Zwei Säulen für eine integrierte Datensicherheitsstrategie Warum DSPM und DLP untrennbar geworden sind

Ein Gastbeitrag von Mathias Widler 5 min Lesedauer

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Datensicherheit braucht heute mehr als punktuelle Schutzmaßnahmen. Erst das Zusammenspiel von Data Security Posture Management (DSPM) und Data Loss Prevention (DLP) schafft ganzheitliche Kontrolle über sensible Informationen. Gemeinsam sichern sie Daten im Ruhezustand und in Bewegung und bilden das Fundament moderner Datenschutzarchitekturen.

DSPM und DLP ergänzen sich zu einer integrierten Sicherheitsarchitektur, die Daten ganzheitlich schützt und Compliance-Anforderungen erfüllt.(Bild: ©  GG Kenji - stock.adobe.com)
DSPM und DLP ergänzen sich zu einer integrierten Sicherheitsarchitektur, die Daten ganzheitlich schützt und Compliance-Anforderungen erfüllt.
(Bild: © GG Kenji - stock.adobe.com)

IT-Sicherheitsverantwortliche stehen vor der Herausforderung, Unternehmensdaten als wertvolles Asset zu schützen und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben, Compliance-Anforderungen einzuhalten sowie sich ständig weiterentwickelnde Cyberbedrohungen abzuwehren. Oftmals basieren Datensicherheitsstrategien von Unternehmen jedoch auf isolierten Tools und reaktiven Maßnahmen. Dies kann zu kritischen Schwachstellen führen. Heute wissen wir, dass Data Security Posture Management (DSPM) und Data Loss Prevention (DLP) nicht länger optional sind, sondern beide wesentliche, sich ergänzende Eckpfeiler einer modernen, risikobewussten Datensicherheitsstrategie darstellen. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für einen umfassenden Ansatz, der nicht nur den Schutz von Daten gewährleistet, sondern Unternehmen auch eine führende Position in der heutigen datengesteuerten Wirtschaft ermöglicht.

Gemeinsam stark – DSPM und DLP

DSPM und DLP bilden eine perfekte Synergie, die weit über die Fähigkeiten jeder einzelnen Lösung hinausgeht. Man kann es sich so vorstellen: DSPM ist der "Detektiv" und der "Architekt" für Daten, während DLP der "Vollstrecker" und "Wächter" ist. Beide ergänzen und bedingen sich gegenseitig. Eines ohne das andere ist vergleichbar mit dem Verschließen der Haustür, während die Fenster offenbleiben. Wie ein Detektiv für Datensicherheit agiert DSPM. Es identifiziert präzise den Speicherort sensibler Daten, bewertet deren Risiken und garantiert deren sichere Ablage. Dabei arbeitet DSPM im Kern von Cloud-, Hybrid- und On-Premise-Umgebungen, deckt Schwachstellen auf und richtet Sicherheitskonfigurationen an Compliance-Standards aus. Der Fokus von DSPM liegt auf ruhenden Daten. Es stellt sicher, dass deren Standort und Sicherung bekannt sind, bevor externe Anfragen oder Prüfungen erfolgen.

Dagegen übernimmt DLP die Rolle des Vollstreckers. Es konzentriert sich auf Daten in Bewegung und schützt sensible Informationen, die sich zwischen Systemen bewegen oder von Usern abgerufen werden. Risikobehaftete Verhaltensweisen, wie das Hochladen vertraulicher Dateien in nicht autorisierte Anwendungen oder die versehentliche externe Weitergabe werden durch DLP überwacht. Zudem ergreift es sofortige Maßnahmen, um Lecks zu blockieren und zu verhindern.

Gemeinsam ermöglichen sie einen umfassenden, proaktiven und reaktiven Schutz sensibler Unternehmensdaten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg: wie auf sie zugegriffen wird und wohin sie sich bewegen. Ihre Ergänzung bringt folgende Vorteile:

  • 1. DSPM legt das Fundament: DSPM ist der Ausgangspunkt. Ohne Kenntnis der sensiblen Daten, deren Speicherort, deren Ablageform oder bestehender Schwachstellen, agiert eine DLP-Strategie im Blindflug. DSPM identifiziert die kritischen Bereiche, die DLP schützen muss, wodurch die Maßnahmen gezielt und effektiv werden.
  • 2. DLP bietet sofortigen Schutz: Während DSPM Daten findet und Risiken abbildet, bietet DLP Echtzeitschutz. Sie setzt Richtlinien durch und fängt sämtliche Bedrohungen ab, sobald sie auftreten. DLP nutzt die von DSPM bereitgestellten Erkenntnisse und reagiert darauf, um eine nahtlose Verteidigungslinie zu schaffen.
  • 3. Abdeckung des gesamten Datenlebenszyklus: Sicherheit bedeutet, Daten sowohl im Ruhezustand zu schützen als auch Sicherheitsverletzungen während der Übertragung aufzuspüren. DSPM gewährleistet die Sicherheit ruhender Daten, während DLP diese aktiv überwacht und schützt. Dieser ganzheitliche Ansatz eliminiert Lücken und sorgt für kontinuierlichen Schutz, unabhängig vom Datenfluss.

