Nach 15 Jahren im EU-Förderrahmen des EIT firmiert Europas führendes Digitalinnovationsnetzwerk EIT Digital künftig als 28Digital – unabhängig, aber weiterhin eng mit der EU verbunden und mit Fokus auf Deep Tech und digitale Souveränität.
Mit der Umbenennung zu 28Digital startet Europas Innovationsnetzwerk in eine neue Phase: Es will künftig digitale Souveränität stärken, Deep-Tech- und Sicherheitsprojekte vorantreiben und europäische Start-ups vernetzen.
(Bild: Aris Suwanmalee - stock.adobe.com)
Nach Abschluss seines 15-jährigen Förderzyklus durch das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) hat sich EIT Digital, Europas Innovationsgemeinschaft für digitale Technologien, Start-up-Förderung und digitale Bildung, in „28Digital“ umbenannt. Die Organisation bleibt damit Europas größtes offenes Innovationsökosystem im Bereich der digitalen Technologien – künftig jedoch unabhängig vom EIT und mit erweitertem europäischen Anspruch.
EIT Digital wurde 2010 vom EIT unter dem damaligen Namen EIT ICT Labs gegründet. Das EIT verfolgt mit seinen sogenannten Knowledge and Innovation Communities (KICs) das Ziel, für jeweils bis zu 15 Jahre Netzwerke aufzubauen, die Forschung, Bildung und Unternehmertum in Europa verbinden und sich danach eigenständig tragen können. EIT Digital gilt nun als eine der ersten KICs, die diesen Zyklus erfolgreich abgeschlossen hat.
Während das EIT den Aufbau und die Finanzierung des Netzwerks über 1,1 Milliarden Euro unterstützt hat, setzt 28Digital die Mission nun in Eigenregie fort: digitale Souveränität stärken, Deep-Tech-Innovationen fördern und unternehmerische Talente in Europa ausbilden. Dabei war EIT Digital eng in zentrale EU-Programme wie Horizon Europe und Interreg eingebunden. Horizon Europe ist das wichtigste Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union. Es fördert Wissenschaft, neue Technologien und nachhaltige Innovationen, um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu sichern – darunter auch Projekte zur Cybersicherheit, zum Schutz kritischer Infrastrukturen und zur Entwicklung sicherer digitaler Systeme. Interreg hingegen unterstützt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen europäischen Regionen und hilft, gemeinsame Innovations- und Digitalprojekte über Ländergrenzen hinweg umzusetzen, etwa beim Aufbau regionaler Cyberabwehrzentren und dem Austausch von Best Practices zur digitalen Resilienz.
Mit inzwischen 23 Standorten in Europa und einem globalen Hub im Silicon Valley hat sich das Netzwerk zu einer zentralen Plattform für Start-ups, Forschungseinrichtungen, Investoren und Industrie entwickelt. Der neue Name 28Digital steht symbolisch für das „28. Regime“ – eine Vision eines grenzenlosen europäischen digitalen Binnenmarkts – sowie für die „perfekte Zahl 28“, deren mathematische Eigenschaften auch in Kryptografie und Quanteninformatik eine Rolle spielen.
„Unsere Mission war schon immer zweigleisig: das Wachstum europäischer Deep-Tech-Unternehmen zu beschleunigen und die nächste Generation unternehmerischer digitaler Führungskräfte auszubilden - eingebettet in ein starkes, kollaboratives Innovationsökosystem“, sagt Federico Menna, Geschäftsführer von 28Digital.
Trotz der Unabhängigkeit bleibt 28DIGITAL weiterhin mit dem EIT über eine Kooperationsvereinbarung verbunden. Ziel ist es, die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Förderung von Innovation, Bildung und Unternehmertum fortzusetzen.
„Wir sind stolz auf die bemerkenswerte Entwicklung von EIT Digital – von einer der ersten Wissens- und Innovationsgemeinschaften des EIT zu einem Innovations-Ökosystem, das weiterhin digitale Innovationen und Kompetenzen bereitstellt, ohne von EIT-Mitteln abhängig zu sein. Sie bleiben ein fester Bestandteil der EIT-Gemeinschaft und tragen weiterhin zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas bei. Jede Partnerschaft, die sie aufbauen, und jeder Innovator, den sie unterstützen, ist ein Schritt nach vorn für die digitale Transformation in Europa. Wir freuen uns auf diese neue Phase der Zusammenarbeit, um gemeinsam ein innovativeres und widerstandsfähigeres Europa aufzubauen“, sagt EIT-Direktor Martin Kern.
28Digital will Europas digitale und technologische Unabhängigkeit stärken. Schwerpunkte liegen auf strategischen Zukunftstechnologien – etwa in Gesundheit, Mobilität, Fertigung und Energie – sowie auf nachhaltigen, grünen Innovationen, die den digitalen und ökologischen Wandel beschleunigen sollen.
Stand: 08.12.2025
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