Lenovo Laptops und ThinkPads betroffen Sicherheitslücken in Lenovo-Produkten

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Hacker können Malware auf Lenovo-Computern ausführen. Schuld sind Sicherheitslücken im BIOS, WLAN-Treiber und Management-Controller, nicht nur von Lenovo, auch von Intel, Qualcomm und AIM.

Über Sicherheitslücken in BIOS und UEFI-Firmware dringen Hacker in Systeme von Lenovo-Produkten ein.(Bild:  James Thew - stock.adobe.com)
Über Sicherheitslücken in BIOS und UEFI-Firmware dringen Hacker in Systeme von Lenovo-Produkten ein.
(Bild: James Thew - stock.adobe.com)

Lenovo schließt Sicherheitslücken im BIOS seiner Systeme. Die bereitgestellten Updates sollten so schnell wie möglich installiert werden. Die Schwachstellen betreffen sowohl Server- als auch Desktop-Produkte und decken eine breite Palette von Angriffsmöglichkeiten ab, einschließlich der Ausführung beliebigen Codes, Denial-of-Service-Angriffen (DoS), Rechteausweitung sowie der Offenlegung sensibler Informationen.

Kritische Sicherheitslücken in Lenovo-Produkten

Lenovo stuft die Sicherheitslücken als hochkritisch ein. Sie ermöglichen es Cyberangreifern, durch das Ausnutzen von Schwachstellen im BIOS oder UEFI-Firmware eines Systems, tief in das System einzudringen.

In den ThinkSystem- und ThinkStation-Produkten identifizierte Lenovo mehrere Schwachstellen. Hierbei ist besonders die Sicherheitslücke CVE-2024-4550 hervorzuheben, die es einem lokalen Angreifer ermöglicht, durch einen Buffer Overflow beliebigen Code mit erhöhten Rechten auszuführen. Ähnliche Schwachstellen bestehen in einigen Lenovo-Notebooks, die durch einen Angriff auf die UEFI-Shell lokal angegriffen werden können. Die UEFI-Shell, die auf Systemen wie dem ThinkPad L390 Yoga und dem Lenovo 10w Notebook verfügbar ist, eröffnet potenziellen Angreifern die Möglichkeit, ihre Rechte zu erweitern und so unbefugten Zugriff auf das System zu erlangen.

Die CVEs der Lenovo-Schwachstellen lauten:

  • CVE-2021-33164
  • CVE-2023-22351
  • CVE-2023-23904
  • CVE-2023-25546
  • CVE-2023-41833
  • CVE-2023-42772
  • CVE-2023-43626
  • CVE-2023-43753
  • CVE-2024-21781
  • CVE-2024-21829
  • CVE-2024-21871
  • CVE-2024-23599
  • CVE-2024-23984
  • CVE-2024-24968
  • CVE-2024-3100
  • CVE-2024-33016
  • CVE-2024-45105
  • CVE-2024-4550
  • CVE-2024-7756

Das Problem betrifft nicht nur Lenovo, sondern die Schwachstellen ziehen sich durch die gesamte Industrie, was die Bedrohung weiter verschärft.

AMI BIOS Schwachstelle im System Management Mode

Der amerikanische Hersteller AMI meldete beispielsweise eine Sicherheitslücke im System Management Mode (SMM) von BIOS, die es Angreifern ermöglicht, beliebigen Code auszuführen. Diese Art von Angriff gilt als besonders gefährlich, da der SMM tief in die Hardware-Architektur eines Systems eingebettet ist und normalerweise nur privilegierten Code zulässt.

Sicherheitslücken in Intel UEFI-Firmware

Intel berichtete über verschiedene Sicherheitslücken in der UEFI-Firmware einiger Prozessoren, die es Angreifern ermöglichen, durch lokale Zugriffe Rechte zu erweitern, DoS-Angriffe zu initiieren oder vertrauliche Informationen preiszugeben. Besonders besorgniserregend ist eine Schwachstelle in den Finite State Machines (FSM) der Hardware-Logik, die es Angreifern mit privilegiertem Zugang erlaubt, Denial-of-Service-Angriffe durchzuführen. Zudem besteht eine weitere Schwachstelle in der Running-Average-Power-Limit-Schnittstelle (RAPL), die zur Offenlegung sensibler Informationen führen kann. Intel hat bereits Firmware-Updates zur Verfügung gestellt, um diese Schwachstellen zu beheben.

Hacker nutzen Buffer Overflow in Qualcomm aus

Auch Qualcomm meldete eine schwerwiegende Schwachstelle. Ein Buffer Overflow in einigen Prozessoren ermöglicht es Angreifern, bösartige Befehle auszuführen und dabei über das zugewiesene Speicherlimit hinaus zu schreiben. Dies eröffnet das Potenzial für Angriffe, bei denen Angreifer die Kontrolle über den Speicher erlangen und damit das gesamte System kompromittieren können. Diese Schwachstelle CVE-2024-33016 zeigt erneut, dass Sicherheitslücken auf verschiedenen Hardwareebenen zu schweren Folgen führen können.

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