World Backup Day 2026: Cyber-Resilienz beginnt mit Backup

Ein Rahmenwerk für messbare Wiederherstellung

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Daten klassifizieren und RPO/RTO-Ziele zuordnen

Eine effektive Strategie startet mit der Klassifizierung: Ein Tier-basiertes Modell sorgt dafür, dass Ressourcen zum Schutz korrekt zugewiesen werden.

Tier 1 – kritische Produktionssysteme

  • Beispiele: ERP, Zahlungsplattformen, Kundendatenbanken,
  • RPO: Minuten,
  • RTO: < eine Stunde.

Tier 2 – wichtige Geschäftsanwendungen

  • Beispiele: Applikationsserver, VDI, E-Mail-Plattformen,
  • RPO: Stunden,
  • RTO: innerhalb eines Geschäftstags.

Tier 3 – Fachbereichs-Daten, Daten zur Kollaboration

  • Beispiele: File-Shares, Collaboration-Repositorys,
  • RPO: täglich,
  • RTO: mehrere Tage.

Tier 4 – Langzeitarchive

  • Beispiele: Compliance-Daten, abgeschlossene Projekte,
  • RPO: Tage oder länger,
  • RTO: Tage bis Wochen.

Sicherungsfrequenz, Aufbewahrungsfristen und Restore-Infrastruktur müssen an diese Tiers individuell angepasst werden. Eine Gleichbehandlung aller Daten führt in der Regel zu höheren Kosten bei geringerer Leistung zur Wiederherstellung.

Bei sehr großen Datenvolumen in Langzeitarchiven stößt die traditionelle Vorgehensweise der Datensicherung und -wiederherstellung zunehmend an technische wie auch wirtschaftliche Grenzen. Vor diesem Hintergrund ist ein Umdenken hinsichtlich der Absicherung dieser Daten erforderlich. Die enorme Datenmenge führt dazu, dass vollständige Sicherungen und insbesondere eine zeitnahe Wiederherstellung oftmals nur noch mit erheblichem Aufwand oder gar nicht mehr möglich sind. Stattdessen rücken zunehmend Schutzmaßnahmen, die auf der Architektur basieren, in den Fokus. Zu nennen wären hier beispielsweise Objektspeicher-Plattformen mit revisionssicheren Funktionen, die Datenstände unveränderlich vorhalten, sowie standortübergreifende Redundanzverfahren wie Erasure-Coding, mit denen sich Ausfälle gezielt absichern lassen.

In solchen Architekturen wird der Schutz der Daten primär durch die inhärente Resilienz der zugrunde liegenden Speicherplattform gewährleistet. Die Einschätzung hängt selbstverständlich immer vom Einzelfall ab, aber für diese Datenklassen erweisen sich klassische Sicherungs- und Wiederherstellungsprozesse häufig als weder erforderlich noch praktikabel.

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