Zu Black Friday, Cyber Monday und Weihnachten boomt das Online-Shopping, aber auch die Betrüger haben Hochsaison. Mit Fake-Shops, Phishing und manipulierten Suchergebnissen locken sie ahnungslose Käufer in die Falle. Wir zeigen, woran Sie Betrüger erkennen und wie Sie sicher einkaufen.
Zur Shopping-Hochsaison häufen sich Fake-Shops und Phishing. Realistisch gestaltete Webseiten, Anzeigen und manipulierte Suchergebnisse locken Käufer auf betrügerische Webseiten.
Mit Black Friday und Cyber Monday beginnt die heißeste Shopping-Phase des Jahres. Was für den Einzelhandel Hochbetrieb bedeutet, gilt aber auch für Cyberkriminelle. Sie locken ahnungslose Kunden mit gefälschten Online-Shops, Phishing-Webseiten und täuschend echten Werbeanzeigen in die Falle. Was als harmlose Schnäppchenjagd beginnt, kann sich so rasch zu einem digitalen Minenfeld entwickeln.
Die traditionelle Einkaufssaison rund um Black Friday, Cyber Monday und das anlaufende Weihnachtsgeschäft lockt jedes Jahr Millionen von Verbrauchern zur Schnäppchenjagd. Doch mit der steigenden Kauflaune wächst auch die Gefahr, Opfer von Cyberbetrug zu werden. Bereits jetzt zeigt sich ein klarer Trend: Zwischen Juni und September 2025 registrierten die Analysten des cyan Threat Intelligence Lab einen sprunghaften Anstieg gefälschter Online-Shops um 125 Prozent. Cyberkriminelle nutzen die Hochphase des Onlinehandels gezielt aus, um ahnungslose Verbraucher zu täuschen – und schädigen damit nicht nur einzelne Kunden, sondern auch das Vertrauen in etablierte Marken. Ihre Methoden werden dabei immer raffinierter: Mit realistisch gestalteten Webseiten, gezielten Social-Media-Kampagnen und psychologisch cleveren Täuschungstaktiken erreichen sie inzwischen nahezu jede Zielgruppe und nicht nur zu Black Friday, Cyber Monday und Weihnachten!
Cyberkriminelle nutzen das Weihnachtsgeschäft gezielt aus
Mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts, der Hochsaison des Einzelhandels, dürfte sich dieser Trend noch einmal verschärfen – insbesondere, da viele Verbraucher ihre Einkäufe nun unter Zeitdruck erledigen und dabei anfälliger für vermeintliche Sonderangebote werden. Besonders verbreitet sind gefälschte E-Commerce-Webseiten, die legitime Marken täuschend echt imitieren. Diese Seiten erscheinen häufig in Suchmaschinen oder werden über Social-Media-Anzeigen beworben. Wer dort einkauft, erhält entweder minderwertige Fälschungen – oder gar keine Ware. Die Analysen von cyan aus dem vergangenen Jahr deckten zahlreiche gefälschte Versionen bekannter Marken auf – darunter IKEA und Wayfair als exemplarische Beispiele. Diese Kampagnen wurden später der Gruppe SilkSpecter zugeordnet, einer chinesischen Gruppe von Cyberkriminellen, die insbesondere während der letztjährigen Black-Friday-Saison und Weihnachtszeit gezielt Onlineeinkäufer in Europa und den USA ins Visier genommen haben. Die gefälschten Shops nutzten dabei raffinierte Elemente wie automatische Übersetzungen via Google Translate API oder gefälschte „Trusted Store“-Siegel, um seriös und vertrauenswürdig zu wirken.
Die aktuelle Analyse von cyan (bis Anfang November 2025) zeigt beispielsweise über 180+ registrierte Domains, die auf gefälschte Versionen bekannter Modemarken wie Zalando oder Scarpa verweisen. Viele dieser Domains werden erst kurz vor dem Beginn der großen Shopping-Wochen aktiviert – ein klarer Hinweis darauf, wie gezielt Cyberkriminelle das Weihnachtsgeschäft für ihre Zwecke missbrauchen.
Phish’n’Ships: Betrug über manipulierte Suchergebnisse
Eine weitere groß angelegte Kampagne, genannt „Phish ’n’ Ships“, hat letztes Jahr mehr als 1.000 legitime Online-Shops kompromittiert. Dabei manipulieren Cyberkriminelle Suchergebnisse mittels SEO-Poisoning: Nutzer, die auf vermeintlich seriöse Produktlinks geklickt haben, wurden so unbemerkt auf betrügerische Webseiten weitergeleitet, die persönliche und finanzielle Daten abgegriffen haben. Laut Malwarebytes hat diese Kampagne inzwischen hunderttausende Verbraucher erreicht und zu erheblichen finanziellen Schäden geführt.
