Ein Krisenstab ist ein von einer Organisation in einer Krise einberufenes Team oder Gremium. Es setzt sich aus Personen verschiedener Bereiche zusammen und übernimmt eine führende Rolle in der Krisenbewältigung. Nach dem Ende der Krise kehren die Mitglieder des Krisenstabs in ihre ursprüngliche Rolle zurück.
Ein Krisenstab ist ein Gremium zur Bewältigung von Krisensituationen.
Bei einem Krisenstab handelt es sich um ein spezielles Team oder Gremium einer Organisation wie eines Unternehmens. Die organisatorischen Aspekte und die Zusammensetzung des Krisenstabs werden im Rahmen vorbereitender Tätigkeiten des Krisenmanagements schon vor dem Auftreten einer Krise definiert. Der Krisenstab setzt sich aus Personen aus verschiedenen Bereichen der Organisation zusammen und ist mit besonderen Befugnissen ausgestattet. Einberufen wird der Krisenstab erst, wenn eine krisenhafte Situation auftritt.
Als Krisen oder krisenhafte Situationen sind Situationen definiert, die vom Normalzustand abweichen und erhebliche Auswirkungen auf die Tätigkeit der Organisation haben. Krisen gehen über Notfälle hinaus und haben ein sehr großes, unter Umständen sogar die Existenz einer Organisation gefährdendes Schadenspotenzial. Eine solche Krisensituation ist mit der normalen Ablauforganisation oder per Notfallmanagement nur schwer zu bewältigen. Krisen können sowohl intern als auch extern verursacht werden. Ausgelöst werden unternehmerische Krisen zum Beispiel durch Naturkatastrophen, Terroranschläge, allgemeine Wirtschaftskrisen, Kriege, Pandemien oder neue Technologien mit disruptiven Eigenschaften. Krisen können auch durch IT-bedingte Probleme wie schwere IT-Störungen, Cyberangriffe oder Ransomware-Befall ausgelöst werden.
Aufgabe eines Krisenstabs ist es, die Organisation bestmöglich durch die Krise zu bringen. Der Krisenstab übernimmt eine führende Rolle in der Bewältigung der Krise und ist für die strategische Steuerung der Organisation in der Krise sowie die Koordination der Maßnahmen zu deren Bewältigung verantwortlich. Gilt eine Krisensituation als bewältigt, endet die Tätigkeit des Krisenstabs und die Mitglieder nehmen wieder ihre ursprüngliche Rolle in der Organisation ein.
Damit ein Krisenstab seine Aufgaben wahrnehmen kann, sind gewisse Voraussetzungen zu schaffen. Es werden häufig spezielle Räumlichkeiten mit entsprechenden Arbeitsmitteln und technischer Ausstattung für den Krisenstab eingerichtet und vorgehalten. Anforderungen diesbezüglich sind zum Beispiel im Kapitel 7.1.3 des BSI-Standards 100-4 (Notfallmanagement) zu finden. 100-4 wurde mittlerweile durch den BSI-Standard 200-4 (Business Continuity Management) ersetzt, der ebenfalls auf die Beziehung zwischen Notfall- und Krisenmanagement näher eingeht.
Die Zusammensetzung eines Krisenstabs
Die Zusammensetzung des Krisenstabs kann je nach Art der Krise und der jeweiligen Organisation variieren. Er setzt sich aber grundsätzlich aus Personen verschiedener Bereiche der Organisation zusammen. Sie bringen jeweils spezifisches Fachwissen oder spezielle Fähigkeiten beziehungsweise Kompetenzen in das Gremium ein. Neben Experten sind auch Führungskräfte oder Repräsentanten der Geschäftsführung im Krisenstab vertreten. Bei Bedarf können zusätzliche Experten für spezielle Anforderungen zur Bewältigung einer Krise hinzugezogen werden. Neben der fachlichen Kompetenz ist bei der Berufung von Personen für den Krisenstab auf Eignungsmerkmale zu achten wie Kommunikationsfähigkeit oder Stressresistenz. Was die verschiedenen Rollen der Mitglieder eines Krisenstabs angeht, sind folgende Positionen zu besetzen: Krisenstabsleitung, stellvertretende Leitung, Assistenten, Protokollführer, Analysten, Fachbereichsvertreter, Experten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und weitere.
Die Aufgaben eines Krisenstabs
Zentrale Aufgabe eines Krisenstabs ist es, eine Krise bestmöglich zu bewältigen. Die hierfür zu erfüllenden Aufgaben lassen sich in verschiedene Teilaufgaben unterteilen. Zunächst nimmt der Krisenstab eine umfassende Analyse der Situation vor. Er informiert sich über die aktuelle Lage und beurteilt sie. Diese Analyse und Lagebeurteilung bilden die Grundlage für die weiteren Schritte. Auf ihrer Basis muss der Krisenstab entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Der Krisenstab veranlasst, überwacht und koordiniert die Maßnahmen zur Bewältigung der Krise. Er ist auch für die Bereitstellung und Koordination der hierfür benötigten Ressourcen wie Personal oder technische Hilfsmittel zuständig. Ist eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen oder Behörden notwendig, führt, steuert und koordiniert der Krisenstab auch diese. Eine weitere wichtige Aufgabe des Krisenstabs ist die Durchführung der Krisenkommunikation. Der Krisenstab informiert Betroffene, externe Partner, die Öffentlichkeit oder die Medien über die aktuelle Lage und die eingeleiteten Maßnahmen. Nach der Bewältigung einer Krise hat der Krisenstab noch die Aufgabe, eine Nachbereitung und Analyse durchzuführen. Die eingetretenen Ereignisse und die durchgeführten Maßnahmen werden einer genauen Analyse unterzogen, um gegebenenfalls Schwachstellen zu identifizieren und sich für zukünftige ähnliche Krisensituationen besser vorzubereiten. Nach einem abschließenden Bericht endet die Tätigkeit des Krisenstabs und die Mitglieder kehren in die normale Ablauforganisation zurück.
