Die Sicherheitslage der weltweiten kritischen Infrastrukturen – darunter fallen unter anderem medizinische Einrichtungen, Energieversorgung, Kommunikationssysteme, Abfallwirtschaft, Fertigungsindustrie und Transportmittel – ist ernster denn je. Im Jahr 2023 konnte eine alarmierende Anzahl von über 420 Millionen Cyberangriffen dokumentiert werden.
Die weltweiten kritischen Infrastrukturen stehen angesichts einer alarmierenden Zunahme von Cyberangriffen und unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen vor ernsthaften Bedrohungen, wobei eine ganzheitliche und technologisch fortschrittliche Cybersicherheitsstrategie dringend erforderlich ist.
(Bild: James Thew - stock.adobe.com)
Die globale kritische Infrastruktur steht unter Dauerfeuer. Im Jahr 2023 konnten Forescout’s Vedere Labs über 420 Millionen Cyberangriffe dokumentieren, was einem Durchschnitt von 13 Angriffen pro Sekunde entspricht – ein Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Daten aus dem Global Threat Roundup Report 2023 legen nahe, dass die Notwendigkeit für effektive Abwehrmaßnahmen und eine adaptive Sicherheitsstrategie dringlicher ist als jemals zuvor.
Der aktuelle Modus Operandi zur Sicherung und Bewertung von Risiken in kritischen Bereichen scheint im Lichte dieser Erkenntnisse nicht ausreichend zu sein, um größere Vorfälle proaktiv zu verhindern. Es fehlt vor allem an einer umfassenden Überwachung, die eine Echtzeit-Kontextualisierung aller Geräte ermöglicht. Dieser Mangel zwingt Organisationen, insbesondere größere Unternehmen, zu einer reaktiven Verteidigungshaltung, die eher einem aussichtslosen Sicherheitsaktionismus gleicht.
Die Studie von Vedere Labs legt den Finger in die Wunde
Log4j verliert an Popularität: Softwarebibliotheken verzeichnen einen Rückgang an Angriffen, was einerseits an der abnehmenden Popularität von Exploits wie Log4j liegt. Andererseits führt dies zu einem Anstieg der Angriffe auf Netzwerkinfrastrukturen und IoT-Geräte. IP-Kameras, Gebäudeautomatisierungssysteme und Netzwerkspeicher stehen besonders im Fokus der Angreifer.
Gezielte OT-Exploits sind im Kommen: Bei Betriebstechnologien (Operational Technology, OT) sind spezielle Protokolle wie Modbus, Ethernet/IP, Step7, DNP3 und IEC10X am stärksten betroffen. Diese Protokolle sind entscheidend für industrielle Automatisierung und Energieversorgung. Trotz der geringeren Scanfrequenz von Protokollen wie BACnet, zeigt sich ein beunruhigender Trend zu gezielten Exploits.
Es gibt im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Verschiebung in den Exploit-Taktiken, die einem vollzogenen Cyberangriff folgen.
(Bild: Forescout)
„Persistence Tactics“, also das Einnisten in Systeme, nehmen stark zu: Es gibt eine deutliche Verschiebung in den Exploit-Taktiken, die einem vollzogenen Cyberangriff folgen. Sogenannte „Persistence Tactics“ verzeichneten einen Anstieg von 50 Prozent, während das Auskundschaften von Zielen und die finale Ausführung der Cyberangriffe jeweils etwa 25 Prozent ausmachten. Eine Mehrheit der beobachteten Befehle, die von Cyberkriminellen verwendet wurden, zielte auf generische Linux-Systeme ab. Es gibt jedoch auch spezifische Befehle für Netzwerkbetriebssysteme.
Malware-Familien wie der Agent Tesla Remote Access Trojan (RAT), Mirai-Botnet-Varianten und der Redline-Infostealer bleiben eine ständige Bedrohung und unterstreichen die Notwendigkeit einer robusten und aktuellen Sicherheitsinfrastruktur.
Kein Land ist sicher, Deutschland wird besonders häufig angegriffen
Cyberkriminelle agieren weltweit und beeinträchtigen 163 Länder. Die USA, Großbritannien, Deutschland, Indien und Japan sind dabei am häufigsten betroffen.
(Bild: Forescout)
Cyberkriminelle agieren weltweit und beeinträchtigen 163 Länder. Die USA, Großbritannien, Deutschland, Indien und Japan sind dabei am häufigsten betroffen. Besonders hervorzuheben sind dabei Bedrohungsakteure aus China, Russland und Iran.
Die Analyse betont, dass Cyberbedrohungen keine Grenzen kennen und eine internationale Zusammenarbeit für die Entwicklung von Sicherheitsstandards und -maßnahmen von höchster Bedeutung ist. Regierungs-, Finanz- und Medien- und Unterhaltungssektoren stehen im Fokus dieser Angriffe und demonstrieren die strategische Bedeutung von Cybersicherheit.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist die Anwendung einer spezialisierten Testumgebung für die genaue Identifikation von Vorfällen und die Analyse komplexer Muster von Bedrohungsakteuren entscheidend. Nur durch detaillierte Einblicke und ein tiefgreifendes Verständnis können Reaktionsstrategien auf komplexe Angriffe auf die kritische Infrastruktur verbessert werden.
Holistische Cybersicherheit und effektive Sicherheitstools sind das A und O für KRITIS-Unternehmen
Es ist unerlässlich, dass Organisationen – besonders die zur KRITS zugehörigen – eine umfassende Sicherheitsvision entwickeln, die präventive, erkennende und reaktive Maßnahmen miteinander verbindet und sich auf den neuesten Stand der Technik stützt, um der fortschreitenden Cyberbedrohung wirksam zu begegnen. Investitionen in KI-gestützte Überwachungssysteme, fortgeschrittene Verschlüsselungstechnologien und die Schulung von Personal in Cyberabwehrkompetenzen sind zukunftsweisende Schritte, um eine resiliente IT-Infrastruktur zu gewährleisten.
Stand: 08.12.2025
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