Studie von Sopra Steria Phishing und Social Engineering haben im Sommer Hochsaison

Von Ira Zahorsky 2 min Lesedauer

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Homeoffice, Workation, arbeiten von unterwegs: Oft loggen sich Mitarbeitende über ihr privates WLAN oder öffentliche Hotspots ins Firmennetz ein. Ohne Sensibilisierung werden sie dort besonders leicht zum Opfer von Phishing- und Social-Engineering-Angriffen.

Vor allem in öffentlichen Räumen und WLANs ist besondere Vorsicht geboten, wenn man auf das Unternehmensnetzwerk zugreift.(Bild:  Ajmal Ali 217 - stock.adobe.com / KI-generiert)
Vor allem in öffentlichen Räumen und WLANs ist besondere Vorsicht geboten, wenn man auf das Unternehmensnetzwerk zugreift.
(Bild: Ajmal Ali 217 - stock.adobe.com / KI-generiert)

Cyberangriffe werden immer raffinierter, die Gefahr somit für Firmennetzwerke immer größer. Dennoch haben bislang nur 40 Prozent der von Sopra Steria im Rahmen der Studie „Cybersecurity im Zeitalter von KI“ befragten Organisationen entsprechende Richtlinien zur Absicherung der Unternehmensdaten von außen, also beispielsweise bei Homeoffice oder Remote Work. Das gibt insofern zu denken, als nicht nur der Zugang zu Unternehmensnetzwerken über öffentliche WLANs ohne VPN-Verbindung einfacher für die Cyberkriminellen ist. In öffentlichen Räumen ist auch die Gefahr groß, dass sensible Daten von Notebook- und Smartphone-Displays von Dritten abgegriffen werden. So können gezielte Phishing- und Social-Engineering-Angriffe stattfinden.

Stefan Beck, Senior Manager im Team Cybersecurity bei Sopra Steria(Bild:  Sopra Steria)
Stefan Beck, Senior Manager im Team Cybersecurity bei Sopra Steria
(Bild: Sopra Steria)

„Die Angreifer nutzen inzwischen GenAI, wie zum Beispiel ChatGPT, um Phishing-Nachrichten deutlich besser auf ihre Zielpersonen zuzuschneiden“, bestätigt Stefan Beck, Senior Manager im Team Cybersecurity bei Sopra Steria. „Sie lernen automatisiert aus fehlgeschlagenen Angriffen und lassen diese Erkenntnisse sofort in die nächsten Cyberattacken einfließen. Damit erhöhen sie ihre Chance auf einen Treffer, der dann oft ausreicht, um Schaden anzurichten. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz generieren die Angreifer beispielsweise Nachrichten, die den Stil von Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartnern imitieren und sehr überzeugend klingen. Sie setzen auch darauf, dass Empfänger abgelenkt oder unachtsamer sind als beim Arbeiten im Büro und deshalb eher auf einen Link klicken, einen Anhang herunterladen oder Daten preisgeben“, so Beck.

Zu wenig Sensibilisierung

In den Sommermonaten scheint also eine besondere Sensibilisierung für Cybergefahren sinnvoll. Doch nur 45 Prozent der Befragten fühlen sich hier von ihrem Arbeitgeber abgeholt. 35 Prozent hätten gerne mehr und bessere Informationen. „Es ist wichtig, dass Arbeitgeber die Sensibilisierungsmaßnahmen stärker auf die individuellen Bedürfnisse ausrichten. Zudem ist Aufklärung in kürzeren Abständen erforderlich, auch saisonal angepasst an die aktuell vorherrschenden Maschen der Kriminellen“, rät Beck. Denn die Zahl der Phishing-Mails per E-Mail, WhatsApp und SMS nimmt stetig zu: 40 Prozent der Studienteilnehmer bekommen heute „deutlich mehr“ Phishing-Nachrichten als noch vor einem Jahr.

KI als Abwehrhilfe

„Bereits in naher Zukunft werden Abwehrstrategien ohne KI-Einsatz keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, prognostiziert Beck. Auch Unternehmen müssen also auf KI zur Abwehrunterstützung setzen, beispielsweise in Form von KI-basierter Angriffserkennung im Security Operations Center (SOC). Auch bei der Sensibilisierung der Mitarbeitenden kann die KI helfen: Lernende KI-Tools können beispielsweise Awareness-Kampagnen an neue oder unbekannte Angriffsmuster anpassen“, schlägt Beck vor.

Über die Studie

Der Report „Cybersecurity im Zeitalter von KI“ kombiniert eine repräsentative Erwerbstätigenbefragung mit einer Unternehmensbefragung. Der Marktforscher F.A.Z. Business Media | research hat im April und Mai 1.003 Erwerbstätige ab 15 Jahren in Deutschland repräsentativ befragt. Im April hat das Institut zudem 564 Fach- und Führungskräfte der Branchencluster Finance (Banken und Versicherer), Automotive (inkl. Zulieferern) und öffentliche Verwaltung online befragt.

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