Utimaco-Vorstand über mögliche Auswirkungen einer Übernahme

Hintergründe zum Sophos-Utimaco-Deal

30.07.2008 | Redakteur: Stephan Augsten

Mit der geplanten Übernahme von Utimaco hat Security-Hersteller Sophos für Furore unter deutschen Anlegern gesorgt: Vom Börsenschluss am Freitag, 25. Juli, auf den darauffolgenden Montag ist die Utimaco-Aktie um 82 Prozent gestiegen. Security-Insider.de hat sich mit Malte Pollmann, Vorstandsmitglied und Chief Product Manager von Utimaco, über die Hintergründe und mögliche Auswirkungen des geplanten Deals unterhalten.

Security-Insider.de: Wie ist die Position des Utimaco-Vorstands im Bezug auf das Übernahme-Angebot von Sophos?

Malte Pollmann: Grundsätzlich kann ich zu unserer Position derzeit noch keine Stellung beziehen. Lassen Sie mich das genauer erläutern: Da Utimaco ein deutsches Unternehmen ist, erfolgt dieser Prozess auch nach deutschem Recht. Das heißt, dass Sophos der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die grundsätzliche Absicht bekanntgeben muss.

Am Montagmorgen um etwa sechs Uhr hat das Board von Sophos offiziell beschlossen, ein Übernahmeangebot für Utimaco vorzubereiten und hat dies im Anschluss bekanntgegeben. Das BaFin setzt damit den Mindestübernahmepreis auf Basis des letzten Schlusskurses fest. Anschließend hat das Unternehmen vier Wochen Zeit, sein Angebot vorzubereiten und genau auszuarbeiten.

In diesen vier Wochen müssen wir uns als Vorstand neutral verhalten. Wenn das Angebot tatsächlich feststeht, wird das Utimaco-Management dies prüfen und unmittelbar danach seine Meinung äußern. Wir haben also etwa zwei bis drei Wochen Zeit um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen. Dies geschieht natürlich im Interesse unserer Aktionäre, Kunden und Partner.

Eigentlich hat Sophos mit der Bekanntgabe des voraussichtlichen Kaufpreises und anderen Details schon mehr getan, als nötig ist. Das ist nicht immer so! Da man in diesem Zusammenhang nicht von einer feindlichen Übernahme ausgehen kann, haben wir Sophos auch einen begrenzten Einblick in unsere Geschäftszahlen erlaubt.

Security-Insider: Während Sophos in seiner Pressemitteilung von einer Übernahme berichtete, spricht Utimaco von einem strategischen Zusammenschluss. Was ist denn nun richtig?

Pollmann: Wie erwähnt sehen wir es nicht als feindliche Übernahme. Allein von den Größenverhältnissen der beiden Unternehmen her ist es schwierig, von einer ‚Übernahme’ zu sprechen.

Doch natürlich haben wir an dieser Stelle ein Definitionsproblem, dass von den Nuancen abhängt, die sich in den kommenden Wochen ergeben: Wenn der Vorstand das Angebot geprüft hat und empfehlen kann, dann sprächen wir von einem Zusammenschluss. Ansonsten würde es natürlich heißen: „Wir lehnen die Übernahme ab!“

Seite 2: Auswirkungen auf Utimaco-Aktien, die nationale IT-Expertise und den Standort Deutschland

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