Eine überbordende Menge an Firewall-Regeln ist eine Gefahr für die IT-Sicherheit jeder Organisation. Denn aufgrund der Vielfalt und der daraus resultierenden Komplexität kann dies zu schlecht abgestimmten und inkonsistenten Richtlinien führen und Lücken in den Sicherheitsvorkehrungen einer Organisation hinterlassen, die von Angreifern ausgenutzt werden können. Was gilt es daher zu beachten?
Hinter jeder Firewall verbergen sich hunderte oder gar tausende von Regeln, die den Benutzern den Zugriff auf Anwendungen und Ressourcen erlauben oder diesen eben verweigern. Das Problem: Viele Regeln sind veraltet, überflüssig oder irrelevant.
(Bild: ArtemisDiana - stock.adobe.com)
Wer Sicherheitsverantwortliche nach Firewall-Regeln fragt, erhält für gewöhnlich ein fassungsloses Kopfschütteln als Antwort. Für den Laien scheint eine Firewall eine Bastion der Sicherheit zu sein, die den Standort und das Unternehmen als Ganzes vor Bedrohungen schützt. Doch hinter jeder Firewall verbergen sich hunderte oder gar tausende von Regeln, die den Benutzern den Zugriff auf Anwendungen und Ressourcen erlauben oder diesen eben verweigern. Das Problem besteht darin, dass diese Regeln im Laufe der Zeit veraltet, überflüssig oder irrelevant werden können, sodass User nicht mehr auf die benötigten Ressourcen zugreifen können oder, schlimmer noch, dass das Unternehmen Bedrohungen ausgesetzt sein kann.
Theoretisch könnte ein geordneter Übergang zu einer Zero-Trust-Strategie das Problem lösen, indem er Benutzern, die die richtigen Voraussetzungen erfüllen, Zugang zu den entsprechenden Ressourcen gewährt, sofern sie diese benötigen. Aber in der Praxis machen veraltete Firewalls Zero-Trust unmöglich. Wie kann etwas ordentlich implementiert werden, wenn zunächst 1.000 oder 10.000 Regeln und ggf. deren gegenseitig Abhängigkeit analysiert werden müssen? Das macht auch Compliance und Auditing zu einer echten Herausforderung.
Regelflut verwalten und kontrollieren
Sobald Netzwerke wachsen und sich weiterentwickeln, müssen Sicherheitsteams eine Vielzahl von Firewall-Regeln implementieren, um den Datenverkehr zu verwalten, Sicherheitsrichtlinien durchzusetzen oder Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Doch in der Regel werden einmal implementierte Regeln nur selten aktualisiert oder optimiert.
Wenn beispielsweise ein Bauunternehmen vor Ort tätig ist, richtet das Sicherheitsteam eine Regel ein, die es deren Datenverkehr erlaubt, eine Firewall zu passieren, um beispielsweise auf eine bestimmte Internetanwendung zuzugreifen. Die Regel sollte nach Abschluss des Projekts entfernt werden, um einen Missbrauch zu verhindern, aber allzu oft bleiben sie und Tausende ähnlicher Regeln für immer bestehen. Mit der Zeit werden sie veraltet oder überflüssig, was zu Sicherheitslücken führt.
Auch Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Firewalls und Netzwerksegmenten können zu Sicherheitslücken führen. Bei geografisch verteilten Standorten müssen die Regeln unter Umständen manuell aktualisiert werden, was zeit- und kostenintensiv sein kann. Sicherheitsteams fehlt oft der Überblick darüber, wie diese Regeln miteinander interagieren. Dies erschwert es ihnen zusätzlich, die Einhaltung globaler Sicherheitsrichtlinien zu gewährleisten.
In Zeiten von Cloud Computing und Telearbeit sind herkömmliche, auf Perimetern basierende Sicherheitsansätze nicht mehr so effektiv. Unternehmen gehen zunehmend zu einem Zero-Trust-Sicherheitsansatz über. Die Verbreitung von rein punktuellen Lösungen, die Komplexität der Netzwerke und ihre geografische Verteilung machen es jedoch schwierig, einheitliche und dynamische Richtlinien durchzusetzen. Zero-Trust-Ansätze erfordern zudem, dass Unternehmen Mikroperimeter um Anwendungen und Workloads errichten. Sich überschneidende oder widersprüchliche Regeln können unbeabsichtigte Schwachstellen zwischen den Segmenten schaffen.
Die Gewährleistung der Compliance in einer diversifizierten und heterogenen Umgebung ist ebenfalls eine große Herausforderung für Sicherheitsteams. Veraltete und sich überlappende Regeln führen zu Inkonsistenzen, die gegen Compliance-Anforderungen oder gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Sicherheitsteams und Auditoren müssen unübersichtliche Regelwerke durchforsten, was an sich schon ein arbeitsintensiver und fehleranfälliger Prozess ist. Der Mangel an Klarheit und Transparenz bei der Verbreitung von Firewall-Regeln macht es für Sicherheitsteams daher schwierig, die Einhaltung von Vorschriften nachzuweisen.
