In einer Welt, in der Software das Innovationstempo bestimmt, müssen Unternehmen auch ihre internen Prozesse agiler und transparenter machen. Wie Value-Stream-Management dabei hilft, DevSecOps effizienter aufzustellen, beleuchtet dieser Artikel.
Wer die Ergebnisse einer Wertstromanalyse richtig deutet und nutzt, kann eine schlanke DevOps-Toolchain konfigurieren.
Software-Entwicklung, Security und Deployment: Unternehmen müssen heutzutage in allen drei Bereichen Experten sein, sonst werden sie von denjenigen verdrängt, die es sind. In der derzeitigen wirtschaftlichen Lage müssen sie zudem im Zuge ihrer digitalen Transformation Kosten senken, effizienter werden und mit weniger mehr erreichen.
Value-Stream-Management kann die Antwort auf diese Herausforderungen sein. Entwickler können damit die Zeit bis zur Markteinführung verkürzen, Hindernisse wie Übergaben und unterbrochene Feedback-Schleifen überwinden und die Transparenz im gesamten Unternehmen verbessern.
Ziele der Transformation: Die vier typischen Ergebnisse
Vergangenes Jahr habe ich an mehr als zehn Roundtable-Diskussionen mit Führungskräften teilgenommen, mit unzähligen Kunden aus der ganzen Welt gesprochen und Anregungen von Organisationen wie dem DevOps Institute und dem Value Stream Management Consortium erhalten.
Bei meinen Gesprächen über die Transformationsziele mit Branchenführern hat sich klar gezeigt: Sie haben erkannt, dass ihr Unternehmen nicht nur ein Softwareunternehmen, sondern auch extrem leistungsfähig sein muss.
Klar ist, dass es alles andere als trivial ist, die Geschäftsziele mit der IT-Arbeit in Einklang zu bringen, die Softwarebereitstellung zu beschleunigen und die Softwarequalität zu verbessern. Unternehmen können aber vier wichtige Grundprinzipien befolgen, um ihre digitale Transformation voranzutreiben und gleichzeitig mit weniger Ressourcen einen höheren Geschäftswert zu schaffen.
1. Entwickler produktiver machen: Erstens geht es darum, die Erfahrung der Entwickler zu verbessern, damit sie technische Talente rekrutieren und binden können, und zweitens die Produktivität der Entwickler zu verbessern, damit sie schneller bessere Software liefern.
2. Produktivität und Effizienz messen: Um die betriebliche Effizienz zu steigern, gilt es, die Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus der Softwareentwicklung exakter zu messen.
3. Die Software-Lieferkette sichern: Dies verringert Security- und Compliance-Risiken.
4. Die Cloud-Migration beschleunigen: Die Cloud-Migration kann mit den richtigen Kontrollmechanismen sichergestellt werden, um so die Risiken zu minimieren.
Sind diese Grundprinzipien umgesetzt, geht es im nächsten Schritt auf dem Weg zu einer leistungsfähigen Softwarefabrik um das Thema Messung, also die Überprüfung der Value Streams. Zunächst werden dafür die drei Säulen der empirischen Prozesskontrolle angewendet: Transparenz, Inspektion und Anpassung und die messenden Metriken identifiziert.
Arten von Value-Stream-Metriken
Es gibt zwei Arten von Metriken im Value Stream Management: Ablauf (flow) und Umsetzung (realization).
Value-Flow-Metriken definieren, wie Software ausgeliefert wird, von der Idee bis zur Realisierung. Zu den Flow-Metriken gehören auch die DORA-Metriken, einschließlich der Deployment-Häufigkeit, der Vorlaufzeit für Änderungen, der Zeit bis zur Wiederherstellung des Dienstes und der Fehlerquote bei Änderungen. DORA-Kennzahlen bieten ein quantitatives Maß für die Leistung.
