Sorge vor Konsequenzen Mitarbeitende haben Angst, Vorfälle zu melden

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Sieben von zehn IT-Verantwortlichen in der DACH-Region erwägen die Entlassung von Mitarbeitenden nach einem Sicherheitsvorfall. Das führt dazu, das viele einen Vorfall nicht mehr melden würden.

Aus Sorgen um die berufliche Zukunft melden viele Mitarbeiter einen Verdacht auf einen Sicherheitsverstoß nicht.(Bild:  Rojo - stock.adobe.com / KI-generiert)
Aus Sorgen um die berufliche Zukunft melden viele Mitarbeiter einen Verdacht auf einen Sicherheitsverstoß nicht.
(Bild: Rojo - stock.adobe.com / KI-generiert)

Der Human Risk Behavior Snapshot Report von Arctic Wolf basiert auf einer weltweiten Umfrage unter 1.500 IT- und Sicherheitsverantwortlichen. 200 der Teilnehmenden kommen aus Deutschland.

Angst vor Konsequenzen und Unwissen

Da besonders häufig menschliche Fehler zu erfolgreichen Cyberattacken führen, müssen sich Unternehmen darauf verlassen können das ihre Mitarbeiter solche Fehler melden. 89 Prozent der befragten IT-Führungskräfte in der DACH-Region sind der Überzeugung, dass ihre Mitarbeiten Sicherheitsvorfälle ohne Bedenken melden. In der Praxis tun dies jedoch nur 63 Prozent. Hauptgrund für das Zögern sind Sorgen um die berufliche Zukunft. 45 Prozent der weltweit Befragten gaben dies an. Weitere 33 Prozent gaben an, nicht zu wissen, was als Sicherheitsvorfall oder verdächtige Aktivität gilt. 27 Prozent kennen die Protokolle und Abläufe für die Meldung eines Vorfalls nicht, weitere 15 Prozent wissen nicht, wo sie sich bei einem Verdacht melden sollen.

Und diese Bedenken scheinen nicht unbegründet: 27 Prozent der IT-Führungskräfte in der DACH-Region haben bereits erlebt, dass Mitarbeiter entlassen wurden, nachdem sie Opfer von Cyberangriffen wie Phishing geworden sind. Und 39 Prozent haben noch nie jemanden aus diesem Grund gekündigt, wären aber dazu bereit. Nur knapp ein Dritter (34 Prozent) der IT-Leiter schließt eine Kündigung nach einer Sicherheitsvorfall kategorisch aus. „Unternehmen sollten den Fehler vermeiden, Sündenböcke zu suchen“, kommentiert Dr. Sebastion Schmerl, Regional Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf. „Schuldzuweisungen und Kündigungen sind keine Lösung. Nicht zuletzt, weil Angriffe ohne State-of-the-art Security Monitoring und Security-Experten teilweise nur schwer – wenn überhaupt – zu erkennen sind. Es ist wichtig, schon vorher die ‚Hausaufgaben‘ gemacht zu haben: Es braucht eine umfassende Cybersicherheitsstrategie mit 24/7-Monitoring und dedizierten Reaktionsplänen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Und Mitarbeitende sollten dazu ermutigt werden, Vor- und Verdachtsfälle gleich zu melden.“

Selbstüberschätzung bei Phishing-Abwehr

81 Prozent der befragten IT-Führungskräfte aus DACH glauben, dass ihre Mitarbeitenden nicht auf Phishing-Angriffe hereinfallen würden. Der Report von Arctic Wolf zeigt jedoch, dass über 80 Prozent auf Phishing-Simulationen hereingefallen sind. Fast zwei Drittel der IT-Leiter geben zu, selbst auf einen Phishing-Link geklickt zu haben. „Es besteht ein gefährliches Missverhältnis zwischen der Wahrnehmung von IT-Verantwortlichen und der Realität“, sagt Schmerl. „Es braucht ein Umdenken bei Verantwortlichen und Trainings, die auf die wirklichen Gefahren zugeschnitten sind. Gleichzeitig kommen Trainings an ihre Grenzen. Menschen ohne tiefgehende IT-Fachkenntnisse kann man nur begrenzt auf IT-Security-Szenarien vorbereiten. Deswegen muss technisch vorgesorgt werden. Ohne kontinuierliches Monitoring und schnelle Detektion und Reaktion ist es eine Frage der Zeit, bis es zu einem folgenschweren Sicherheitsvorfall kommt.“

Nutzerfreundlichkeit steht über der Sicherheit

Trotz ihrer Vorbildfunktion vernachlässigen die IT-Führungskräfte selbst die IT-Sicherheit: Die Studie zeigt, dass über ein Dritter (40 Prozent) der Führungskräfte bereits Sicherheitsfunktionen in den verwendeten Systemen deaktiviert hat. Arctic Wolf zufolge liege das an Beeinträchtigungen für die Nutzererfahrung und bestehende Prozesse, die durch die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen oft beeinträchtig würden. „Statt Best-Practice zu negieren, sollte der Fokus darauf liegen, als Vorbild voranzugehen, gute Verhaltensweisen im Unternehmen zu etablieren und mitigierende Schutzmaßnahmen umzusetzen“, mahnt Schmerl.

Fazit

Arctic Wolf kommt zu dem Schluss, dass in den meisten Unternehmen die grundlegenden Sicherheitsmaßnahemn verbessert werden müssen. Dazu gehöre vor allem das regelmäßige Aktualisieren von Passwörtern. Denn die Wiederverwendung von Passwörtern und schlechte Nachverfolgungwürden das Risiko von Anmeldedatendiebstahl und -kompromittierung erhöhen, insbesondere bei sensiblen Konten. Ein robustes Passwortverwaltungssystem sowie Multifaktor-Authentifizierung können Abhilfe schaffen.

Um die Diskrepanz zwischen dem wahrgenommenen und dem tatsächlichen Sicherheitsniveau zu verringern, sollten Unternehmen zudem regelmäßig Trainings durchführen. Vor allem Phishing-Angriffe lassen sich gut simulieren und auswerten, dies sollte nicht einmalig, sondern fortlaufend geschehen.

Communication is key: Der Report eröffnet, dass es in Unternehmen Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Entscheidern gibt. Mitarbeiten müssen wissen wie und wo sie Vorfälle melden und sollte keine Konsequenzen zu befürchten haben. Durch klare und offene Kommunikation können Unternehmen ihre Sicherheitslage verbessern.

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