Kaspersky-Report Zweifeln, Zögern, Zaudern – Das ist der Cybersecurity-Alltag von KMU

Quelle: Pressemitteilung Kaspersky 2 min Lesedauer

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Erhebungen von Kaspersky offenbaren eine Grundproblematik bei KMU: Strategien existieren oft nur auf dem Papier, während Fachkräftemangel, Alarmflut und fehlendes Management-Verständnis die Abwehr im Mittel­stand schwächen.

Strategische Lücken, Fachkräftemangel und Warnflut prägen den Sicherheitsalltag mittelständischer Unternehmen in Deutschland.(Bild: ©  StockPhotoPro - stock.adobe.com)
Strategische Lücken, Fachkräftemangel und Warnflut prägen den Sicherheitsalltag mittelständischer Unternehmen in Deutschland.
(Bild: © StockPhotoPro - stock.adobe.com)

Die aktuelle Situation in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland zeigt laut der Kaspersky-Umfrage „Klartext in Sachen Cybersicherheit – Was nervt, was fehlt, was hilft wirklich?“ ein klares Muster: Cybersicherheit ist organisatorisch zwar verankert, aber operativ kaum tragfähig. Viele Unternehmen verfügen somit über formale Sicherheitsstrategien, doch 70 Prozent setzen diese nur teilweise bis gar nicht im Alltag um. Nur 27 Prozent meldeten einen vollständig etablierten Ansatz.

Diese strukturellen Defizite führen laut Umfrage dazu, dass 32 Prozent der Verantwortlichen grundlegende Unsicherheiten im Umgang mit Vorfällen haben. Ein Viertel zweifelt daran, dass der eigene Schutz modernen Angriffen standhält. Die Kluft zwischen Plan und Umsetzung wer­de laut Kaspersky zum Risiko, da Unternehmen laut Umfrage nur Zielkataloge, aber keine funk­tionierenden Abläufe besitzen.

Wenn sogar der Chefetage das Verständnis fehlt...

Ein zentraler Befund der Untersuchungen betrifft die Kluft zwischen Geschäftsführung und oper­ativen Teams. 23 Prozent der Befragten sehen mangelndes Verständnis in der Chefetage für die geschäftliche Relevanz von Cybersicherheit. Operative Teams haben mit verzögerten Ent­scheidungen, unklaren Prioritäten und begrenzten Ressourcen zu kämpfen. Skepsis gegenüber Herstellern und Sicherheitslösungen bremsen das Handeln weiter aus: Rund 30 Prozent hinter­fragen, ob die dargestellten Risiken eine reale Bedrohungslage widerspiegeln.

...haben Cyberkriminelle ein einfaches Spiel.

Die KMU-spezifischen Bedrohungsdaten aus Europa und Afrika zeigen, dass die Risiken nicht hypothetisch sind. Backdoors (24 Prozent), Trojaner (17 Prozent) und Downloader-Komponenten (16 Prozent) zählen zu den am häufigsten beobachteten Angriffstypen. Deutschland liegt im euro­päischen Vergleich bei potenziell unerwünschten Anwendungen und markenimitierender Malware auf Platz drei.

Kaspersky betont, dass diese Muster ein zentrales Risiko für Unternehmen darstellen, deren Sicherheitskonzepte nicht ausreichend umgesetzt werden. Ohne funktionierende Prozesse für Erkennung, Bewertung und Reaktion können selbst kleinere Vorfälle strategische Schäden verursachen.

IT-Führungskräfte zunehmend überfordert

Gleichzeitig steigt der Druck im Tagesgeschäft. 35 Prozent der IT-Führungskräfte verbringen so viel Zeit mit der Bewertung möglicher Bedrohungen, dass diese Aufgabe faktisch zu einem Vollzeitjob wird. 22 Prozent berichten, mehr Aufwand in das „Troubleshooting“ ihrer Sicher­heitstools zu investieren als in die Abwehr selbst. Zudem fühlen sich zehn Prozent von Warn­meldungen überfordert, was die Priorisierung erschwert und Fehlalarme verstärkt.

Diese Überlastung trifft auf knapp bemessene interne Ressourcen. Nur 18 Prozent der KMU beschäftigen ein eigenes Cybersicherheitsteam. Die Mehrheit stützt sich auf allgemeine IT-Abteilungen oder einzelne Spezialisten, während zehn Prozent ausschließlich mit externen Dienstleistern arbeiten. Das Fehlen klarer Zuständigkeiten vergrößert die Lücke zwischen Erkennung und Reaktion.

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