ExtraHop Cyber Confidence Report 2023 91 Prozent der Firmen haben Lösegeld für Ransomware bezahlt

Von Peter Schmitz 3 min Lesedauer

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Im digitalen Zeitalter stehen Unternehmen und Organisationen weltweit vor der Herausforderung, sich gegen eine ständig wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe zu verteidigen. Deutschland, als eine der führenden Wirtschaftsmächte Europas, ist dabei keine Ausnahme.

Eine neue ExtraHop-Studie belegt, dass 91 Prozent der Unternehmen im vergangenen Jahr Zahlungen für Ransomware geleistet haben.(Bild:  Thomas - stock.adobe.com)
Eine neue ExtraHop-Studie belegt, dass 91 Prozent der Unternehmen im vergangenen Jahr Zahlungen für Ransomware geleistet haben.
(Bild: Thomas - stock.adobe.com)

Der ExtraHop Cyber Confidence Report 2023 basiert auf einer umfangreichen, von ExtraHop durchgeführten, Analyse von Netzwerkdaten aus einer Vielzahl von Organisationen in Deutschland. Der Bericht untersucht verschiedene Aspekte der Cybersecurity, darunter Angriffstrends, Schwachstellen, Reaktionszeiten und die Wirksamkeit von Sicherheits­maßnahmen.

Anstieg der Cyberangriffe in Deutschland

Gemäß den Deutschland-spezifischen Daten des Berichts verzeichnete das Land einen besorgniserregenden Anstieg der Cyberangriffe im Jahr 2023. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der erkannten Angriffe um 45 Prozent. Diese Zunahme verdeutlicht die wachsende Bedrohung, der deutsche Unternehmen gegenüberstehen, und unterstreicht die Dringlichkeit effektiverer Sicherheitsmaßnahmen.

Branchenspezifische Bedrohungen

Der Bericht hebt auch die Unterschiede in der Bedrohungslandschaft zwischen verschiedenen Branchen hervor. Insbesondere Branchen wie Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen waren überdurchschnittlich stark von Cyberangriffen betroffen. Dies könnte darauf hinweisen, dass Angreifer gezielt Branchen mit sensiblen Daten und hohen finanziellen Anreizen ins Visier nehmen.

Herausforderungen bei der Incident Response

Deutschland-spezifische Daten zeigen, dass Unternehmen im Durchschnitt mehr als 30 Tage benötigen, um einen Cyberangriff zu erkennen und darauf zu reagieren. Dies deutet auf eine ineffiziente Incident-Response-Strategie hin und verdeutlicht die Notwendigkeit schnellerer Reaktionszeiten, um die Auswirkungen von Angriffen zu minimieren.

Schwachstellen in IoT-Geräten

Eine besonders alarmierende Erkenntnis aus den Deutschland-Daten ist die weit verbreitete Ausnutzung von Schwachstellen in IoT-Geräten durch Angreifer. Über 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland berichteten von Angriffen auf ihre IoT-Infrastruktur. Diese Zahl verdeutlicht die Dringlichkeit einer verbesserten Sicherheit für vernetzte Geräte in deutschen Unternehmen.

Cyberangreifer kassieren Ransomware-Zahlungen

Fast jeder vierte Befragte (22 Prozent) hält Ransomware für das größte Risiko für sein Unternehmen - eine wenig überraschende Erkenntnis, da etwa die Hälfte der Befragten angibt, dass sie immer noch mindestens ein unsicheres Netzwerkprotokoll verwenden, das bekanntermaßen von Bedrohungsakteuren für Ransomware-Angriffe ausgenutzt wird. Um diese Besorgnis zu unterstreichen, gaben 58 Prozent der Unternehmen an, dass sie im Jahr 2023 sechs oder mehr Ransomware-Vorfälle erlebt haben (32 Prozent mehr als im Vorjahr). Nach dem BlackCat-Angriff auf Change Healthcare gehörte das Gesundheitswesen zu den Branchen, die am stärksten von Ransomware betroffen waren, mit durchschnittlich neun Vorfällen pro Unternehmen im letzten Jahr.

Von den befragten Unternehmen haben fast alle, die von einem Ransomware-Angriff betroffen waren, das Lösegeld gezahlt; im Jahr 2023 zahlten 91 Prozent das Lösegeld, verglichen mit 83 Prozent im Jahr 2023 und 72 Prozent im Jahr 2022. Die Studie ergab, dass allein die Zahlungen für Ransomware im letzten Jahr fast 2,5 Millionen US-Dollar pro Unternehmen gekostet haben - noch bevor die nicht realisierten Kosten für die Behebung des Schadens hinzukommen.

Ausfallzeiten kosten Unternehmen Zeit und Geld

Bei der Diskussion über die Auswirkungen von Cybersecurity-Fallen auf ihr Unternehmen gaben die Befragten an, dass sie nach einem Sicherheitsvorfall im vergangenen Jahr durchschnittlich 56 Stunden Ausfallzeit hatten. Die Ausfallzeit für Industrieunternehmen lag mit 58 Stunden etwas höher, und angesichts der Tatsache, dass in einer aktuellen Studie die durchschnittlichen Kosten für Ausfallzeiten in der Industrie auf fast 125.000 US-Dollar pro Stunde berechnet wurden, könnten diese Unternehmen pro Vorfall bis zu 7,25 Millionen US-Dollar verlieren.

Die größten untersuchten Unternehmen (5.000 und mehr Mitarbeiter) hatten mit durchschnittlich fast 62 Stunden pro Vorfall die meisten Ausfallzeiten. Weltweit lag Frankreich mit 68 Stunden Ausfallzeit an der Spitze, gefolgt von den USA (63 Stunden) und Australien (62 Stunden).

Unternehmen setzen auf KI

Unternehmen sehen sich mit einer Vielzahl von Hindernissen konfrontiert, die sie davon abhalten, Cyber-Risiken effektiv zu managen. Als Gründe werden unausgereifte Risikomanagement-Prozesse (21 Prozent), die Unfähigkeit, in einer schnelllebigen Branche den Anschluss zu finden (18 Prozent), eine fehlende Abstimmung zwischen der Cybersicherheitsorganisation und dem Unternehmen (16 Prozent), veraltete Technologie (15 Prozent), unzureichende Personalressourcen (14 Prozent) und unzureichende Budgets (13 Prozent) genannt.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung einer starken Cybersecurity-Strategie für deutsche Unternehmen. Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungslandschaft ist es unerlässlich, dass Organisationen proaktiv handeln, um ihre Netzwerke zu schützen und sich gegen potenzielle Angriffe zu verteidigen. Durch eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie können deutsche Unternehmen das Vertrauen in ihre digitale Zukunft stärken und sich erfolgreich gegen Cyberbedrohungen behaupten.

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