Komplexe hybride oder Multicloud-Umgebungen erfordern einen strategisch integrierten Sicherheitsansatz, um Cybersecurity-Risiken wirksam zu minimieren und gleichzeitig die Flexibilität und Innovationskraft der Cloud voll auszuschöpfen.
Um seine Multi-Cloud-Umgebungen zu schützen, müssen die Risiken erstmal erkannt und analysiert werden. Daraufhin gibt es einen möglichen Sicherheits-Fahrplan, den Security-Spezialist Thorsten Henning von Fortinet empfiehlt.
(Bild: Hein - stock.adobe.com)
Was vor 15 Jahren als innovative Ergänzung galt, ist heute Standard: Cloud-Dienste prägen die IT-Infrastruktur. Der von Fortinet gesponserte „2025 State of Cloud Security Report“ zeigt, dass nahezu acht von zehn Unternehmen Multicloud-Strategien mit mindestens zwei Cloud-Anbietern verfolgen, während mehr als die Hälfte hybride Umgebungen implementiert, die lokale Server mit Public-Cloud-Diensten kombinieren.
Diese Entwicklung bietet zwar Vorteile in Bezug auf Resilienz und Flexibilität, vergrößert jedoch auch die Angriffsfläche und erhöht die Komplexität der benötigten Sicherheitsarchitektur sowie der Compliance-Herausforderungen, was Unternehmen daran hindert, das volle Potenzial der Cloud auszuschöpfen. Der Schutz von Multicloud-Umgebungen, einschließlich der Absicherung der Endnutzer, bleibt daher eine zentrale Herausforderung für IT- und Security-Teams.
Ein zentrales Problem ist die unterschiedliche Zusammensetzung von Multicloud-Umgebungen. Die Vielzahl an Cloud-Anbietern, Services und Architekturen erschwert die zentrale Verwaltung und Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen erheblich. Jeder Cloud-Provider und jede Anwendung stellen einen potenziellen Angriffspunkt dar, was die Angriffsfläche insgesamt vergrößert. Fehlkonfigurationen, Schwachstellen und unzureichende Zugriffskontrollen erhöhen die Risiken, da sie verschiedenste Einfallstore für Angreifer öffnen.
Eine weitere Herausforderung ist die Datensicherheit und der Schutz der Privatsphäre. Die Verteilung von Daten auf verschiedene Clouds führt zu Datensilos und erschwert die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen wie der DSGVO. Inkonsistente Sicherheitsrichtlinien über verschiedene Clouds hinweg verschärfen dieses Problem zusätzlich. Der Mangel an Transparenz und Kontrolle über verteilte Cloud-Ressourcen erhöht den Aufwand für Überwachung und Erkennung von Anomalien und führt zudem zu unklaren Verantwortlichkeiten zwischen Cloud-Anbietern und Unternehmen, was das Risiko von Sicherheitslücken weiter erhöht.
Strategien für stärkere Hybrid- und Multicloud-Security
Hybride und Multicloud-Umgebungen sicher zu halten, erfordert mehr als isolierte Maßnahmen – gefragt ist ein strategischer, integrierter Ansatz. Branchenspezifisches Know-how und fortschrittliche Cybersecurity-Lösungen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Diese Best Practices erhöhen nicht nur die Security, sondern auch die Effizienz solcher Infrastrukturen:
Erkennung und Behebung von Cloud-Risiken automatisieren: Mit Lösungen für die kontinuierliche Überwachung und Echtzeitbehebung von Risiken können Bedrohungen wie fehlerhafte Storage-Konfigurationen oder übermäßige Berechtigungen proaktiv erkannt und effizient behoben werden.
Datenströme über Cloud-Umgebungen hinweg schützen: Während Daten zwischen Cloud-Umgebungen übertragen werden, ist es entscheidend, ihre Security und Integrität zu gewährleisten. Der Einsatz von Tools, die umfassende Transparenz über Datenflüsse bieten, hilft Unternehmen, Informationen während der Übertragung zu schützen. Diese Tools ermöglichen das Monitoring potenzieller Risiken, verhindern unbefugten Zugriff und unterstützen die Einhaltung von Vorschriften wie der DSGVO.
Einheitliche Mechanismen zur Bedrohungserkennung implementieren: Security über verschiedene Cloud-Plattformen hinweg erfordert standardisierte Mechanismen zur Bedrohungserkennung. Eine einheitliche Lösung schafft zentrale Transparenz, verknüpft Daten aus verschiedenen Umgebungen und verkürzt so die Zeit zur Erkennung von Anomalien – für schnellere und effektivere Reaktionen.
In cloud-spezifische Schulungen für Security-Teams investieren: 76 Prozent der Unternehmen kämpfen mit Fachkräftemangel – und damit auch mit Herausforderungen in der Verwaltung Cloud-nativer Lösungen. Investitionen in Schulungsprogramme wie DevSecOps und Container-Security sind daher essenziell.
