Unternehmen investieren stark in Cloud-Sicherheit. Doch Umfragen ergeben, dass es nur selten zu Attacken auf die Cloud kommt und die Abwehr häufig erfolgreich ist. Scheinbar ist der Bedarf an zusätzlicher Sicherheit für die Cloud niedriger als gedacht, so könnte man meinen. Diese Schlussfolgerung wäre jedoch riskant.
Nicht alle Cloud-Vorfälle führen gleich zu Betriebsstörungen und viele Cloud-Attacken werden gar nicht erkannt und somit auch nicht abgewehrt.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Viel Cloud, wenig Gefahr?
Laut Cloud-Report 2024 des IT-Branchenverbands Bitkom nutzen 81 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing, weitere 14 Prozent planen dies oder diskutieren darüber, für gerade einmal fünf Prozent ist die Cloud kein Thema. Dabei wollen die Unternehmen die Cloud künftig noch intensiver nutzen als heute.
Ein Grund, warum es immer noch Unternehmen gibt, die bei Cloud-Diensten zögern, liegt bekanntlich in den Herausforderungen, die in Datenschutz und Sicherheit gesehen werden. So nennen 64 Prozent der Befragten die Sorge vor unberechtigtem Zugriff auf sensible Daten als Cloud-Hemmnis.
Um die Vorteile der Cloud für sich nutzen zu können, müssen die Unternehmen also mehr für die Cloud-Sicherheit tun, denn im Sinne der geteilten Verantwortung ist es bekanntlich nicht alleine der Cloud-Provider, der für die notwendige Security sorgen muss.
Hohe Investitionen, kaum Bedarf?
Das Analystenhaus Gartner prognostiziert, dass die Ausgaben für Cloud-Sicherheit in 2024 um 24 Prozent steigen werden. Cloud Security ist damit das am stärksten wachsende Segment des globalen Marktes für Sicherheit und Risikomanagement, so das Analystenhaus.
Da mag es überraschen, wenn der Digitalverband Bitkom meldet, dass nur die Hälfte der Cloud-Nutzer von Angriffen betroffen ist, ein Drittel kann demnach die Angriffe abwehren, und nur sechs Prozent berichten von Störungen des Betriebs. Wie ist das zu verstehen? Besteht doch kein Bedarf für weitere Investitionen in Cloud-Sicherheit?
Der Digitalverband Bitkom liefert selbst eine der Erklärungen für die geringe Zahl erfolgreicher Cloud-Attacken: „Cloud-Anbieter beschäftigen hoch spezialisierte Expertinnen und Experten, um ihre Dienste zu schützen und immer auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung zu halten. Das können viele IT-Abteilungen vor allem in kleineren und mittelständischen Unternehmen nicht leisten“, so Lukas Klingholz, Cloud-Experte beim Bitkom. „Die Cloud bietet jedem Unternehmen die Chance, seine IT-Sicherheit auf Top-Niveau zu bringen.“
Was aber ist mit der Security, für die die Cloud-Anwenderunternehmen selbst verantwortlich sind? Das Prinzip der geteilten Verantwortung darf auch hier nicht vergessen werden. Hier gibt es verschiedene Antworten: Zum einen beziehen viele Unternehmen Cybersicherheit aus der Cloud, erhalten also letztlich Unterstützung für ihre Security-Aufgaben aus der Cloud. Wenn die Zahl der erfolgreichen Angriffe auf die Cloud eher gering erscheint, dann kann dies unter anderem an den Security-Services liegen, die die Unternehmen aus der Cloud beziehen, also Security aus der Cloud für die Cloud. Laut Bitkom-Umfrage wollen 64 Prozent der Unternehmen in fünf Jahren Sicherheitslösungen aus der Cloud beziehen, ein Zuwachs um 16 Prozentpunkte.
Doch es gibt weitere Faktoren, die bei der Bewertung der geringen Attacken auf die Cloud berücksichtigt werden sollten, die also Cloud-Sicherheit als Herausforderung belegen und die die hohen Investitionen begründen.
Nicht vergessen: Digitale Attacken werden vermehrt die Cloud treffen
Es ist immer wichtig, Umfragen und Studien in einen Zusammenhang zu bringen, damit voreilige Schlüsse und Missverständnisse vermieden werden können. So berichtet Bitkom an anderer Stelle über den Wirtschaftsschutz 2024: Eine besondere Gefahr für die Wirtschaft bilden demnach Cyberangriffe. So sehen sich inzwischen zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen durch Cyberattacken in ihrer Existenz bedroht, vor einem Jahr waren es noch 52 Prozent, 2021 sogar erst neun Prozent. Zugleich glaubt nur die Hälfte (53 Prozent), dass ihr Unternehmen sehr gut auf Cyberangriffe vorbereitet ist.
Die Bedenken der Unternehmen sind verständlich: So waren 74 Prozent der Unternehmen von digitalem Ausspähen von Geschäftsdaten betroffen oder vermutlich betroffen, ein Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dabei berichten die von Datendiebstahl betroffenen Unternehmen deutlich häufiger, dass Kundendaten (62 Prozent, plus 6 Prozentpunkte), Zugangsdaten oder Passwörter (35 Prozent, plus 12 Prozentpunkte) sowie geistiges Eigentum wie Patente und Informationen aus Forschung und Entwicklung (26 Prozent, plus 9 Prozentpunkte) entwendet wurden. Am häufigsten sind weiterhin auch allgemeine Kommunikationsdaten wie E-Mails betroffen (63 Prozent, plus 1 Prozentpunkt).
Nun lohnt sich ein erneuter Blick auf den Cloud-Report 2024 von Bitkom: Fragt man die Unternehmen, was in den kommenden fünf Jahren für sie interessant sein könnte, gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen mit großem Wachstumspotenzial. Die meisten wollen E-Mail aus der Cloud nutzen (80 Prozent, plus 13 Prozentpunkte). Wenn aber E-Mail-Daten im Fokus der Angriffe stehen und die E-Mail-Dienste zunehmend aus der Cloud bezogen werden, sind offensichtlich diese Cloud-Dienste im Fadenkreuz der Cyberkriminellen.
Stand: 08.12.2025
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Ein weiteres Problem: Viele Cloud-Angriffe bleiben noch unerkannt
Es spricht aber noch etwas für die Investitionen in die Cloud-Sicherheit: Nicht alle Cloud-Vorfälle machen sich als Betriebsstörung bemerkbar, zudem besteht immer die Gefahr, dass Cloud-Attacken nicht erkannt werden, und ohne Erkennung kann es auch keine Abwehr von Cloud-Angriffen geben.
Wirkliche Cloud Detection and Response (CDR) ist nicht so weit verbreitet, wie man es denken könnte, denn die meisten Detection and Response Projekte drehen sich immer noch um die Endpoints. Damit zeigt sich, dass Unternehmen die gemeldeten, geringen Cloud-Angriffe eher als Warnung auffassen sollten, denn bei steigender Cloud-Nutzung werden auch die Angriffe zunehmen, die aber auch erkannt werden müssen, was gegenwärtig wohl nicht der Fall ist.
Wenn also eine Umfrage erklärt, es gibt wenige Attacken auf die Cloud, spiegelt das die Schwierigkeiten wider, die vielfältigen Angriffe auf die Cloud zu erkennen, denn die Cloud führt zu einer erhöhten Angriffsfläche, das muss mit einem Plus an Cloud-Sicherheit beantwortet werden, passend zum aktuellen Bedarf und Risiko.