Maximaler CVSS 10.0 Sailpoint IdentityIQ enthält hochriskante Schwachstelle

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Eine kritische Sicherheitslücke erlaubt unautorisierten Zugriff auf sensible Daten in Sailpoints IdentityIQ. Als Übergangslösung steht ein Notfall-Fix bereit. Details über die Schwachstelle gibt es vom Hersteller kaum.

Bis ein offizieller Patch verfügbar ist, können Unternehmen, die Sailpoints IdentityIQ verwenden, einen vorübergehenden Patch aufspielen. (Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Bis ein offizieller Patch verfügbar ist, können Unternehmen, die Sailpoints IdentityIQ verwenden, einen vorübergehenden Patch aufspielen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Wer die IAM-Lösung (Identity and Access Management) IdentityIQ von Sailpoint einsetzt und das jüngst veröffentlichte Sicherheitsupdate nicht aufspielt, hält Cyberkriminellen quasi die Tür zu den Unternehmenssystemen offen. Denn IdentityIQ enthält eine kritische Sicherheitslücke mit dem maximalen CVSS 10.0. Die Plattform von Sailpoint bietet Unternehmen viele Funktionen zur Verwaltung von Benutzeridentitäten, wie Zugriffskontrolle, Automatisierung von Berechtigungsprozessen und Compliance-Überwachung.

Die Sicherheitslücke CVE-2024-10905 beschreibt einen sogenannten „unsachgemäßen Zugriffskontrollfehler“. Dieser erlaubt Cyberangreifern ohne Authentifizierung den HTTP/HTTPS-Zugriff auf geschützte, statische Inhalte im IdentityIQ-Anwendungsverzeichnis.

Eine genaue Beschreibung der Sicherheitslücke liefert Sailpoint nicht. Laut MITRE resultiere sie jedoch aus einer falschen Verarbeitung eines Dateinamens, der eine „virtuelle“ Ressource identifiziere, die nicht direkt im mit dem Dateinamen verknüpften Verzeichnis angegeben sei. Dadurch sind Cyberkriminelle in der Lage, manipulierte Dateinamen oder Pfade zu nutzen, um auf sensible Ressourcen zuzugreifen.

Betroffen sind folgende IdentityIQ-Versionen:

  • 8.2 bis 8.2p8
  • 8.3 bis 8.3p5
  • 8.4 bis 8.4p2

Sailpoint stellt E-Fixes bereit

Mit einem E-Fix stellt Sailpoint kurzfristig ein Update als Übergangslösung bereit, welches den Fehler in den derzeit unterstützten Software-Versionen korrigiert. Künftige Patchlevel sollen die Fixes enthalten, sobald diese verfügbar sind.

Was ist ein E-Fix?

E-Fix steht bei Sailpoint für Emergency Fix, zu Deutsch Notfall-Fix und hat dieselbe Aufgabe wie ein Patch, nämlich das Beheben einer Sicherheitslücke. Allerdings unterscheiden sich die Arten der Sicherheitsupdates in ihrem Umfang. Ein E-Fix ist eine gezielte, schnelle Lösung, die veröffentlicht wird, um eine bestimmte kritische Schwachstelle zu schließen. Sie werden sehr zügig und ohne ausführliche Tests bereitgestellt, um ein dringendes Problem zu beheben. In der Regel sind E-Fixes nur für bestimmte Software-Versionen bestimmt.

Ein Patch hingegen liefert Korrekturen für mehrere Softwarefehler und enthält oft Verbes­serungen und Erweiterungen bestehender Funktionen. Sie werden vor Veröffentlichung ausgiebigen Tests unterzogen, um sicherzustellen, dass sie keine neuen Probleme einführen und mit verschiedenen Umgebungen kompatibel sind.

Ob die Sicherheitslücke bereits aktiv ausgenutzt wird, ist derzeit nicht bekannt. Nichtsdestotrotz sollten Admins den E-Fix unverzüglich installieren, um zu verhindern, dass Cyberkriminelle Dateien kompromittieren können.

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