Stadt Nürnberg findet Hackerangriff „ärgerlich“ DDoS-Attacken legen vier städtische Webseiten lahm

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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In vier deutschen Großstädten legten am vergangenen Mittwoch DDoS-Attacken die städtischen Webseiten lahm. Die Städte Nürnberg und Bielefeld, haben sich zu den Vorfällen zumindest über Social Media gemeldet. Möglicherweise sind auch Stuttgart und Düsseldorf betroffen.

Die Internetauftritte der Städte Nürnberg und Bielefeld fielen am 9. Juli aus. Auch Stuttgart und Düsseldorf sind Falconfeeds zufolge Opfer von DDoS-Attacken geworden.(Bild: ©  Thomas Bethge - stock.adobe.com)
Die Internetauftritte der Städte Nürnberg und Bielefeld fielen am 9. Juli aus. Auch Stuttgart und Düsseldorf sind Falconfeeds zufolge Opfer von DDoS-Attacken geworden.
(Bild: © Thomas Bethge - stock.adobe.com)

Schon das zweite Mal in diesem Jahr hat die Stadt Nürnberg mit einem Cyberangriff zu kämpfen. Am Morgen des 9. Juli 2025 fielen auf einmal alle Online-Dienste der Stadt aus. Gegenüber dem BR sagte eine Sprecherin der Stadt, der Hackerangriff sei „ärgerlich“ gewesen. Denn die Webseite und die dortigen Kontaktformulare seien die wichtigsten Kommunikationsmittel für die Bürgerinnen und Bürger. Ab 15 Uhr seien die Systeme wieder einsatzfähig gewesen.

Zweiter DDoS-Angriff in zwei Monaten

Die Stadt Nürnberg informierte am 10. Juli über Instagram, dass die Webseiten wieder erreichbar sind.(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Die Stadt Nürnberg informierte am 10. Juli über Instagram, dass die Webseiten wieder erreichbar sind.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Doch es ist nicht das erste Mal, dass ein Cyberangriff die Stadt Nürnberg trifft. Bereits im April 2025 wurden die Server der bayerischen Stadt derart überlastet, dass ihre Webseiten nicht genutzt werden konnten. Heute wie auch damals hat die Stadt Anzeige gegen Unbekannt gestellt und die Cyber­crime-Abteilung der Nürnberger Polizei ermittelt. Zwar seien die Sicherheits­maß­nahmen nach dem ersten Vorfall im April erhöht worden, doch zu Beginn der zweiten Attacke im Juli noch nicht final umgesetzt gewesen. Während die Security-Experten der Stadt im April rund 24 Stunden benötigt hätten, um die Attacke abzuwehren, hätte es dieses Mal rund sieben Stunden gedauert. Zwar ist es erfreulich, dass die Wie­der­her­stel­lungs­maß­nahmen Erfolge zeigen, indem die Webseiten schneller als zuvor wieder funktionieren. Dennoch finden wir, sollte der zweite Cyberangriff in weniger als drei Monaten mehr als ein Ärgernis für die Stadt darstellen.

Auch Webseite der Stadt Bielefeld, angegriffen

Auch die Stadt Bielefeld gab via Instagram-Story Entwarnung.(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Auch die Stadt Bielefeld gab via Instagram-Story Entwarnung.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Nürnberg ist nicht die einzige Stadt, die am 9. Juli 2025 mit einer DDoS-Attacke zu kämpfen hatte. Auch die Stadt Bielefeld meldete über eine Story auf ihrem Instagram-Account, dass Cyberkriminelle die Webseite angegriffen haben. Auch Radio Bielefeld hatte berichtet, dass seit dem Mittwoch­nach­mittag seit 14 Uhr ein Hackerangriff auf die städtische Homepage abgelaufen sei. Um 18:30 Uhr sei die Homepage wieder erreichbar gewesen.

Hackergruppe „NoName“ könnte dahinter stecken

Beim Threat-Intelligence-Anbiter Falconfeeds hatten die Systeme am 9. Juli ebenfalls angeschlagen und den Cyberangriff auf die Stadt Bielefeld gemeldet. Dahinter stecke die Hackergruppe „NoName“. Neben Bielefeld seien auch Stuttgart und Düsseldorf angegriffen worden. Die Stadt Nürnberg wird von Falconfeeds zwar nicht genannt, doch da diese Webseite am selben Tag lahmgelegt wurde, könnte es naheliegen, dass auch hierfür NoName verantwortlich ist.

NoName ist eine prorussische Hacktivisten-Gruppe, die seit März 2022 aktiv ist. Sie ist bekannt für ihre politisch motivierten DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) auf Websites von Regierungen, Medien und Unternehmen, insbesondere in Ländern, die die Ukraine unterstützen. Das Analystenteam von Sentinelone hat sich die Hackergruppe genauer angesehen. Folgendes ist über NoName bekannt:

  • Auch bekannt unter den Namen: NoName057(16), NoName05716, 05716nnm oder Nnm05716
  • Herkunft: Russland
  • Ziele: Regierungen und Unternehmen kritische Infrastrukturen, vor allem aus Ländern, die die Ukraine unterstützen
  • Motivation: politisch motiviert, Störung wichtiger Websites für Länder, die den russischen Einmarsch in die Ukraine kritisieren
  • Mittel: DDoS-Attacken

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