: Erfahrene Security-Expertinnen und -Experten gehen in den Ruhestand. Gleichzeitig steigt die Qualifikation der Angreifer, die zunehmend in professionellen Strukturen agieren. Potenzial bietet auch hier verstärkter Technologie-Einsatz, effizienzsteigernde Automatisierung und die Nutzung von KI.

Ganzheitliche Strategien sind der Schlüssel

Einige Unternehmen haben Cyber Security bereits verstärkt auf der Agenda. Oft, weil sie Opfer eines Angriffes waren oder relevante Wettbewerber erfolgreich angegriffen wurden. Andere haben Cyber-Risiken bisher ignoriert. Für diese Unternehmen wird es schwer werden, die entsprechenden Fähigkeiten zeitnah und mit den richtigen Prioritäten aufzubauen.

Dabei helfen könnten neue Regularien wie DORA, NIS-2 und der Cybsecurity Resilience Act, die Unternehmen die Chance geben, Security ganzheitlich zu denken und weiter zu optimieren. Der Weg zu einer robusten Cyber Resilience erfordert ein Umdenken, kontinuierliche Investitionen und die Bereitschaft, neue Technologien und Kooperationsmodelle zu nutzen. Nur so können Unternehmen den Anschluss im digitalen Wettrüsten behalten und ihren Geschäftserfolg nachhaltig sichern.

Über die Experten

Dr. Michael Falk ist Partner im Bereich Consulting der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und spezialisiert auf Cyber Security. Er berät Unternehmen diverser Branchen mit Blick auf ihre Cyberrisiken, damit sie die Chancen der digitalen Transformation für sich nutzen können.

Christian Nern ist Partner im Bereich Financial Services der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit seiner langjährigen Technologieerfahrung in den Themen Digitalisierung, IT-Sicherheit, IT-Compliance, IT-Architektur, Cloud Computing und Change Management berät er Kunden des Financial-Services-Sektors.

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