Während das Bewusstsein für die Bedeutung von KI-Risiken in der Geschäftswelt wächst, ist die tatsächliche Implementierung von KI-Kontrollen in Unternehmen noch nicht weit fortgeschritten. Viele Unternehmen analysieren noch die potenziellen Vorteile und Risiken von KI und überlegen, wie sie in ihre Abläufe integriert werden kann.
Im ersten Augenblick ist künstliche Intelligenz toll. Aber welche Herausforderungen müssen Unternehmen nach der ersten Begeisterung für den Einsatz von KI bewältigen?
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Die Studie „The AI Reality“ von ISACA wirft einen Blick auf die aktuelle Landschaft der KI-Implementierung in Organisationen. Obwohl 73 Prozent der europäischen Unternehmen angeben, dass sie KI einsetzen, zeigt die Studie eine besorgniserregende Lücke bei Schulungen und Richtlinien. Nur 30 Prozent bieten auf technikbezogene Mitarbeitende begrenzte Trainings an und 40 Prozent veranstalten überhaupt keine Schulungen. Hinzu kommt, dass nur 17 Prozent der Unternehmen über umfassende KI-Richtlinien verfügen.
Die Implementierung von KI betrifft aber nicht nur die technischen Aspekte, sondern auch die kulturellen und organisatorischen Veränderungen, die damit einhergehen. Die Mitarbeitenden müssen mit diesen Veränderungen klarkommen und es ist daher unerlässlich, dass sie durch Schulungen mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet werden, um effektiv mit KI-Systemen zu arbeiten.
Dem KI-Fachkräftemangel begegnen
Um dem noch herrschenden Mangel an Talenten für die KI-Entwicklung in Unternehmen zu begegnen, können Organisationen einen vielschichtigen Ansatz verfolgen. Erstens sind Investitionen in die Aus- und Weiterbildung Bestandsmitarbeitender von entscheidender Bedeutung, um die Talentlücke zu schließen. Darüber hinaus können Unternehmen externe Experten, wie zum Beispiel Beratungsunternehmen, beauftragen, die sie bei der Implementierung von KI unterstützen. Diese bringen wertvolles Fachwissen mit, um Unternehmen bei der Bewältigung der Komplexität der KI-Einführung zu unterstützen. Gleichzeitig ist es für Unternehmen ebenso wichtig, ihren internen Talentpool zu entwickeln, indem sie Mitarbeitende mit KI-Kenntnissen einstellen und halten. Durch die Kombination von internen Schulungsinitiativen mit externem Fachwissen bauen Unternehmen eine solide Grundlage an KI-Wissen und -Fähigkeiten auf, um KI-Technologien erfolgreich zu implementieren und zu nutzen.
Spezialfall KMU
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen bei der Einführung von KI-Technologien oft vor besonderen Herausforderungen. Der Mangel an Ressourcen, einschließlich Budget und Personal, stellt eine erhebliche Hürde für KMU dar. Darüber hinaus erschweren die Notwendigkeit erheblicher betrieblicher Veränderungen und die Schwierigkeit, die richtigen Talente mit KI-Expertise zu finden, die schnelle Einführung von KI zusätzlich. Bedenken hinsichtlich der Datenqualität und -verfügbarkeit stellen auch für KMU eine Hemmschwelle dar. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind maßgeschneiderte Strategien erforderlich, wie zum Beispiel die Nutzung skalierbarer KI-Lösungen, Investitionen in Schulungen, Richtlinien und Talententwicklung, um die effektive Implementierung von KI in KMU entweder organisch oder über die Lieferkette zu erleichtern.
Risiken bei der KI-Implementierung
Die mit der KI-Implementierung verbundenen Risiken sind vielschichtig und müssen sorgfältig abgewogen werden. Die Ergebnisse der ISACA-Umfrage zeigen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der IT-Experten mit KI extrem oder sehr vertraut ist, und besorgniserregende 37 Prozent betrachten sich als Anfänger. Der zunehmende Einsatz generativer KI birgt Risiken wie die potenzielle Ausnutzung durch böswillige Akteure und die Verbreitung von KI-gestützten Fehlinformationen und Desinformationen. Zu den ethischen Risiken, die mit der Implementierung von KI verbunden sind, gehören Voreingenommenheit in Entscheidungsalgorithmen, Datenschutzverletzungen und mangelnde Transparenz. KI-Algorithmen können unbeabsichtigt Verzerrungen in Trainingsdaten aufrechterhalten, was zu unfairen oder diskriminierenden Ergebnissen führt. Darüber hinaus können KI-Systeme Datenschutzrisiken darstellen, indem sie sensible Daten ohne angemessene Zustimmung oder Schutzmaßnahmen sammeln und analysieren.
Um dies zu verhindern, müssen Unternehmen während der gesamten Entwicklungs- und Einsatzphase ethische KI-Prinzipien priorisieren. Dazu gehören die Implementierung von Mechanismen zur Erkennung von Verzerrungen, die Einführung von Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre und die Förderung der Transparenz von KI-Algorithmen, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei den Stakeholdern aufzubauen.
AI Act bietet Rahmenbedingungen für die KI-Nutzung
Daher ist die Etablierung robuster Governance-Frameworks, die KI-spezifische Risikomanagementpraktiken integrieren, von entscheidender Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden und Interessenvertretern der Branche trägt zur Gestaltung der regulatorischen Landschaft bei und stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher. Die kürzlich erfolgte Verabschiedung der europäischen Verordnung über künstliche Intelligenz (AI Act) bietet einen umfassenden Rahmen für die Regulierung von KI in der EU und unterstreicht die Notwendigkeit der Compliance. Transparenz und Rechenschaftspflicht bei der KI-Entwicklung schaffen Vertrauen, während regelmäßige Audits die Einhaltung der sich entwickelnden Gesetze und Best Practices sicherstellen. Es wird erwartet, dass die behördliche Kontrolle der KI-Nutzung zunehmen wird, so dass Unternehmen jetzt Agilität und Proaktivität bewahren müssen, um sich in der sich ändernden Gesetzgebung im KI-Bereich zurechtzufinden und regulatorische Verstöße zu vermeiden. Das Bewusstsein für KI-Risiken und Cybersicherheit auf Vorstandsebene ist dabei entscheidend, um die Einführung mit den Unternehmenszielen in Einklang zu bringen.
Stand: 08.12.2025
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Trotz aller Herausforderungen bietet KI Unternehmen zahlreiche Vorteile wie die Möglichkeit, die Produktivität zu steigern, Kosten zu optimieren und die Agilität bei der Reaktion auf unsichere Umgebungen zu verbessern. Unternehmen, die keine KI implementieren, riskieren damit, langfristig hinter ihre Konkurrenten zurückzufallen.
Über den Autor: Chris Dimitriadis ist Chief Global Strategy Officer bei ISACA, einem globalen Berufsverband, der Einzelpersonen und Organisationen in ihrem Streben nach digitalem Vertrauen fördert. Seit mehr als 50 Jahren stattet ISACA Einzelpersonen und Unternehmen mit dem Wissen, den Zeugnissen, der Ausbildung, der Schulung und der Gemeinschaft aus, um ihre Karrieren voranzutreiben, ihre Organisationen zu transformieren und eine vertrauenswürdigere und ethischere digitale Welt aufzubauen.