Utimaco-Vorstand über mögliche Auswirkungen einer Übernahme

Hintergründe zum Sophos-Utimaco-Deal

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Security-Insider: Während Utimaco sehr breit gefächerte bzw. teils modulare Produkte anbietet, setzt Sophos eher auf Allround- bzw. Komplettlösungen. Inwieweit besteht die Gefahr, dass das Utimaco-Portfolio eingedampft wird bzw. die SafeGuard-Lösungen früher oder später doch nur in Sophos-Produkte integriert werden, und Utimaco als eigene Geschäftsabteilung hinfällig wird?

Pollmann: Wir können die Frage nicht so Schwarz/Weiß beantworten: Sophos vertreibt einige seiner Lösungen auch als modulare Produkte, und Utimaco bietet mit SafeGuard Enterprise ebenso eine komplette Suite.

Aber sicherlich gibt es auch einige Unterschiede, was vor allem an den Zielgruppen liegt. Sophos hat sich bislang eher an kleinere Kunden gerichtet während Utimaco eher das Enterprise-Segment bedient hat. Bei den Produkten selbst gibt es faktisch keinen Overlap.

Unsere Management-Konsole ist beispielsweise reicher an Funktionalitäten, was aber natürlich zu Lasten der einfachen Bedien- und Administrierbarkeit geht. Hingegen sind die Sophos-Produkte einfacher aufgebaut.

Damit ist es möglich, einen Mehrwert aus beiden Produktportfolios zu schaffen. Gerade Verschlüsselung wird auch immer interessanter für kleinere Unternehmen, und genau da könnte Utimaco vom Zusammenschluss profitieren. Im Gegenzug würde Sophos durch unsere hochflexible Datensicherheits-Suite insbesondere für grössere Unternehmen profitieren.

Security-Insider: Welche Folgen hätte eine Übernahme für aktuelle Kunden? Ist es für IT-Entscheider derzeit überhaupt noch sinnvoll, über den Kauf von Utimaco-Lösungen nachzudenken?

Pollmann: Momentan wird es für Kunden, Partner oder Reseller keine Auswirkungen geben: Wir ändern nichts an Produkten, dem Support oder unserer Roadmap. Und selbst nach einem möglichen Zusammenschluss bleibt Utimaco laut Sophos ja als eigene Business Unit bestehen.

Im Zeitraum von etwa einem Jahr würden bei einem Zusammenschluß aber sicherlich mögliche Vorteile ausgewertet, beispielsweise welchen Mehrwert eine Kombination aus Antivirus- und Datensicherheitslösungen bringt.

Hier können Kunden bei der Endpunkt-Sicherheit eigentlich nur profitieren. Denn mit einer umfassenden Lösung umgehen wir natürlich Kompatibilitätsprobleme, die zwangsweise bestehen können, wenn mehrere Agents nebeneinander laufen.

Herr Pollmann, ich bedanke mich dafür, dass Sie ein Stück Ihrer Urlaubszeit geopfert haben, um zu diesem Thema Stellung zu beziehen.

Malte Pollmann ist Vorstandsmitglied und Chief Product Manager bei der Utimaco Safeware AG. Das Interview führte Stephan Augsten.

Malte Pollmann ist Vorstandsmitglied und Chief Product Manager bei der Utimaco Safeware AG. Das Interview führte Stephan Augsten.

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