Wie Verbraucher Fake-Shops erkennen können
Um sich während der Einkaufssaison rund um Black-Friday, Cyber-Monday und dem Weihnachtsgeschäft zu schützen, sollten Verbraucher besonders wachsam sein und auf folgende Warnsignale achten:
Unrealistische Angebote: Wenn ein teures Produkt zu einem auffällig niedrigen Preis angeboten wird, ist Skepsis angebracht.
Keine Werbung anklicken: Am besten direkt auf die offizielle Website des Händlers gehen, anstatt Werbeanzeigen zu nutzen.
Seriosität prüfen: Bewertungen auf vertrauenswürdigen Plattformen wie Google Reviews oder Trustpilot prüfen. Fehlende oder negative Bewertungen sind ebenso ein Warnzeichen, wie zu viele gleichlautende, sehr positive Bewertungen.
Domainnamen genau prüfen: Auf ungewöhnliche Domainnamen oder Zahlungsaufforderungen achten – insbesondere bei Webseiten, deren Adressen auf .top, .shop, .store oder .vip enden.
Sichere Zahlungsmethoden verwenden: Zu bevorzugen sind Dienste mit Käuferschutz wie PayPal oder Kreditkarten. Sofortüberweisungen, Zahlungen in Kryptowährungen oder Geschenkkarten sind unbedingt zu vermeiden.
Gerade im Weihnachtsstress übersehen viele Verbraucher solche Warnsignale, weshalb es sich lohnen kann, beim Online-Shopping bewusst einen Moment länger hinzusehen. Wer eines oder mehrere dieser Warnzeichen erkennt, sollte den Kaufvorgang umgehend abbrechen und die Seite unbedingt kritisch prüfen, bevor es zu einer unerwünschten Überraschung kommt.
Praktische Tipps für ein sicheres Online-Shopping-Erlebnis
Um die persönliche Sicherheit beim Online-Shopping während der diesjährigen Einkaufssaison zu erhöhen, sollten Verbraucher zusätzlich die folgenden Empfehlungen beachten:
1. Sicherheitslösungen nutzen: Der Einsatz moderner Tools ermöglicht die Erkennung betrügerischer Links, Phishing-Versuche und gefälschter Webseiten in Echtzeit.
2. Webseiten gründlich prüfen: Vor einem Kauf sollte die betreffende Webseite sorgfältig geprüft werden. Dazu gehört, Kundenbewertungen auf vertrauenswürdigen Plattformen zu prüfen, oder in Foren zu recherchieren. Außerdem empfiehlt es sich zu überprüfen, ob das Unternehmen auf Plattformen wie Google, Trustpilot oder dem Better Business Bureau mit einem verifizierten Profil vertreten ist. Die Seriosität eines Anbieters lässt sich zudem daran erkennen, ob vollständige Kontaktinformationen, offizielle Social-Media-Profile und eine nachvollziehbare Geschäftsadresse vorhanden sind.
3. Sichere Bezahlmethoden verwenden: Beim Online-Shopping sollten stets sichere Zahlungsmethoden mit Käuferschutz gewählt werden – etwa PayPal, Kreditkarten oder digitale Wallets. Direkte Banküberweisungen oder Prepaid-Geschenkkarten sind zu vermeiden. Da diese schwer nachverfolgbar sind, werden sie häufig von Betrügern bevorzugt. Zusätzlich erhöht die Aktivierung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bei Zahlungskonten den Schutz sensibler Daten. Ebenso ist darauf zu achten, dass der Bezahlvorgang über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt – erkennbar an „https://“ und dem Schloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers.
Mit Wachsamkeit, einer gesunden Portion Misstrauen und den richtigen Sicherheitsvorkehrungen lässt sich die diesjährige Shopping-Saison ohne teure Überraschungen unbeschwert genießen – und der Freude auf die Feiertage steht nichts mehr im Weg.
Stand: 08.12.2025
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Über den Autor: Markus Cserna ist CEO und Co-Founder von cyan und legt mit seiner Arbeit das technologische Fundament für den Erfolg des Unternehmens. Bereits im Jahr 2006 gründete er cyan mit der Vision, Internetnutzer weltweit vor Online-Betrug zu schützen. Seither treibt er mit großer Leidenschaft die Weiterentwicklung der Cybersicherheitslösungen von cyan voran – stets mit dem Ziel, technologisch einen Schritt voraus zu sein und sich klar vom Wettbewerb abzuheben.