Zweistufige Strategie zur Überwindung des Firewall-Regelwildwuchses
Um diese Herausforderung zu meistern, empfiehlt sich ein zweistufiger Prozess, bei dem KI nicht nur als Marketing-Maßnahme zum Einsatz kommt, sondern das kritische Problem löst, mit dem Sicherheitsteams überall konfrontiert sind: die Überlastung der IT-Teams und der IT-Sicherheit durch zu viele Firewall-Regeln.
• Diese zwei Stufen sind: Konsolidierung von Firewalls mittels einer gemeinsamen Plattform, einem Firewall-as-a-Service (FWaaS)-Angebot
• und in der Folge dem Einsatz von KI, um die Regelflut zu bekämpfen.
Schritt 1: Umstellung auf FWaaS
FWaaS, wie sie in einer SASE-Plattform zum Einsatz kommt, schafft eine einzige, globale Firewall, die es Sicherheitsteams ermöglicht, konsistente Richtlinien über Standorte und Benutzer hinweg durchzusetzen. Die Verwaltung mehrerer Firewall-Instanzen wird überflüssig, wodurch sich die Betriebskosten und der Aufwand für die Erweiterung von Richtlinien verringern.
Außerdem wird eine verbesserte Zero-Trust-Durchsetzung ermöglicht, die sicherstellt, dass nur autorisierte Anwendungen, Benutzer und Geräte auf Netzwerkressourcen zugreifen können. Schließlich erhalten Sicherheitsteams einen klaren, durchgängigen Überblick über den Umfang der Firewall-Regeln, sodass sie eine eindeutige, überprüfbare Sicherheitslage aufrechterhalten können. Sie können integrierte Tools für die Einhaltung von Richtlinien und die Erstellung von Audit-Berichten nutzen und so den Zeit- und Arbeitsaufwand für regelmäßige Audits reduzieren.
Stand: 08.12.2025
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Schritt 2: KI für Richtlinienanalyse und Automatisierung nutzen
Selbst wenn FWaaS die Firewalls konsolidiert, können immer noch Hunderte, wenn nicht Tausende von Regeln in den Unternehmen übrigbleiben. Durch die Integration von KI und maschinellem Lernen in FWaaS können Unternehmen falsch ausgerichtete und widersprüchliche Regeln algorithmisch identifizieren und proaktiv überarbeiten. Dabei handelt es sich um eine sogenannte autonome Policy Engine.
Eine autonome Policy Engine stellt aus mehreren Gründen einen Paradigmenwechsel in der Verwaltung von Firewall-Richtlinien dar.
• Sie nutzt künstliche Intelligenz, um falsch ausgerichtete und widersprüchliche Regeln zu identifizieren und liefert umsetzbare Empfehlungen zur Verbesserung von Richtlinien in verschiedenen Umgebungen.
• Sie ermöglicht die Durchsetzung von Zero Trust in Echtzeit, da KI die Firewall-Richtlinien auf Basis von Echtzeit-Telemetrie überwacht und dynamisch anpasst.
• Sie identifiziert Regelinkonsistenzen, die gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen, und unterstützt Compliance-Teams bei Audits, indem sie Regelprüfungen automatisiert und bei der Begründung von Richtlinienkonfigurationen hilft.
KI lernt ständig dazu und passt FWaaS-Richtlinien an neue Angriffsvektoren, Compliance-Anforderungen und betriebliche Anforderungen an, sodass Sicherheitsprozesse von reaktiver Problembehebung zu proaktiver Ausfallsicherheit werden.
Firewalls sind zwar nach wie vor ein grundlegendes Element der Unternehmenssicherheit, aber ihre Komplexität und die Herausforderungen bei der Verwaltung können die Effektivität einer Zero-Trust-Strategie unbeabsichtigt schwächen. Durch den Einsatz von KI zur automatischen Erstellung und Anpassung von Richtlinien stärkt FWaaS nicht nur die Zero-Trust-Prinzipien und sorgt für Compliance, sondern vereinfacht auch Sicherheitsprozesse, minimiert menschliche Fehler und verbessert die allgemeine Sicherheitslage.
Über die Autorin: Sangita Patel ist Senior Director of Global Product Marketing bei Cato Networks. Als Silicon-Valley-Veteranin verfügt Sangita Patel über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Produktmarketing für Start-ups wie Nile und etablierte Unternehmen wie Cisco Systems. Sangita hat einen M.B.A. von der Haas School of Business der UC-Berkeley und einen B.S.E.E. von der University of Michigan.