Diese Kennzahlen vermitteln einen ganzheitlichen Überblick über die Value-Stream-Effizienz, wenn sie zusammen mit Kennzahlen wie Vorlaufzeit für Problemlösungen, Cycle-Time, neue Probleme und Deployments analysiert werden. Es ist wichtig, diese Kennzahlen intelligent und kombiniert zu verwenden, um die tieferliegenden Probleme bei der Bereitstellung des Wertstroms zu erkennen.
Value-Realization-Metriken sind Messgrößen für das, was geliefert wurde. Dazu gehören Kennzahlen wie Umsatz, Absatz und Gewinnspanne. Allerdings basieren nicht alle Kennzahlen zur Wertrealisierung auf monetären Aspekten. Net Promoter Scores und Customer Journey Time können ebenso wichtige Indikatoren für die Umsetzung sein.
Diese nachlaufenden Messgrößen geben Aufschluss darüber, welche Leistung ein Unternehmen in der Vergangenheit erbracht hat. Führende Metriken wie „Visitor“, „Reviews“ und „Conversation Rates“ können jedoch einen besseren Hinweis auf die zukünftige Leistung geben.
Wie und wann Wertströme inspiziert werden sollen
Das Value Stream Management Consortium hat eine Roadmap entwickelt, die einen Ausgangspunkt für diese Diskussion darstellt. Der Umsetzungsfahrplan besteht aus neun Stufen: Starten > Bewerten > Vision > Identifizieren > Organisieren > Abbilden > Verbinden > Untersuchen > Anpassen.
Am Anfang der Roadmap steht die Definition der Vision. Dies ist ein wichtiger erster Schritt für Überprüfungen, da er die Parameter für die Überprüfung festlegt. Wenn die Vision des Unternehmens beispielsweise darin besteht, als Erster mit neuen Produkten auf den Markt zu kommen, dann ist die Liefergeschwindigkeit von zentraler Bedeutung.
Wenn jedoch Kundenzufriedenheit und Service-Zuverlässigkeit die wichtigsten Elemente sind, dann stehen Qualitätskennzahlen ganz oben auf der Liste. Die Vision oder das Leitbild, das im Zuge der Visionsfindung entwickelt wird, sollte von den angestrebten Geschäftsergebnissen bestimmt werden.
Stand: 08.12.2025
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Wichtig für den Umsetzungsfahrplan ist es anschließend, die Reihenfolge der drei wichtigsten Elemente festzulegen.
In den Phasen „Identifizieren und Organisieren“ geht es um die Menschen. Beim „Mapping“ geht es darum, die richtigen Leute in einem schlanken und effizienten Prozess zusammenzubringen. Und beim „Verbinden“ geht es dann darum, bestimmte Technologien zu ermöglichen. Diese sollen den schlanken Prozess automatisieren und die Abläufe für die Mitarbeiter vereinfachen, die kognitive Belastung verringern, Qualität und Sicherheit verbessern und für eine schnellere Bereitstellung von Werten sorgen.
Wenn die Mitarbeiter, Prozesse und Technologien zur Unterstützung der Vision bereitstehen, können Wertströme kontinuierlich und in Echtzeit überprüft und angepasst werden, um sie zu optimieren. Diese Roadmap stellt sicher, dass die Mitarbeiter so mit der Technologie vertraut sind, dass sie sie effektiv nutzen können.
Der menschliche Aspekt in der Phase „Identifizieren und Organisieren“ sollte visuell in einer Value-Stream-Referenzarchitektur dargestellt werden. Anschließend spielt eine Ermittlung des Value Streams eine entscheidende Rolle bei der Zuordnung dieser Personen und Teams zu einem Workflow, der strategisch so konzipiert ist, dass sowohl die Entwickler- als auch die Benutzererfahrung verbessert wird. Und schließlich wird diese Entwicklererfahrung mit der DevOps-Toolchain ermöglicht, die über eine DevSecOps-Plattform verbunden ist.
