Eon und Landesverwaltung Sachsen-Anhalt Wirtschaft und Behörden berichten über mehr Cyberangriffe

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Immer häufiger geraten IT-Systeme der Landesverwaltung ins Visier von An­greifern. Neue Zahlen zeigen: Die Vorfälle nehmen deutlich zu und sorgen teilweise für spürbare Störungen. Auch der Energiekonzern Eon berichtet von mehr Angriffen auf seine Netze.

Die Zahl der registrierten IT-Sicherheitsvorfälle in der Landesverwaltung Sachsen-Anhalt stieg von 45 im Jahr 2024 auf 73 im Jahr 2025, während der Energiekonzern Eon von einer Verzehnfachung der täglichen Angriffe auf seine Netzinfrastruktur innerhalb von fünf Jahren berichtet.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Die Zahl der registrierten IT-Sicherheitsvorfälle in der Landesverwaltung Sachsen-Anhalt stieg von 45 im Jahr 2024 auf 73 im Jahr 2025, während der Energiekonzern Eon von einer Verzehnfachung der täglichen Angriffe auf seine Netzinfrastruktur innerhalb von fünf Jahren berichtet.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Die Zahl registrierter IT-Sicherheitsvorfälle in der Landesverwaltung Sachsen-Anhalts ist gestiegen. Im Jahr 2025 wurden 73 Fälle gezählt, im Jahr davor waren es 45. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor.

Vor allem Ministerien betroffen

Betroffen waren vor allem oberste Landesbehörden: Dort wurden 2025 insgesamt 48 Vorfälle registriert, nach 27 im Jahr zuvor. In nachgeordneten Behörden wurden 16 Fälle gezählt, au­ßer­dem einzelne Vorfälle bei landeseigenen Betrieben, kommunalen Einrichtungen und weiteren öffentlichen Stellen.

Den Angaben zufolge dominieren unter den registrierten Vorfällen vor allem sogenannte Über­lastungsangriffe auf IT-Systeme, etwa auf Webserver, sowie betrügerische E-Mails. Zudem re­gistrieren die Behörden jährlich mehr als eine Million automatisierte Angriffsversuche und Vorbereitungshandlungen, die jedoch bislang ohne Erfolg blieben.

Zeitweise Einschränkungen bei Online-Angeboten

Einige Angriffe führten zeitweise zu Einschränkungen. So war das Landesportal Sachsen-Anhalt 2024 infolge eines Überlastungsangriffs vier Tage lang beeinträchtigt, 2025 für einen Tag. In ei­nem weiteren Fall war ein landesweit genutztes Fachverfahren sieben Tage lang erheblich ge­stört.

Nach Angaben der Landesregierung kam es zudem zu einzelnen Datenschutzverletzungen. 2024 wurden sechs Fälle gemeldet, 2025 sieben. Dabei seien in mehreren Fällen personen­be­zo­gene Daten nach außen gelangt, betroffen gewesen seien jedoch ausschließlich einzelne oder wenige Beschäftigte - nicht Bürgerinnen oder Bürger.

Einmal wurde durch einen IT-Sicherheitsvorfall auch Lösegeld gefordert. Der Vorfall sei jedoch gelöst worden, ohne dass Zahlungen geleistet wurden.

Auch kritische Infrastrukturen betroffen

Ähnliches berichtet der Energiekonzern Eon. Mittlerweile seien täglich mehrere hundert An­griffe auf die Netzinfrastruktur zu verzeichnen, berichtete Vorstandsmitglied Thomas König am 16. März 2026 im Austausch mit Journalisten. Im Vergleich zu von vor fünf Jahren habe sich die Zahl damit verzehnfacht.

Der Manager verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung eines digitalisierten Stromnetzes, sowie die eigenen Bemühungen, die Sicherheit zu gewährleisten. Dafür arbeite Eon, wie viele andere Unternehmen, etwa auch mit externen Dienstleistern zusammen, um Angriffe zu simulieren und sich dagegen zu wappnen.

Eon ist Deutschlands größter Stromversorger und -netzbetreiber. Dem Unternehmen gehört rund ein Drittel dieses Netzes, das alle Spannungsebenen unterhalb des Übertragungsnetzes umfasst.

Linke fordert mehr Unterstützung für Kommunen

Die Linksfraktion sieht angesichts der Entwicklung Handlungsbedarf. Fraktionschefin Eva von Angern erklärte, der Anstieg zeige, dass die öffentliche Verwaltung stärker ins Visier von Cyber­angriffen gerate. Innenpolitiker Andreas Henke forderte mehr Unterstützung des Landes für Kommunen bei der IT-Sicherheit.

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