Rund eine Woche nach dem Cyberangriff auf den Berliner Flughafen kommt es dort immer noch zu Verspätungen und Ausfällen. Mittlerweile ist klar, dass ein Ransomware-Angriff auf einen Drittanbieter an den Störungen schuld ist.
Wer von Berlin aus mit dem Flugzeug reisen will, muss sich aufgrund eines Cyberangriffs auf längere Wartezeiten einstellen.
Auch Tage nach dem Cyberangriff auf Collins Aerospace am Abend des 19. Septembers 2025 hat der Berliner Flughafen noch mit Problemen bei der Passagierabfertigung und Gepäckaufgabe zu kämpfen. Reisende müssen sich weiterhin auf Verspätungen und einzelne Flugausfälle einstellen, weil ein IT-System nach einem Cyberangriff vor gut einer Woche immer noch nicht läuft. Es herrsche weiter eine Ausnahmesituation, sagte ein Flughafensprecher. Am Sonntag, den 28. September 2025, wurden demnach bis mittags acht Ankünfte und sechs Abflüge gestrichen. Insgesamt waren rund 600 Flüge für 88.000 Passagiere geplant. Wann alles wieder funktioniert, dazu gab der Sprecher keine Prognose ab. Es könne noch mehrere Tage dauern. Auch die Flughäfen in London, Dublin und Brüssel waren durch die Cyberattacke eingeschränkt.
Am Nachmittag des 22. Septembers hatte der Berliner Flughafen noch mitgeteilt, dass die Betriebsabläufe stabil liefen und sich die Beeinträchtigungen im Rahmen halten würden. Am 24. September folgte ein Update, in dem es hieß, dass „die Bereitstellung einer funktionsfähigen und sicheren Software“ noch mehrere Tage dauern könne. Der Flughafen Berlin-Brandenburg habe weitere Experten hinzugezgen und arbeite intensiv an einer Lösung. Der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zufolge arbeiteten inzwischen 20 IT-Experten des Dienstleisters Collins rund um die Uhr an der Wiederherstellung, sagte der Flughafen-Sprecher. Das System müsse ganz neu aufgebaut werden. Für die Gepäckabfertigung sei ein vorläufiges Alternativ-System zum Laufen gebracht worden.
Der Betrieb am #BER läuft weitgehend stabil, dank des großen Einsatzes unserer Teams und Partner. Heute erhöhtes Passagieraufkommen - längere Wartezeiten möglich. 👉 Online-Check-in nutzen 👉 Self-Service-Automaten verwenden 👉 Fast-Bag-Drop für Gepäck
Der Cyberangriff legte die gemeinsamen elektronischen Systeme für die Abfertigung von Passagieren und Gepäck lahm, die über die Plattform des Anbieters Collins Aerospace liefen. Wie die Cybersicherheitsagentur der Europäischen Union (Enisa) nun erklärte, steckte hinter dem Cyberangriff eine Ransomware-Attacke. Die britischen Behörden haben einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann stehe unter Verdacht, gegen das Gesetz zur Bekämpfung von Computer- und Cyberkriminalität verstoßen zu haben, teilte die National Crime Agency (NCA) der Nachrichtenagentur PA zufolge mit. Der Mann wurde unter Auflagen wieder freigelassen.
Ransomware-Angriffe gehören seit Jahren zu den größten Bedrohungen für Firmen und öffentliche Einrichtungen. Besonders kritisch sind Attacken auf Infrastrukturen wie Transport, Energie oder Gesundheitssysteme, da sie für die Funktionsfähigkeit des Alltags unverzichtbar sind.
Der Berliner Flughafensprecher betonte, man versuche alles, was möglich sei, um die Abläufe zu organisieren. Zunächst sei nur ein Flug abgesagt worden. „Bevor wir unser System wieder koppeln, müssen wir hundertprozentig sicher sein, dass keine Schadprogramme mehr enthalten sind.“ Zuvor werde es daher eine gründliche Prüfung geben. Einen Zeitrahmen dafür könne man noch nicht mitteilen.
Fluggäste wurden weiterhin gebeten, im Internet einzuchecken und ihr Gepäck nach Möglichkeit selbstständig an den Automaten aufzugeben. Auf der Internetseite des Flughafens war zu sehen, dass frühmorgens viele Flüge ohne Verspätung gestartet waren. Dann kam es im Laufe des Vormittags aber immer wieder zu verspäteten Starts. Meist lag die Verzögerung aber unter einer Stunde.
Wegen der Attacke meldeten die Flughäfen Berlin, Brüssel, Dublin und London Heathrow Probleme bei der Passagierabfertigung. Die anderen großen deutschen Flughäfen waren nicht betroffen.
An den Flughäfen hatte es daraufhin am Samstag (20.9.) und Sonntag (21.9.)Warteschlangen und Verspätungen bei einem Teil der Flüge gegeben. Zum Teil arbeiteten die Fluglinien mit Papier und Stift statt mit den üblichen Computern. Später wurden Tablets eingesetzt. Koffer konnten ihren Besitzern erst am nächsten Tag nachgeschickt werden.
Mehr als zehntausend zusätzliche Passagiere wegen Marathon
Der Berliner Flughafen hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass die Rückflüge der Marathonläufer schwierig werden könnten: mit 95.000 Passagieren würden viel mehr Menschen erwartet als an einem normalen Montag mit 75.000 bis 85.000.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Der Londoner Großflughafen Heathrow teilte mit, das Einchecken und der Einstieg in die Flugzeuge könne bei manchen Flügen länger dauern als gewohnt. Passagiere wurden aufgerufen, den Status ihrer Verbindungen zu prüfen, bevor sie zum Flughafen fahren. Der größte Teil der Flüge in Heathrow könne dank Ersatzlösungen durch die Fluggesellschaften aber planmäßig durchgeführt werden.
Der Flughafen in Brüssel teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, die meisten Flugverbindungen könnten stattfinden. Allerdings mussten 40 der 277 geplanten Abflüge gestrichen werden. Zudem wurden 23 von 277 Ankünften annulliert. Der Check-In erfolge nun hauptsächlich mit Laptops und iPads. Wann man wieder zum normalen Verfahren zurückkehren könne, sei noch unklar.