Ein Plattform-Ansatz
Mit einem Plattformansatz kann der gesamte Lebenszyklus der Softwareentwicklung in einer einzigen Anwendung zusammengeführt werden. Ein solcher Ansatz unterstützt eine am Value Stream ausgerichtete Denkweise, die die Zeit von der Idee bis zum Nutzen seitens des Kunden verkürzt und ein leistungsstarkes Schwungrad für die Datenerfassung und -aggregation schafft.
Ein Value-Stream-Plattform-Ansatz schafft Transparenz über Personas und Produkte hinweg. So können Unternehmen Verbesserungen und Zykluszeiten messen, wobei der Plattformansatz für eine Vereinheitlichung sorgt, die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft.
Eine Gartner-Studie mit dem Titel „Market Guide for DevOps Value Stream Delivery Platforms“ hebt hervor, dass Value-Stream-Delivery-Plattformen vollständig integrierte Funktionen für die kontinuierliche Bereitstellung von Software bieten. Diese Funktionen können Planung, Versionskontrolle, kontinuierliche Integration, Testautomatisierung, Release-Orchestrierung, Continuous Delivery und Rollback-Überwachung, Security-Tests und die Analyse von Value-Streams-Metriken umfassen. Value-Stream-Delivery-Plattformen lassen sich mit Tools zur Automatisierung der Infrastruktur und der Einhaltung von Richtlinien integrieren, um die Bereitstellung der Infrastruktur und die Durchsetzung von Richtlinien zu automatisieren.
Value Stream Discovery
Metriken und Kontrollen werden mit der Value-Stream-Discovery kombiniert, die den aktuellen und den gewünschten zukünftigen Zustand eines Unternehmens in Bezug auf den technologischen Value Stream untersucht. Es geht also um die Zeit und die Ressourcen, der benötigt werden, um von der Idee und den Anforderungen zur Bereitstellung und zum Kundennutzen zu gelangen.
Mit der Bewertung wird auch eine Grundlage für die Messung des Leistungsfortschritts bei der Softwarebereitstellung definiert. Zudem werden Messpunkte im Prozess identifiziert, die keinen Mehrwert für den Kunden oder das Unternehmen bringen. Die Nutzung der Ergebnisse einer Wertstromanalyse erleichtert die Konfiguration einer schlanken DevOps-Toolchain.
Es ist dringend empfohlen, eine einheitliche Plattform einzuführen, die darauf ausgerichtet ist, den angestrebten zukünftigen Zustand zu erreichen, um sowohl den Bedürfnissen der Nutzer und Entwickler als auch den Ergebnissen für die Kunden gerecht wird. Dieser Ansatz fördert nicht nur die Transparenz, die für wirksame Kontrollen unerlässlich ist, sondern unterstreicht, wie wichtig Metriken zur Bewertung und zum Verständnis der aktuellen Situation sind. Value Stream Discovery erweist sich als zentrales Werkzeug, um Prozesse, Personas, Tools, Interaktionen und Messungen in einer einzigen Ansicht abzubilden.
Software bestimmt das Innovationstempo
Beim Betrachten der Gründe für die Untersuchung von Value Streams wird deutlich, dass Transparenz der Schlüssel zum Verständnis dessen ist, wie wir liefern und was wir liefern. In einer sich schnell entwickelnden digitalen Landschaft, in der Software das Innovationstempo bestimmt, müssen sich Unternehmen bei der Entwicklung, Sicherung und Bereitstellung von Software mit ihrer Performance von Mitbewerbern abheben.
* Über den Autor Stephen Walters , Field CTO bei GitLab, ist ein Experte in den Bereichen Value Stream Management, DevSecOps, ITIL, SDLC und Agile. Er sammelte seit 1992 Management- und Beratungserfahrung in allen IT-Disziplinen und verfügt über Zertifizierungen in Value Stream Management, DevOps, SAFe, CMMI, ITIL, TOGAF und Prince2. Als „Ambassador“ für das DevOps Institute und Influencer beim Value Stream Management Consortium hält Stephen Walters Keynotes auf Konferenzen und Webcasts. Vor Kurzem verfasste er als Co-Autor ein Papier über die Value-Stream-Reference-Architektur mit.