Wenn der Bordcomputer zum Hacker-Ziel wird

Das vernetzte Auto – Chancen und Gefahren

| Autor / Redakteur: Malte Pollmann* / Stephan Augsten

Verkehrsleitsysteme könnten drohende Staus mithilfe der vernetzten Autos frühzeitig erkennen und verhindern.
Verkehrsleitsysteme könnten drohende Staus mithilfe der vernetzten Autos frühzeitig erkennen und verhindern. (Bild: Archiv)

Das Auto wird intelligent, Tesla Motors beispielsweise hat mit dem Model S ein vollwertig vernetztes Auto entwickelt. Doch die neue Technik birgt Gefahren, wie chinesische Studenten zeigten, als sie die Bordelektronik des Sportwagens hackten. Nicht umsonst stellt Tesla immer neue Sicherheitsexperten ein.

Apple und Google haben das Potential von „Connected Car“ erkannt und bringen iOS sowie Android ins Armaturenbrett. Das Fahrzeug kommuniziert mit den Verkehrsleitsystemen, anderen Fahrzeugen und der Umwelt. Da es aber um Menschenleben geht, ist eine frühe Implementation von Sicherheitslösungen für den Erfolg von vernetzten Autos essenziell.

Über 80 Mikrocomputer verantworten in einem modernen Auto die Kommunikation zwischen Motorsteuergeräten, Getriebesteuerung, Bremshilfen und anderen Steuerungssystemen für eine reibungslose Funktionalität. Neben der internen Datenübertragung sind auch offene Kanäle zu externen Kommunikationspartnern verfügbar.

Über diese mittlerweile oft drahtlosen Kommunikationskanäle verbinden sich zum Beispiel Smartphones, Tablets und Wearables mit dem Infotainment-System im Fahrzeug. Dies birgt Angriffsmöglichkeiten, um an Daten und Informationen zu gelangen.

Die Angriffsszenarien

Um mit der Außenwelt in Verbindung zu stehen, greifen Fahrzeuge auf eine Vielzahl von Schnittstellen zurück: NFC, RFID, WiFi (802.11p), Bluetooth, etc. Sie bieten die Basis, mobile Geräte nahtlos in das Infotainment-System einzubinden – Bring your own Device (BYOD) einmal anders. Kritisch wird es, wenn Smartphone oder Tablet mit Schadsoftware infiziert sind und vom Auto bereitgestellte Daten an Fremde schicken.

Mit dem Einzug von Apples CarPlay (iOS) und Googles Android AUTO (Android) finden weitere potentielle Einfallstore ihren Weg in das Armaturenbrett vernetzter Fahrzeuge. Auch wenn die beiden Großkonzerne betonen, akribisch auf die Sicherheit zu achten, zeigt die Vergangenheit sowohl bei iOS als auch bei Android bedenkliche Sicherheitslücken.

Car2X: Mit der Außenwelt im Einklang

Der Daten- und Informationsaustausch bei vernetzten Fahrzeugen, sowie die Kommunikation zwischen Autos mit der Umgebung, ist eine fundamentale Funktion. Es ist der nächste evolutionäre Schritt zum autonomen Fahrzeug dar, wie wir ihn beim Infotainment-System und zuvor bei Car Hi-Fi gesehen haben.

Die Verbindung zwischen zwei Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller stellt derzeit aber ein Problem dar, da bisher einheitliche Standards für die Datenübertragungen fehlen und Eigenentwicklungen tendenziell stärker zu Fehlern neigen. Um eine marktübergreifende Lösung auszuarbeiten, führen deutsche Automobilhersteller Gespräche mit Industrieverantwortlichen und Anbietern von elektronischen Komponenten.

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