Offener Brief an Ministerien: Ausbildung und Cyber-Abwehr dringend nötig Lehrstuhl für Organisation und Ent­wick­lung im Rechenzentrum gefordert

Quelle: Pressemitteilung Scholderer GmbH 2 min Lesedauer

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In einem offenen Brief an den Bundesminister für Digitalisierung und die Bundesministerin für Forschung und Technologie hat der Karlsruher IT-Experte und Dozent Dr. habil. Robert Scholderer die Einrichtung eines Lehrstuhls für Rechenzentrums-Organisation gefordert.

„Es gibt in Deutschland keinen einzigen universitären Lehrstuhl, der sich systematisch mit der Organisation und Weiterentwicklung von Rechenzentren beschäftigt – und mit deren Absicherung gegen Cyberangriffe.“ beschwert sich Dr.-Ing. habil. Robert Scholderer.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
„Es gibt in Deutschland keinen einzigen universitären Lehrstuhl, der sich systematisch mit der Organisation und Weiterentwicklung von Rechenzentren beschäftigt – und mit deren Absicherung gegen Cyberangriffe.“ beschwert sich Dr.-Ing. habil. Robert Scholderer.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Deutschland investiert jährlich mehrere Milliarden Euro in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik, verfüge aber bislang über keine relevanten Rechenzentren, so Scholderer in seinem Schreiben an die Ministerien. Die Erforschung dieser IT-Knotenpunkte und eine fachgerechte Ausbildung fehlten bislang.

Scholderer schreibt: „Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts – in Verwaltung, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Forschung und Sicherheit. Ohne Rechenzentren läuft dabei nichts: Alles hängt an diesen oft vergessenen Knotenpunkten der Digitalisierung.“ Eine optimale Rechenzentraumsinfrastruktur, die Deutschland weniger abhängig von externen Anbietern mache, bedürfe wissenschaftlicher Methoden und einer qualifizierenden Ausbildung, wie sie ein Hochschul-Studium vermittele.

Und doch gibt es in Deutschland keinen einzigen universitären Lehrstuhl, der sich systematisch mit der Organisation und Weiterentwicklung von Rechenzentren beschäftigt – und mit deren Absicherung gegen Cyberangriffe", so Scholderer in seinem Schreiben. (Dass das nicht so ganz stimmt, zeigt etwa ein Beitrag unseres Schwesterportals DataCenter-Insider.de.)

Abhängigkeit ist ein hohes geopolitisches Risiko

Weiter heißt es: „Rechenzentren sind hochkomplexe Ökosysteme, die Energie-effizient, sicher, resilient und organisatorisch zukunftsfähig gestaltet werden müssen. Ihr Ausfall kann kritische Infrastrukturen lahmlegen, und ihre Abhängigkeit von wenigen US-Anbietern stellt ein hohes geopolitisches Risiko dar.“

Um diese dringenden Fragen ganzheitlich zu erforschen und die Digitalisierung in Deutschland auf sichere Füße zu stellen, brauche es einen entsprechenden Forschungsschwerpunkt als wissenschaftliches Fundament für die Organisation von Rechenzentren. Ein Lehrstuhl für Digitale Infrastrukturen und Rechenzentrums-Organisation könnte neue Modelle für Sicherheit und Compliance gemäß der NIS-2-Richtlinie entwickeln und auch die digitale Souveränität Europas stärken. Dafür sei auch die Schaffung klarer Standards nötig.

Als Standort für einen solchen Lehrstuhl kämen renommierte Universitäten infrage, die Disziplinen wie Informatik, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, Super-Computing oder Cyber-Security bereits übergreifend bedienen.

Über Robert Scholderer

SLA-Experte Robert Scholderer richtet sich mit einem offenen Brief an gleich zwei deutsche Ministerien. (Bild:  Linkedin)
SLA-Experte Robert Scholderer richtet sich mit einem offenen Brief an gleich zwei deutsche Ministerien.
(Bild: Linkedin)

Dr.-Ing. habil. Robert Scholderer gilt als Experte in Sachen Service Level Agreement (SLA) und IT-Lieferketten. Er studierte Mathematik und Informatik in München, promovierte in Karlsruhe und habilitierte sich an der TU Ilmenau, wo er auch als Gastdozent tätig ist.

Mit seinem Beratungsunternehmen hat er für deutsche und internationale Firmen über 350 Servicekataloge mit rund 6.000 Servicebeschreibungen verfasst und Outsourcing-Verträge mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro erstellt. Das von seinem Unternehmen entwickelte „Sousis“-Modell zählt zu den internationalen IT-Standards und wird weltweit von fast 3.000 IT-Firmen angewendet. Seit 2021 ist Scholderer Vorsitzender des IT Management Service Forums (ITSMF) in Österreich.

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