Anbieter zum Thema
Security-Insider: Wie helfen Identity-Lösungen der Zukunft gegen Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch und ganz allgemein beim Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern?
Andresen: Unsere Software kann in vielen Fällen Identitätsmissbrauch erkennen und unterbinden. Außerdem ist unser Unternehmen ein Treiber des UMA-Standards (User Managed Access). Mit ihm können in Zukunft Anwender ihre Identitäts-Daten bei allen Organisationen und Firmen, die den Standard unterstützen, kontrollieren und verwalten. Wir haben in diesem Zusammenhang das Open Source Projekt OpenUMA gestartet, innerhalb dessen Sie jetzt schon UMA Funktionalitäten ausprobieren können.
Security-Insider: Wie können staatliche Stellen Online-Dienste für Millionen von Bürgern bereitstellen und diese Identitäten sicher verwalten?
Andresen: Ein gutes Beispiel ist hier Norwegen: Dort gibt es einen einheitlichen, sicheren Zugriff über ein Portal zu über 300 Dienstleistungen – und das obwohl, diese Dienstleistungen von lokalen, regionalen und nationalen Behörden erbracht werden.
Die unterschiedlichsten Behörden können sich einfach in die zentralisierte Umgebung für das Identitätsmanagement einklinken und dann sehr effizient und bürgerfreundlich den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen ermöglichen. Die Umgebung in Norwegen kann mehr als eine Million Zugriffe pro Tag ohne Leistungseinbußen managen. Und man muss sich das übrigens nicht so vorstellen, als würde es für das Identitätsmanagement riesige neue Rechenzentren brauchen.
Security-Insider: Welche neuartigen Angebote werden möglich, wenn Unternehmen Kundenidentitäten auch in hoher Zahl im Griff haben?
Andresen: Zahllose Organisationen wollen on- und offline personalisierte Dienstleistungen und Produkte anbieten. Sie wollen IT-Megatrends wie Internet of Things, Cloud Computing und Mobility aufgreifen und für ihre Ziele nutzen. Und sie scheitern regelmäßig an Fragen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes. Dass diese Fragen sich nun durch eine Standard-Methode in den Griff bekommen lassen, vereinfacht und beschleunigt die Einführung solcher Produkte.
Denken Sie zum Beispiel an Smart Meters in der Energieversorgung oder Wearable Devices im Gesundheitsbereich. Auch Software-as-a-Service-Angebote oder Apps für Smartphones können neue Themenfelder und eine ganz persönliche Unterstützung des Users bieten, wenn ganz klar ist, dass nur Berechtigte sich einloggen können und dass klar geregelt ist, was sie sehen und tun dürfen.
* Lasse Andresen ist CTO und Mitbegründer von ForgeRock. Fast sieben Jahre lang, bis zum Kauf durch Oracle, war Andresen bei Sun Microsystems als Chief Technology Officer Central & Northern Europe tätig. Schon in dieser Rolle begann er, das Identity and Access Management (IAM), mit dem Unternehmen Zugangsrechte im internen Netzwerk organisieren, weiterzuentwickeln und auf eine hochskalierbare, kundenfähige und unternehmensüberschreitende Ebene zu heben.
(ID:43494408)