GTS warnt vor Wirtschaftsspionage

Die Konkurrenz lauscht

24.04.2007 | Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Die Sicherheitsexperten der Gesellschaft für technische Sonderlösungen (GTS) warnen vor den immensen Gefahren, die auf Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft durch den bedenkenlosen Informationsaustausch über das Internet zukommen. Sensibilisierung tut ebenso Not, wie professionelle Gefahrenabwehr.

Es geht bei aktuellen Unternehmensrisiken aus dem Internet nicht nur um Hacker-Kampagnen, Spy- und Malware-Programme sowie Virenangriffe, sondern auch um professionelle Wirtschaftsspionage. Unternehmen verkennen oder unterschätzen laut der Gesellschaft für technische Sonderlösungen (GFS) noch immer diese Gefahr aus dem Web, obwohl es nie einfacher war, an vertrauliche und geheime Informationen zu kommen und Know-how auszuspionieren.

Deutsche Firmen sind in diesem globalen Wirtschaftskrieg meist die hilflosen Geschädigten, weil das Thema sowohl in den Management-Etagen als auch von der Politik zurückhaltend behandelt wird. Das Bewusstsein für ein modernes Risiko- und Sicherheitsmanagement fehlt bisher. Dagegen sind andere Staaten viel sensibler im Umgang mit ihren Informationen. Unternehmen arbeiten beispielsweise mit Sicherheitsbehörden zusammen, um die Risiken der Wirtschaftsspionage über das Internet möglichst zu minimieren.

Neue Technik – neue Gefahren

Gerade in Hinblick auf Entwicklungen wie Web 2.0 und dem Zusammenwachsen von bisher getrennten Internet-, Fest- und Mobilfunknetzen zu einer einheitlichen Übertragungsplattform auf Basis des IP-Protokolls wird die Sicherheitsproblematik immer dringlicher. Vereinheitlichung macht die Arbeit für Wirtschaftsspione noch einfacher. Interaktive Dienste und Techniken wie Weblogs, Foren oder Wikis geben dem Web-User mächtige Werkzeuge in die Hand, um vertrauliche Informationen leichtfertig öffentlich zugänglich zu machen.

„Die geschilderten Gefahren sind keine Zukunftsmusik, sondern bittere Realität“, erklärt Felix Juhl, Geschäftsführer der GTS. „Wir befinden uns bereits mitten im globalen Wirtschaftskrieg.“ Schon vor zwei Jahren hatte die GTS im Rahmen einer Delegationsreise des damaligen bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu nach China die Bundes- und die bayerische Landespolitik auf diese Problematik hingewiesen. „Boomende Wirtschaftsnationen wie China, Indien oder Russland spionieren mit hochprofessionellen Internettechniken das Wissen deutscher Unternehmen aus. Aber auch guten Nachbarn und langjährigen Handelspartnern sollte man nicht bedenkenlos trauen. Stattdessen sollte das Thema Spionageabwehr zukünftig auch in deutschen Unternehmen höchste Priorität genießen.“

„Bedrohungen nicht klein reden“

“Geradezu fahrlässig ist die Tatsache, dass besonders Unternehmen aus Schlüsselindustrien noch immer kein Bewusstsein für diese Art der Bedrohungen entwickeln und die Gefahr oft klein reden. Dementsprechend gering sind die von den Unternehmen eingeplanten IT-Budgets für ein leistungsfähiges Sicherheitskonzept gegen Wirtschaftsspionage“, ergänzt Juhl.

Alle sensiblen Bereiche eines Unternehmens seien zu identifizieren und durch adäquate Schutzmaßnahmen, insbesondere Verschlüsselung, abzusichern. Ergänzend zum Einsatz modernster IT-Sicherheitslösungen empfiehlt die GTS ihren Kunden weiterführende Maßnahmen hinsichtlich der integralen Sicherheit, also auch der Schulung von Geheimnisträgern im Umgang mit Informationen.

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