Netscout Threat Intelligence Report 1H 2026 Hochleistungs-DDoS-Angriffe nehmen um 1.286 Prozent zu

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Hochleistungs-DDoS-Angriffe nehmen rasant zu, doch auch kurze und verteilte Attacken können Dienste lahmlegen. Unternehmen sollten Netzwerke, Anwendungen und IPv6-Infrastrukturen umfassend absichern.

Da DDoS-for-Hire-Dienste Angriffe auch für Laien möglich machen und Residential Proxies schädlichen Verkehr als normale Nutzeranfragen tarnen, reicht der Blick auf einzelne IP-Adressen zur Abwehr laut Netscout nicht mehr aus.(Bild: ©  Bits and Splits - stock.adobe.com)
Da DDoS-for-Hire-Dienste Angriffe auch für Laien möglich machen und Residential Proxies schädlichen Verkehr als normale Nutzeranfragen tarnen, reicht der Blick auf einzelne IP-Adressen zur Abwehr laut Netscout nicht mehr aus.
(Bild: © Bits and Splits - stock.adobe.com)

Weltweit registrierte Netscout im Threat Intelligence Report für das erste Halbjahr 2026 mehr als 9,1 Millionen DDoS-Angriffe in 209 Ländern und Gebieten. Besonders stark stieg die Zahl der Attacken mit einer Leistung von mehr als einem Terabit pro Sekunde (Tbps) oder einer Milliarde Paketen pro Sekunde (Gpps): Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 nahm sie um 1.286 Prozent zu.

Leistungsstarke Angriffe stellen die Abwehr vor neue Herausforderungen

Weltweit entfielen im ersten Halbjahr 2026 rund 64 Prozent der beobachteten Attacken auf Direct-Path-Angriffe, ihr Anteil ist damit laut Netscout im dritten aufeinanderfolgenden Halbjahreszeitraum gestiegen.

Auch Carpet-Bombing-Angriffe nehmen zu. Ihr Anteil stieg von 3,97 Prozent auf 4,54 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Dadurch kann die Belastung auf einzelne Adressen unauffällig wirken, obwohl das Netzwerk insgesamt unter Druck gerät.

DDoS-for-Hire-Dienste senken die Einstiegshürden

Kommerzielle DDoS-for-Hire-Dienste erleichtern es auch Akteuren ohne umfangreiche technische Kenntnisse, Angriffe zu starten. Die Plattformen bieten standardisierte Benutzeroberflächen, vorkonfigurierte Angriffsmethoden und unterschiedliche Preismodelle. Teilweise gibt es sogar kostenlose Einstiegsangebote.

Auch kurze Attacken gewinnen an Bedeutung. Der Anteil der Angriffe mit einer Dauer von höchstens einer Minute hat sich seit dem zweiten Halbjahr 2023 verdoppelt (3,1 Prozent im ersten Halbjahr 2026). Solche kurzen, gezielten Angriffe können Verbindungstabellen, Anwendungs-Backends und DNS-Resolver belasten, ohne die verfügbare Netzwerkbandbreite vollständig auszuschöpfen. Damit können sie die Verfügbarkeit von Diensten gefährden, selbst wenn keine außergewöhnlich hohen Datenverkehrsmengen gemessen werden.

Residential Proxies erschweren die Erkennung

Residential-Proxy-Netzwerke leiten Datenverkehr über IP-Adressen aus privaten oder mobilen Netzwerken. Da diese Verbindungen wie gewöhnlicher Nutzerverkehr aussehen können, lässt sich schädliche Aktivität allein anhand ihrer Herkunft oft nur schwer erkennen. Teilweise werden Geräte ohne das Wissen ihrer Nutzer in solche Netzwerke eingebunden.

Netscout hat nach eigenen Angaben durch die Verknüpfung von Informationen zu Residential-Proxy-Netzwerken mit DDoS-Telemetriedaten Proxy-Quellen identifiziert, die an DDoS-Angriffen beteiligt waren. Das verdeutlicht, warum eine Analyse über einzelne IP-Adressen hinaus notwendig ist. Wenn zahlreiche unterschiedliche Quellen gleichzeitig dasselbe Ziel ansteuern oder vergleichbare Auffälligkeiten zeigen, kann dies auf einen koordinierten Angriff hindeuten.

IPv6-Schutz gewinnt an Bedeutung

Netscout registrierte erstmals einen IPv6-Angriff mit einer Leistung von mehr als einem Terabit pro Sekunde. Gleichzeitig nahm die aktive Abwehr von IPv6-Angriffen im Jahresvergleich um mehr als 300 Prozent zu, obwohl der Anteil von IPv6 an allen beobachteten Angriffen weit­gehend stabil blieb. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit eines umfassenden IPv6-Schutzes.

Was Unternehmen bei der DDoS-Abwehr beachten sollten

Die Ergebnisse zeigen, dass sich DDoS-Angriffe nicht allein an ihrer maximalen Leistung messen lassen. Auch verteilte Angriffsmuster, Residential Proxies und gezielte Überlastungen einzelner Systeme erschweren die Abwehr. Für Unternehmen und Netzbetreiber kommt es darauf an, Angriffe frühzeitig zu erkennen und sowohl Netzwerke als auch einzelne An­wendungen zu schützen. Reichen die Kapazitäten vor Ort nicht aus, können cloudbasierte Abwehrlösungen zusätzlichen Schutz bieten.

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