Sind deutsche Autos von Hackern einfacher angreifbar? Deutsche Automobilhersteller hinken bei der Cybersicherheit hinterher

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Nach einer Untersuchung von Kaspersky sind die deutschen Automobilhersteller eher langsam bei der Umsetzung von Vorschriften zur Cybersicherheit. Wir zeigen, warum das problematisch ist und auf was sich Autofahrer in Zukunft vorbereiten sollten.

Deutsche Automobilhersteller hinken bei der Cybersicherheit den Vorschriften deutlich hinterher.(Bild:  vegefox.com - stock.adobe.com)
Deutsche Automobilhersteller hinken bei der Cybersicherheit den Vorschriften deutlich hinterher.
(Bild: vegefox.com - stock.adobe.com)

In der deutschen Automobilindustrie zeigt sich eine deutliche Verzögerung bei der Adaption von Vorschriften zur Cybersicherheit. Ein erschreckend geringer Anteil von nur 9 Prozent der Umfrage-Teilnehmer hat die WP.29-Richtlinien bisher vollumfänglich umgesetzt. Über ein Viertel der Unternehmen hat noch keine Schritte zur Vorbereitung oder zur Planung der Implementierung dieser Regulierungen unternommen.

Diese Erkenntnisse entstammen der Studie von Kaspersky mit dem Titel „Cybersicherheit in der Automobilbranche", veröffentlicht am 25. März 2024, die ein unzureichendes Vorbereitungslevel der deutschen Automobilbranche auf zukünftige Cybersicherheitsregulierungen offenbart. Acht Prozent der befragten Firmen sehen die Befolgung derartiger Regulierungen als ihre größte Herausforderung für die kommenden zwei Jahre. Fast ein Drittel hat noch keine Strategien oder Pläne für die Anwendung der WP.29-Vorschriften entwickelt.

Ab Juli dieses Jahres müssen Autos sicherer werden

Ab Juli 2024 werden die ersten bindenden Bestimmungen der UNECE für Fahrzeughersteller wirksam, welche die Einführung eines Cyber Security Management Systems (CSMS) für Neufahrzeuge fordern, um IT-Risiken zu managen und die Cybersicherheit zu verbessern. Trotz der nahenden Frist sind viele Unternehmen der Automobilbranche laut einer aktuellen Erhebung von Kaspersky noch nicht angemessen vorbereitet.

23 Prozent haben zwar Pläne entworfen, diese jedoch weder umgesetzt noch abgeschlossen. Derzeit befinden sich lediglich 37 Prozent in der Phase der Implementierung, und eine vollständige Einführung der Richtlinien ist nur bei 9 Prozent der Befragten erfolgt. Somit besteht ein signifikanter Nachholbedarf in der Branche hinsichtlich der Erfüllung dieser Sicherheitsvorschriften.

Laut Kaspersky-Studie herrscht bei 72 Prozent der Unternehmen Einigkeit darüber, dass die IT-Abteilung zukünftig die Hauptverantwortung für Cybersicherheit tragen wird. Bei 39 Prozent wird auch die Geschäftsleitung einbezogen, und in 31 Prozent der Fälle ist auch die Compliance-Abteilung beteiligt. Hierbei ist vor allem das IT-Management gefragt, da 43 Prozent der Teilnehmer ein mangelndes Verständnis für Cyberbedrohungen in diesem Bereich als zweitgrößtes Risiko sehen.

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