Die zunehmende Vernetzung von IT-Systemen, operativer Technologie (OT, beispielsweise Produktionsanlagen) und Internet of Things (IoT) stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Cybersicherheit. Im Gespräch mit Security Insider erklärt Will Roth, Vice President DACH, Eastern Europe bei Nozomi Networks die aktuellen Entwicklungen und notwendigen Maßnahmen.
„Oft wissen die Verantwortlichen nicht, wer sich um IoT-Security kümmern soll", berichtet Will Roth, Vice President DACH, Eastern Europe bei Nozomi Networks.
Will Roth ist Vice President DACH, EE bei Nozomi Netzworks.
(Bild: Nozomi Networks)
„Wir sehen, dass die Projekte im Bereich IoT regelrecht aus dem Boden schießen“, berichtet Roth. „Ob Flughäfen, Smart Buildings oder Maritime – überall entstehen neue Anwendungsfälle.“ Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen klassischer IT, industrieller OT und IoT immer mehr. Dies zeigt sich auch in der Konsolidierung des Marktes, wo Hersteller durch Zukäufe versuchen, alle Bereiche abzudecken.
Definition und Abgrenzung
„Eine der größten Herausforderungen ist bereits die Definition von IoT“, erklärt Roth. „Wir verstehen darunter in sich geschlossene Geräte, die permanent online sind, aber keine eigenen Security-Komponenten installieren können.“ Dies reicht von Smartwatches über Klimaanlagen bis zu vernetzten Fahrzeugen. Im industriellen Umfeld handelt es sich oft um Sensorik zur Überwachung von Produktionsprozessen.
Die Abgrenzung zur OT ist dabei nicht immer trennscharf. „OT-Komponenten steuern aktiv Prozesse, während IoT-Geräte meist Sensordaten liefern“, erläutert Roth. „Aber die Systeme wachsen zusammen und sind voneinander abhängig.“ Ein Beispiel aus der Halbleiterproduktion verdeutlicht dies: Während OT-Komponenten das Förderband steuern, überwachen IoT-Sensoren die Qualität der produzierten Chips. Beide Systeme müssen nahtlos zusammenarbeiten.
Verantwortlichkeiten klären
Diese Konvergenz führt in vielen Unternehmen zu Unklarheit über Zuständigkeiten. „Oft wissen die Verantwortlichen nicht, wer sich um IoT-Security kümmern soll", berichtet Roth. Seine Empfehlung: „Alles, was Cybersecurity betrifft, sollte unter dem CISO angesiedelt sein. Allerdings braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen IT- und OT-Teams.“
Der CISO müsse dabei als „strukturierende Kraft“ agieren und Prioritäten setzen. Dafür benötigt er ein Team von Experten, die beide Welten verstehen. „IT- und OT-Teams haben das gleiche Ziel: Resilienz und Sicherheit. Sie sprechen nur unterschiedliche Sprachen“, so Roth. „Der OT-Engineer spricht von Resilience, der IT-Experte von Cybersecurity – gemeint ist aber das Gleiche.“
Da sich auf vielen IoT- und OT-Geräten keine Security-Tools installieren lassen, sind andere Schutzmaßnahmen nötig. „Der einzige Weg ist die Segmentierung der Netzwerke und das Monitoring von Kommunikationsmustern", erklärt Roth. Beide Maßnahmen sorgen für eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheit. „Wir helfen Unternehmen dabei, Transparenz zu schaffen und Angreifbarkeiten zu identifizieren.“
Viele Unternehmen wissen heute nicht einmal genau, welche OT- und IoT-Komponenten sie im Einsatz haben. „Der erste Schritt ist immer eine Bestandsaufnahme“, so Roth. „Erst dann können wir analysieren, welche Geräte mit wem kommunizieren und ob diese Kommunikationsmuster legitim sind.“
Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen erfordert oft umfangreiche manuelle Arbeit. „Eine vollständige Automatisierung ist nicht möglich“, so Roth. „Aber Tools können bei der Analyse helfen und Handlungsempfehlungen geben.“ Künftig sieht er große Chancen durch KI und Machine Learning: „Die Systeme werden Auffälligkeiten schneller erkennen und in Kontext setzen können.“
„OT und IoT werden als Themen bleiben, aber die Art, wie wir damit umgehen, wird sich durch KI stark verändern“, prognostiziert Roth. Allerdings müssen die Systeme erst Vertrauen aufbauen. „Am Anfang wird man die KI-Empfehlungen noch manuell überprüfen. Aber je mehr positive Erfahrungen gemacht werden, desto größer wird das Vertrauen.“
Angesichts des Fachkräftemangels und der zunehmenden Bedrohungen sieht Roth keine Alternative zur KI-Unterstützung: „Wenn die Angreifer KI nutzen, haben wir mit rein manuellen Prozessen keine Chance mehr.“ Die Security-Analysten werden sich künftig stärker auf KI-Systeme verlassen müssen, um die wachsende Komplexität zu bewältigen.
Ausblick
Die Konvergenz von IT, OT und IoT wird sich weiter beschleunigen. Unternehmen müssen ihre Organisationsstrukturen und Security-Konzepte entsprechend anpassen. „Wer heute noch in Silos denkt, wird morgen Probleme bekommen“, warnt Roth. Erfolgreiche Cybersecurity erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der alle drei Bereiche integriert betrachtet.
Stand: 08.12.2025
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Die Herausforderung wird sein, die richtige Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Expertise zu finden. „KI wird uns unterstützen, aber nicht ersetzen", so Roths Fazit. „Am Ende braucht es immer noch den gesunden Menschenverstand und Fachexpertise, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.“
Will Roth ist Vice President DACH, Eastern Europe bei Nozomi Networks.