Internationale Ermittlungen waren erfolgreich Dubiose Kryptobörse Garantex ist offline

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Die Kryptoplattform Garantex, die schon seit mehreren Jahren unter Beobachtung stand, wurde nun vom Netz genommen und ihre Walltes eingefroren. Garantex war wiederholt in illegale Aktivitäten wie Geldwäsche involviert.

Screenshot der Webseite garantex.org vom 07.03.2025(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Screenshot der Webseite garantex.org vom 07.03.2025
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Am 6. März 2025 kam es zu einer großangelegten Aktion gegen die Kryptowährungsbörse Garantex – mit Erfolg. Die Plattform war schon seit einiger Zeit im Visier der Europäischen Union und wurde nun von international zusammenarbeitenden Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt. Neben der Sperrung der Web-Infrastruktur wurden Wallets, die Tether im Wert von über 28 Millionen US-Dollar enthalten, eingefroren.

Garantex wurde für Geldwäsche genutzt

2019 wurde Garantex in Estland gegründet. Und schon 2021 geriet die Plattform in den Fokus der amerikanischen Börsenaufsicht Financial Crimes Enforcement Network (FINCEN), da die Transaktionen auf der Plattform mit illegalen Aktivitäten in Verbindungen gestanden haben sollen. Daraufhin entzog Estland dem Anbieter die Lizenz und Garantex verlagerte seine Aktivitäten nach Russland. 2022 verhängten die USA Sanktionen gegen Garantex, da ihr vorgeworfen wurde, die Plattform sei in Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten auf Darknet-Marktplätzen verwickelt.

Nun haben internationalen Behörden, darunter Europol, das Bundeskriminalamt, die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Federal Bureau of Investigation, die Plattform vom Netz genommen. Erneut lautet der Vorwurf, Garantex betreibe Geldwäsche sowie illegale Kryptogeschäfte mit Cyberkriminellen.

Betrüger waren in München und Wien aktiv

In Wien und München wurden solche Bitcoin Walltes in Papierform verteilt, die Passanten auf Betrugswebseiten locken sollten.(Bild:  (c) APA LPD Wien)
In Wien und München wurden solche Bitcoin Walltes in Papierform verteilt, die Passanten auf Betrugswebseiten locken sollten.
(Bild: (c) APA LPD Wien)

Albert Quehenberger, Gründer des Unternehmens AQ Forensics, das eng mit internationalen Behörden und Organisationen zusammenarbeitet, hat den Vorfall genauer unter die Lupe genommen. Bei den Ermittlungen gegen Garantex seien auch Verbindungen zu einem Betrugsfall in Wien und München offengelegt worden. In den Städten seien sogenannte „Bitcoin-Paper-Wallets“ in Plastikhüllen auf Gehwegen verteilt worden. Diese Wallets hätten QR-Codes enthalten, die ahnungslose Passanten auf betrügerische Websites führten. Dort seien die Opfer aufgefordert worden, persönliche Daten einzugeben und vermeintliche Transaktionsgebühren zu bezahlen, um angebliche Bitcoin-Guthaben zu erhalten.

Die so erbeuteten Gelder seien über verschiedene Kanäle gewaschen worden, auch über Garantex. AQ Forensics habe nach eigenen Angaben die Transaktionsflüsse auf der Blockchain rekonstruieren können. Da Garantex als weniger reguliert galt als andere Plattformen und schon zuvor für illegale Transaktionen genutzt wurde, geht Quehenberger davon aus, dass die Betrüger, die hinter den Paper-Wallet-Scams stecken, die Börse gezielt für Geldwäsche nutzten.

Erfolgreicher Kampf gegen Finanzkriminalität

Eine der zentralen Maßnahmen der Ermittlungen gegen Garantex war das Einfrieren der Wallets durch den Stablecoin-Anbieter Tether. Quehenberger spricht in diesem Zusammenhang von einem starken Signal an die Kryptowelt. Denn während Kryptowährungen ein innovatives Finanzinstrument seien, bieten sie Cyberkriminellen zahlreiche Betrugsmöglichkeiten. Wie im Falle von Garantex laut Quehenberger nun verdeutlicht wurde, zeigen die internationalen Kooperationen im Kampf gegen Finanzkriminalität im Kryptosektor Wirkung.

„Die Abschaltung von Garantex und das Einfrieren der Wallets durch Tether zeigen, dass der internationale Druck auf kriminelle Strukturen im Krypto-Sektor wächst“, sagt Quehenberger. „Dieser Fall unterstreicht, dass kriminelle Strukturen immer wieder auf unregulierte Börsen setzen – doch auch hier werden die Schlupflöcher enger. Die Verbindung zum Paper-Wallet-Betrug in Österreich und Deutschland verdeutlicht zudem, wie global vernetzt kriminelle Organisationen agieren.“

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