Stand: 08.12.2025
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Der Leitung des Krisenstabs kommen besondere Aufgaben zu. Sie hat die Gesamtverantwortung und übernimmt die führende Rolle in der Koordination der Aktivitäten des Krisenstabs. Bei den Zusammenkünften des Krisenstabs übernimmt die Leitung ebenfalls die führende Rolle. Die letztendliche Entscheidungshoheit über die einzuleitenden Maßnahmen hat die Leitung des Krisenstabs. Kann keine Einigung innerhalb des Krisenstabs erzielt werden, führt der Leiter des Stabs die Entscheidungsfindung herbei oder entscheidet selbst. Auch hinsichtlich der Priorisierung von Maßnahmen und Aktivitäten liegt die letzte Entscheidungshoheit beim Leiter des Krisenstabs. Weitere Aufgaben der Krisenstabsleitung sind die Delegation von Aufgaben an die verschiedenen Fachbereiche oder an andere Stabsmitglieder. Darüber hinaus sind vermittelnde Tätigkeiten zwischen den verschiedenen Interessen und Perspektiven der Mitglieder des Krisenstabs wahrzunehmen. Die Leitung ist auch für die Information der Geschäftsführung oder des Managements, soweit sie nicht selbst im Krisenstab vertreten sind, verantwortlich. Sollten weitere Ressourcen oder Kompetenzen für den Krisenstab benötigt werden, fordert der Leiter diese bei der Geschäftsführung oder dem Management ein.
Die Rolle des Krisenstabs bei der Krisenkommunikation
Bei der Krisenkommunikation übernimmt der Krisenstab ebenfalls die führende Rolle. Die Krisenkommunikation ist ein wichtiges Element des Krisenmanagements. Als Krisenkommunikation bezeichnet man die Informationsvermittlung durch die von einer Krise betroffene Organisation. Wie die anderen Aufgaben des Krisenstabs zielt auch die Krisenkommunikation darauf ab, eine krisenhafte Situation effektiv zu bewältigen und die Auswirkungen oder Schäden so gering wie möglich zu halten. Insbesondere steht die Einflussnahme auf weiche Faktoren wie die Bildung von Vertrauen im Fokus. Per Krisenkommunikation werden interne und externe Betroffene sowie die Öffentlichkeit oder Medien möglichst umfassend, transparent und widerspruchsfrei über den aktuellen Stand einer Krisensituation, ihrer Auswirkungen und über die getroffenen Maßnahmen zur Bewältigung informiert. Der Krisenstab koordiniert und steuert die Krisenkommunikation. Er ist dafür mit entsprechendem Fachpersonal für die Öffentlichkeits- und Medienarbeit besetzt. Der Krisenstab trägt unter anderem dafür Sorge, dass die Informationen korrekt und in der gewünschten Form gemäß einer abgestimmten Kommunikationsstrategie weitergegeben werden. Die Krisenkommunikation umfasst zum Beispiel das Durchführen von Pressekonferenzen, die Veröffentlichung von Pressemitteilungen, die Bekanntgabe von Schutz- und Verhaltensmaßnahmen, die Bereitstellung von aktualisierten Informationen zum Beispiel über digitale Kanäle oder die Richtigstellung von Falschinformationen oder das Ausräumen von Gerüchten.
Das Krisenmanagement des Bundes und die Krisenstäbe der Bundesressorts
Das Einrichten von Krisenstäben ist nicht nur eine Aufgabe des Krisenmanagements privater Organisationen wie Unternehmen, sondern findet auch auf Ebene des Bundes und der Länder sowie der Kommunen statt. Auf kommunaler Ebene sind Landräte und Oberbürgermeister in leitender Funktion.
Auch Bundesressorts verfügen über jederzeit einberufbare Krisenstäbe. Seitens des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) werden entsprechende Maßnahmen getroffen, um die Qualität des Krisenmanagements zu sichern. Für gravierende Gefahren oder Schadenlagen oder Pandemien hat das BMI zum Beispiel mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz oder dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gemeinsame Krisenstäbe vereinbart. Im IT-Bereich gibt es ebenfalls ein nationales IT-Krisenmanagement, das sich beispielsweise mit IT-Angriffen auf Behördensysteme und Kritische Infrastrukturen (KRITIS) beschäftigt. Es wurde ein nationales Cyber-Abwehrzentrum und ein nationaler Cyber-Sicherheitsrat eingerichtet. Das nationale IT-Krisenreaktionszentrum im BSI übernimmt bei schweren Cyber-Sicherheitsvorfällen und IT-Krisen koordinierende Aufgaben.