Leadership Compass E-Mail Security Ist integrierte E-Mail-Sicherheit noch ausreichend?

Ein Gastbeitrag von Martin Kuppinger 2 min Lesedauer

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Integrierte Plattformfunktionen bieten heute oft keine ausreichende Ab­sicherung gegen aktuelle Angriffsmethoden mehr. Besonders Business E-Mail Compromise verlangt nach kontextsensitiver Erkennung jenseits statischer Signaturen.

Dem Analystenhaus KuppingerCole zufolge, reichen statische Signaturen nicht mehr aus, um Angriffe über E-Mail zu erkennen. Der Schlüssel soll KI-basierte Verhaltensanalyse sein.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Dem Analystenhaus KuppingerCole zufolge, reichen statische Signaturen nicht mehr aus, um Angriffe über E-Mail zu erkennen. Der Schlüssel soll KI-basierte Verhaltensanalyse sein.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

E-Mail bleibt trotz der zunehmenden Nutzung alternativer Kommunikationskanäle wie Micro­soft Teams, Slack oder WhatsApp Business das bevorzugte Einfallstor für Cyberangriffe. KI-ge­stützte Phishing-Kampagnen umgehen traditionelle Filter zunehmend erfolgreich, insbe­son­dere wenn sie gut getarnt über mehrere Kanäle gleichzeitig orchestriert werden. Mit der Aus­wei­tung hybrider Arbeitsformen wächst die Angriffsfläche – Unternehmen müssen Sicher­heits­architekturen stärker mit Produktivitätszielen verzahnen. Die Fähigkeit zur Verhaltens­analyse in Kombination mit KI-basierter Bedrohungskorrelation ist heute ein zentrales Dif­ferenzierungsmerkmal.

Erkennungsqualität schlägt Funktionsvielfalt

Dem „Leadership Compass E-Mail Security“ von KuppingerCole zufolge, sind Broadcom, Check Point, Cisco Systems, Ironscales, Mimecast, Microsoft, Proofpoint, Sophos und Trellix „Overall Leader“ in diesem Marktsegment. Im Spitzenfeld positionieren sich Anbieter, die so­wohl Secure E-Mail Gateways (SEG) als auch API-basierte Vorzustellungskontrollen kom­bi­nieren und dadurch eingehende Nachrichten bereits vor der Inbox analysieren können. Ent­scheidend ist nicht die Anzahl der Funktionen, sondern die reibungslose Integration in bestehende Kolla­bo­ra­tionsumgebungen und Sicherheitsprozesse.

Während führende Lösungen Angriffserkennung kanalübergreifend, etwa für E-Mail, Colla­bo­ration-Tools und Mobile Messaging, zusammenführen, bleiben weniger entwicklungsstarke Angebote häufig auf einzelne Übertragungswege fokussiert. Auch beim Einsatz von Data Loss Prevention (DLP) zeigt sich ein klarer Abstand zwischen kontextsensitiver Policy-Steuerung und einfachen Keyword-Filtern.

Wie verändert sich der Markt für E-Mail Security?

In den kommenden 12 bis 18 Monaten wird sich der Markt weiter in Richtung vereinheitlichter Kommunikationssicherheit entwickeln. Die Entwicklung geht hin zu personalisierten KI-Mo­dellen mit erklärbarer Entscheidungslogik und integrierter Isolation direkt im Mailflow.

Für Sicherheitsverantwortliche gilt: Nicht die Wahl zwischen Gateway oder API-Modell ist ent­scheidend, sondern die Fähigkeit eines Systems, Angriffe vor und nach Zustellung konsistent zu erkennen – und dabei den Nutzer nicht durch unnötige Unterbrechungen auszubremsen. Wer heute nur auf integrierte Bordmittel der Plattformanbieter setzt, spart an der falschen Stelle.

Über den Autor: Martin Kuppinger ist Principal Analyst & Cofounder von KuppingerCole Analysts.

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