Ivanti-Studie „State of Security Preparedness 2023“ Deutsche IT-Security nur Mittelmaß

Von Ira Zahorsky 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im internationalen Vergleich schneiden deutsche IT-Security-Abteilungen eher mittelmäßig ab, ergab die Ivanti-Studie „State of Security Preparedness 2023“. Dies liegt nicht daran, dass diese schlecht arbeiten würden. Doch wo hapert es dann?

Deutsche Security-Abteilungen müssen im Schwachstellenmanagement und der Supply-Chain-Sicherheit nachbessern.(Bild:  Nuthawut-stock.adobe.com)
Deutsche Security-Abteilungen müssen im Schwachstellenmanagement und der Supply-Chain-Sicherheit nachbessern.
(Bild: Nuthawut-stock.adobe.com)

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass deutsche Sicherheitsprofis nahezu jede Schwachstelle mit Priorität oder hoher Priorität schließen möchten. Eine solche Einstellung entspricht dem nachvollziehbaren Wunsch, möglichst viele potenzielle Einfallstore zu schließen. Das ist aber im Regelbetrieb einer IT-Abteilung mit den verfügbaren Ressourcen der Teams kaum noch realisierbar“, sagt Johannes Carl, Expert Manager Presales – UEM & Security bei Ivanti. Der Studie zufolge kümmert sich knapp die Hälfte der Verantwortlichen priorisiert um strategische Schwachstellen. Im Vergleich mit anderen Ländern sehen die deutschen Experten allerdings überproportional viele Schwachstellen als Priorität. „Deutlich effektiver ist es, diejenigen Verwundbarkeiten priorisiert zu schließen, von denen ein tatsächliches Risiko für das individuelle Unternehmen ausgeht“, rät Carl.

Die schiere Anzahl an offenen Schwachstellen macht es nahezu unmöglich, einen lückenlosen Schutzwall um ein Unternehmen zu ziehen.

Johannes Carl, Ivanti

Doch warum ist das Schwachstellenmanagement in deutschen Unternehmen weniger risikobasiert als in anderen Ländern? 40 Prozent der deutschen Befragten gaben in der Studie an, entweder keine spezifische Methode für die Priorisierung von Schwachstellen zu nutzen oder, wenn vorhanden, diese nicht gesondert dokumentiert ist. Es fehlen also Regeln für das risikobasierte Schwachstellenmanagement.

IT-Security ist keine Chefsache

Insgesamt ist der Reifegrad deutscher IT-Security-Abteilungen im internationalen und europäischen Vergleich niedriger. Knapp ein Fünftel (19 %) sieht das eigene Team auf höchstem Abwehrniveau. 30 Prozent sind es in anderen Ländern. Zwei Drittel (36 %) der deutschen Befragten befinden sich auf einem „Intermediate Level“. 45 Prozent schätzen ihr Abwehrniveau demnach als schwach ein.

Das mag damit zusammenhängen, dass Cybersecurity-Reifegradmodelle in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle spielen. Nur ein Drittel der Befragten arbeitet damit; weltweit nutzen zwei Drittel der Befragten diese Modelle. Doch die Güte der Methoden zur Evaluierung der Cyberprogramme können als Indikator dafür dienen, wie fundiert Programme aufgesetzt und durchgeführt werden.

Gut die Hälfte (54 %) der Security-Leiter deutscher Unternehmen hat nur einen moderaten Überblick über die eingesetzten Systeme und Lösungen. Nur 15 Prozent verfolgen die im Unternehmensnetz angemeldeten Nutzer, Geräte, Anwendungen und Dienste kontinuierlich.

Bewertung potenzieller Angriffsvektoren

Cyberattacken auf und über die Supply Chain nehmen zu. Allerdings sehen 40 Prozent der deutschen IT-Security-Experten darin nur ein moderates Risiko für ihr Unternehmen. Knapp die Hälfte (48 %) hält sich für „sehr gut vorbereitet“ auf solch einen Angriff. Die Supply-Chain-Partner zu einem obligatorischen Cybersecurity-Training zu verpflichten, sehen nur 57 Prozent der deutschen Befragten als sinnvoll an. Im Durchschnitt liegt der Wert bei 67 Prozent.

Über die Studie

Für die Studie „State of Security Preparedness 2023“ wurden im Oktober 2022 mehr als 6.500 Führungskräfte, Cybersecurity-Experten und Büroangestellte weltweit befragt. Das Ziel der Erhebung, die Ravn Research durchgeführt hat, ist die Wahrnehmung der IT-Professionals in den Unternehmen für die heutigen Sicherheitsbedrohungen zu verstehen und herauszufinden, wie sich Unternehmen auf noch unbekannte Bedrohungen in der Zukunft vorbereiten.
Die Zahlen für Deutschland wurden von Ivanti aus den entsprechenden Rohdaten generiert.

Download Studie

(ID:49410301)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung