KI ersetzt Shift-Left Bei der Supply-Chain-Security geht es nicht nur um Software

Ein Gastbeitrag von Josh Lemos 2 min Lesedauer

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Betrachtet man die Cyber­sicherheits­landschaft im Jahr 2024, so werden Schwachstellen in der Lieferkette deutlich. Dabei geht es nicht nur um Software, obwohl die weite Verbreitung von Open Source in der globalen Software-Lieferkette ein wichtiger Faktor ist. Voraussichtlich werden immer mehr Sicherheitsexperten eine KI einsetzen, die bei der Suche nach potenziellen Schwachstellen helfen wird.

GitLab CISO Josh Lemos gibt einen Überblick über die wichtigsten Cybersicherheitsprobleme, die er für das Jahr 2024 erwartet.(Bild:  HiroSund - stock.adobe.com)
GitLab CISO Josh Lemos gibt einen Überblick über die wichtigsten Cybersicherheitsprobleme, die er für das Jahr 2024 erwartet.
(Bild: HiroSund - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz (KI) wird weiter an Bedeutung zunehmen und Entwicklern dabei helfen, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig sichereren Code zu erstellen.

Angriffe auf die Open-Source-Software-Lieferkette nehmen zu

Es ist zu erwarten, dass die Angriffe auf unkontrollierte Open-Source-Ökosysteme im Jahr 2024 zunehmen werden. Angreifer haben gelernt, Open-Source-Repositories mit bösartigen Python-Paketen zu infiltrieren, deren Namen populären legitimen Paketen sehr ähnlich sind. Da Softwareentwickler auf diese Pakete angewiesen sind, wird diese Art von Angriffen wahrscheinlich auf absehbare Zeit fortbestehen - und zu ernsthaften Schwachstellen führen. Und da über 90 Prozent der weltweiten Software auf Open-Source-Code und Open-Source-Sprachen basiert, wird dies weitreichende Auswirkungen haben. Als Teillösung erwarte ich, dass mehr Unternehmen und Teams KI einsetzen werden, um das Risiko von Open-Source-Paketen zu bewerten.

Data Governance und die Datenlieferkette werden wichtige Themen

CISOs werden im Jahr 2024 einen Standpunkt zur Data Governance einnehmen müssen: Entweder zugunsten einer strengen Disziplin und Kontrolle privater/geschützter Daten oder zugunsten ihrer offenen Nutzung mit der Akzeptanz des damit verbundenen Risikos. Daten haben genauso wie Software, Lieferketten. Wenn beispielsweise in einer Datenlieferkette jemand Daten löscht oder ein Kunde die Löschung verlangt und diese Daten bereits zur Erstellung eines Large Language Models verwendet wurden, kann es schwierig oder unmöglich sein, dies rückgängig zu machen. Für Unternehmen, die Modelle für maschinelles Lernen entwickeln, erfordern Datenlieferketten eine operative Disziplin, die der CISO managen muss.

KI wird die „Linksverschiebung“ der Sicherheit durch Sicherheitsautomatisierung ersetzen

Shift left“ - die Linksverschiebung der Sicherheit zielte darauf ab, Sicherheitsmängel früher im Lebenszyklus der Softwareentwicklung zu beheben, indem sie früher zum Entwickler hingebracht wurden. Doch diese größere Verantwortung hat die Entwickler über Gebühr belastet. Im Jahr 2024 wird die Verlagerung der Sicherheit nach links dadurch ersetzt werden, dass die Sicherheit im Arbeitsablauf des Entwicklers ersetzt wird. Man könnte das als Verlagerung nach unten bezeichnen, da es die Sicherheit in automatisierte und untergeordnete Funktionen verlagert. KI wird dazu beitragen, die Identifizierung und Behebung von Sicherheitsproblemen zu automatisieren, indem sie die Sicherheitslast der Entwickler mit weniger und besser umsetzbarem Feedback reduziert.

Über den Autor: Josh Lemos ist Chief Information Security Officer (CISO) von GitLab. Das Unternehmen ist ein wichtiger Akteur in der Softwareentwicklungskette, dessen DevSecOps-Plattform von mehr als 30 Millionen Entwicklern weltweit genutzt wird. Lemos konzentriert sich seit Jahren auf diese Schwachstellen, um Unternehmen dabei zu helfen, schwerwiegende Sicherheitsvorfälle zu vermeiden.

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