Zugriffskontrollen über Cloud-Plattformen hinweg standardisieren: Zugriffskontrolle und Identitätsmanagement bleiben für 59 Prozent der Unternehmen eine der größten Herausforderungen in verteilten Cloud-Umgebungen. Mit zentralisierten Lösungen für die Zugriffskontrolle können Unternehmen die Verwaltung von Benutzerrechten vereinheitlichen und Sicherheitsrichtlinien konsequent durchsetzen.
Cloudbasierte Security-Tools für mehr Skalierbarkeit nutzen: Mit 54 Prozent der Unternehmen, die auf hybride Clouds setzen, sind skalierbare Cybersecurity-Tools unverzichtbar. Sie gewährleisten konsistenten Schutz für On-Premise- und Public-Cloud-Umgebungen und ermöglichen eine sichere Skalierung ohne Einbußen bei der Effizienz.
End-to-End-Schutz von Anwendungen in komplexen Cloud-Umgebungen: In modernen vernetzten Umgebungen ist ein umfassender Schutz der Anwendungen, der sowohl die Security der Clients als auch der Server berücksichtigt, unerlässlich. Dazu gehören grundlegende Sicherheitsmechanismen wie Endpoint Detection and Response (EDR), Next Generation Firewalls (NGFW), Intrusion Prevention Systeme (IPS) und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sowie regelmäßige Software- und Betriebssystem-Updates.
Fachkräftemangel mit KI-gestützter Cybersecurity ausgleichen
Mehr als zwei Drittel der Unternehmen klagen über einen Mangel an Cloud-Security-Experten, was die Absicherung komplexer Multicloud-Umgebungen für sie zusätzlich erschwert. Künstliche Intelligenz (KI) kann hier Abhilfe schaffen, indem sie sicherheitsrelevante Prozesse automatisiert und dadurch Security-Teams entlasten.
KI-gestützte Cybersecurity-Lösungen können helfen, Routineaufgaben wie z.B. Log-Analysen und Schwachstellen-Scans zu automatisieren. Durch die Erkennung ungewöhnlicher Aktivitäten und komplexer Bedrohungsmuster verbessern diese Systeme die Anomalieerkennung und ermöglichen eine frühzeitige Identifikation von Risiken. Automatisierte Incident-Response-Systeme verkürzen zudem die Reaktionszeit, indem sie betroffene Systeme isolieren oder schadhafte Aktivitäten in Echtzeit blockieren. Darüber hinaus wird die Zugangskontrolle durch KI optimiert, etwa durch Technologien wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruckscanner, die Brute-Force- und Credential-Stuffing-Angriffe verhindern.
Da KI und maschinelles Lernen sich ständig weiterentwickeln, können Unternehmen ihre Abwehrstrategien fortlaufend anpassen und Sicherheitslücken gezielt schließen. So wird nicht nur der Fachkräftemangel ausgeglichen, sondern die gesamte Sicherheitsarchitektur kontinuierlich gestärkt.
Mit der zunehmenden Komplexität von hybriden und Multicloud-Umgebungen steigen auch die Anforderungen an die Cloud-Security. Statt auf einen Flickenteppich aus Einzelprodukten zu setzen, bevorzugen Unternehmen zunehmend integrierte Plattformlösungen. Laut dem „2025 State of Cloud Security Report“ favorisieren 97 Prozent der Befragten eine zentrale Cloud-Security-Plattform, die Transparenz schafft und Schutz über alle Cloud-Umgebungen hinweg konsistent gewährleistet – ein klarer Trend für die Zukunft.
Stand: 08.12.2025
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Eine ideale Lösung sollte umfassenden 360-Grad-Schutz und vollständige Sichtbarkeit bieten, damit Unternehmen ihre Cloud-Umgebung besser verstehen, effizient verwalten und ihre Sicherheitslage stärken können – bei gleichzeitig geringerer Komplexität. Ein zentrales Dashboard erleichtert die Richtlinienkonfiguration, sorgt für konsistente Cybersecurity-Maßnahmen und verbessert die Transparenz der gesamten Cloud-Infrastruktur. Die Plattform sollte integrierte Funktionen wie Cloud Security Posture Management (CSPM), Code-Security und Cloud Infrastructure Entitlement Management umfassen, um zentrale Cybersecurity-Herausforderungen gezielt anzugehen und Daten in Netzwerken, Anwendungen sowie Multicloud- und Edge-Umgebungen wirksam zu schützen.
Durch Automatisierung und zentralisierte Steuerung sicherheitsrelevanter Prozesse verringern Unternehmen die Komplexität und optimieren die Effizienz ihrer Multicloud-Strategien.
* Der Autor Thorsten Henning ist Regional Director Pre-Sales und Business Development DACH bei Fortinet.