Teamwork für erfolgreichen Datenschutz

Die Abhängigkeit der detektivischen Fähigkeiten von DSPM und der Durchsetzungsbefugnisse von DLP unterstreicht die Notwendigkeit einer nahtlosen Integration. Sind DSPM und DLP integriert, bilden sie eine leistungsstarke Datenschutzplattform, die umfassende Transparenz, Echtzeitschutz und ein kontinuierliches Compliance- und Sicherheitsstatusmanagement bietet:

  • Sichtbarkeit und Entdeckung (DSPM): DSPM bietet einen vollständigen Einblick in sensible Daten, klassifiziert Informationen in strukturierten und unstrukturierten Formaten und erstellt eine Risiko-Roadmap. Diese Transparenz macht DLP strategischer und fokussiert Ressourcen auf hochwertige Daten.
  • Echtzeit-Durchsetzung (DLP): DLP nutzt die Erkenntnisse von DSPM und wendet präzisen Schutz in Echtzeit an. Durch die Integration mit DSPM wird sichergestellt, dass DLP über den notwendigen Kontext für effektives Erkennen und Reagieren verfügt. Wenn DSPM beispielsweise eine kritische Datenbank mit schwachen Zugriffskontrollen kennzeichnet, kann DLP Einschränkungen durchsetzen und Datenexfiltration oder Missbrauch verhindern. Ein weiterer Vorteil der Integration ist die Verhinderung lateraler Bewegungen, da Angreifer, die sensible Operationen durchführen möchten, ohne DSPM eher unentdeckt bleiben könnten. Auch die Echtzeit-Datenmaskierung verläuft nahtlos, da die Erkenntnisse von DSPM genauestens darüber Aufschluss geben, was geschützt werden muss. Dies minimiert Vorfälle wie Exfiltration durch schnelle Eindämmung.
  • Verbesserte Incident Response mit exaktem Datenabgleich: Basierend auf den von DSPM gelieferten, detaillierten Einblicken in ruhende, sensible Unternehmensdaten, kann DLP diese Informationen für verbesserte Incident-Response-Funktionen nutzen. Durch die Erstellung eines umfassenden Profils kritischer Ressourcen und deren Risiken wird die Erkennungs-Engine so informiert, dass sie bestimmte Datenmuster, Anomalien oder Kompromittierungsindikatoren (IOCs) identifiziert. Dies ermöglicht eine direkte Korrelation exakter Übereinstimmungen zwischen Daten in Bewegung und Daten im Ruhezustand, reduziert Fehlalarme und gewährleistet eine zeitnahe und effektive Reaktion auf Vorfälle. Die Verknüpfung der Erkenntnisse von DSPM über ruhende Daten mit den Erkennungsfunktionen von DLP führt zu einer genaueren und effektiveren Bedrohungserkennung. Durch den Abgleich der tatsächlichen Daten während der Übertragung mit einem Profil sensibler Assets kann DLP Bedrohungen mit hoher Zuverlässigkeit schnell identifizieren und präzise Reaktionen einleiten, um Schäden zu minimieren.
  • Kontinuierliche Compliance und stabile Sicherheitslage: Bei regulatorischen Anforderungen wie DSGVO, oder EU AI Act geht es nicht nur um die Erfüllung von Vorschriften, sondern auch um den Schutz des Vertrauens. DSPM gewährleistet die Einhaltung, indem es sensible Daten kontinuierlich überwacht und klassifiziert, während DLP Datenlecks und -missbrauch verhindert und so Rechts- und Reputationsrisiken reduziert.

Datensicherheitsstrategie bewerten

Datensicherheit ist kein statischer Zustand, sondern dynamisch, entwickelt sich ständig weiter und wird kontinuierlich von Angreifern herausgefordert. Die Aufgabe von IT-Sicherheits­verantwortlichen besteht nicht nur darin, Sicherheitsverletzungen zu verhindern, sondern ihnen stets einen Schritt voraus zu sein. Dies erfordert Tools, die zusammenarbeiten und nicht isoliert agieren. Eine Unified Data Security Plattform, die DSPM und DLP integriert, ermöglicht eine zentrale Sicht und einheitliche Richtliniendurchsetzung über alle Datenzustände und -kanäle hinweg. Ohne DSPM wäre DLP weniger präzise und möglicherweise ineffizient; ohne DLP wären die Erkenntnisse von DSPM nicht direkt in Echtzeit durchsetzbar. Beide zusammen sind der Schlüssel zu einem robusten und adaptiven Datenschutz. Fehlt eines, bleiben Lücken, die Angreifer ausnutzen könnten. Bei der Bewertung einer Daten­sicherheits­strategie sollte die Frage gestellt werden: Wird ein System aufgebaut, das den gesamten Datenlebenszyklus abdeckt? Ist dies nicht der Fall, ist eine Neuausrichtung erforderlich. DSPM und DLP sind nicht nur zusammen besser, sie sind zusammen notwendig.

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Über den Autor: Mathias Widler leitet als Vice President Central & Eastern Europe die Vertriebs- und Außendienst Teams in den schnell expandierenden Märkten bei Netskope. Widler verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Sicherheits- und Netzwerkvertrieb.

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