Cyber-Resilienz stärken Warum MDR statt XDR für den Mittelstand oft die bessere Wahl ist

Ein Gastbeitrag von Sören Kohls 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mittelständische Unternehmen sind besonders gefährdet, weil Ressourcen für komplexe Sicherheitslösungen fehlen. Managed Detection and Response (MDR) bietet eine praxistaugliche Möglichkeit, Angriffe frühzeitig zu er­ken­nen und Schäden zu verhindern, ohne eigenes SOC oder große Budgets.

Mittelständische Unternehmen sind für Cyberkriminelle ein bevorzugtes Ziel. MDR-Dienste können die fehlenden Ressourcen durch 24/7-Schutz und spezialisierte Expertise ausgleichen.(Bild: ©  Gold - stock.adobe.com)
Mittelständische Unternehmen sind für Cyberkriminelle ein bevorzugtes Ziel. MDR-Dienste können die fehlenden Ressourcen durch 24/7-Schutz und spezialisierte Expertise ausgleichen.
(Bild: © Gold - stock.adobe.com)

Mittelständische Unternehmen sind noch viel zu oft unzureichend geschützt. Während große Konzerne in umfassende Sicherheitsarchitekturen investieren, fehlen in kleinen und mittleren Betrieben oft die notwendigen Ressourcen, um sich effektiv vor modernen Cyberbedrohungen zu schützen. Cyberkriminelle machen jedoch keinen Unterschied bei der Unternehmensgröße: Sie greifen gezielt die Unternehmen an, die als „leichte Beute“ gelten – und das betrifft oft auch den Mittelstand.

Das bestätigen auch aktuelle Zahlen: Laut Bitkom gaben 81 Prozent der befragten Unternehmen an, Opfer von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage geworden zu sein. Der dadurch entstandene finanzielle Schaden wird auf 267 Milliarden Euro geschätzt; dies entspricht einem Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unternehmen sehen sich mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert, die es zu lösen gilt. Abhilfe schaffen kann eine extern verwaltete Sicherheitslösung – jedoch nicht unbedingt XDR (Extended Detection and Response), das derzeit in aller Munde ist. Zwar kombiniert XDR Daten aus verschiedenen Sicherheitsquellen, um Bedrohungen noch umfassender zu analysieren, dennoch ist es für viele mittelständische Unternehmen nicht die richtige Lösung. Denn sie erfordert eine komplexe Integration verschiedener Sicherheitssysteme, was wiederum ein gut geschultes IT-Sicherheitsteam voraussetzt. Viele KMU verfügen jedoch weder über das Fachwissen noch über die personellen Kapazitäten dafür. Zudem ist XDR mit höheren Kosten verbunden, da nicht nur die Lösung selbst, sondern auch die erforderliche Infrastruktur finanziert werden muss.

Für Unternehmen, die nicht über ein dediziertes Security Operations Center (SOC) verfügen, bietet Managed Detection and Response (MDR) daher die deutlich praktischere und effizientere Lösung, da sie die typischen Herausforderungen mittelständischer Unternehmen individuell und passgenau lösen kann – ohne zusätzliche interne Ressourcen zu benötigen oder das Budget zu sehr zu strapazieren.

Herausforderung Nummer eins: Mangel an Cybersicherheitspersonal

Viele mittelständische Unternehmen haben keine dedizierten IT-Sicherheitsteams. Die IT-Abteilung, falls sie überhaupt existiert, kümmert sich meist um den laufenden Betrieb: Netzwerke müssen reibungslos funktionieren, Updates installiert und Software-Probleme behoben werden.

Die Bedrohungslage im Blick zu behalten, Cyberangriffe zu analysieren oder gar Sicherheitsvorfälle zu untersuchen, bleibt dabei meist auf der Strecke. Das ist riskant, denn Angriffe entwickeln sich ständig weiter und sind oft nicht mehr mit klassischen Schutzmaßnahmen wie Firewalls oder Antivirenprogrammen abzuwehren.

Die Lösung: MDR übernimmt die Sicherheitsüberwachung rund um die Uhr und die Notwendigkeit, ein eigenes Security-Team aufzubauen, entfällt. Denn MDR-Dienstleister stellen erfahrene Sicherheitsexperten bereit, die 24/7 verdächtige Aktivitäten analysieren und Angriffe bereits in der Entstehungsphase erkennen. Statt erst zu reagieren, wenn der Schaden bereits entstanden ist, kann ein MDR-Dienstleister sofort Maßnahmen ergreifen, um Bedrohungen zu stoppen, bevor sich diese ausbreiten.

Herausforderung Nummer zwei: Unzureichendes Sicherheitsbudget

Cybersicherheit kostet Geld und viele mittelständische Unternehmen scheuen sich davor, größere Investitionen in diesen Bereich zu tätigen. Der Fokus liegt auf dem Kerngeschäft, während IT-Sicherheit oft als „zusätzlicher Kostenfaktor“ betrachtet wird. Doch diese Denkweise kann teuer werden – deutlich teurer als die Investition in präventive Maßnahmen. Die Zahlen sprechen für sich: Ein erfolgreicher Cyberangriff kostet Unternehmen in Deutschland durchschnittlich rund 970.000 Euro (1,06 Millionen US-Dollar). Dazu gehören nicht nur Lösegeldzahlungen im Falle einer Daten- und Systemverschlüsselung, sondern auch IT-Wiederherstellung, Reputationsverluste und entgangene Umsätze. Für ein Unternehmen mit beispielsweise 100 Mitarbeitern kann ein einziger Angriff daher schnell existenzbedrohend werden.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Die Lösung: MDR reduziert Kosten und schützt vor unkalkulierbaren Schäden. Statt hohe Summen in eine eigene Sicherheitsinfrastruktur und Personal zu investieren, ermöglicht MDR einen planbaren, überschaubaren Kostenrahmen. Unternehmen zahlen eine monatliche oder jährliche Gebühr für einen hochspezialisierten Sicherheitsservice, der sie kontinuierlich schützt – sozusagen ein ausgelagertes SOC-Team. Die Kosten für MDR betragen dabei nur einen Bruchteil der potenziell durch einen erfolgreichen Angriff verursachten Schäden.

Herausforderung Nummer drei: Komplexität der Bedrohungslage

Cyberkriminelle arbeiten längst nicht mehr allein, sondern nutzen hochentwickelte Technologien, um ihre Angriffe zu optimieren. KI-gestützte Phishing-Angriffe, Deepfake-Anrufe, zielgerichtete Attacken auf Lieferketten – die Angriffsmethoden werden immer ausgeklügelter und komplexer. Für viele Mittelständler ist es kaum möglich, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.

Die Lösung: MDR erkennt Angriffe, bevor diese erfolgreich sind. Es nutzt fortschrittliche Bedrohungsanalysen und Künstliche Intelligenz, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, noch bevor ein Schaden entsteht. Durch die Kombination von automatisierter Bedrohungserkennung und menschlicher Expertise kann MDR auch komplexe, zielgerichtete Angriffe identifizieren, die für herkömmliche Sicherheitslösungen meist unsichtbar bleiben.

MDR als Go-to-Lösung für den Mittelstand

Cyberangriffe sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Unternehmen, die weiterhin auf traditionelle Sicherheitsmaßnahmen setzen oder Cybersicherheit auf die leichte Schulter nehmen, setzen ihre Existenz aufs Spiel. MDR bietet gerade mittelständischen Unternehmen eine bezahlbare, skalierbare und effektive Möglichkeit, sich gegen die immer raffinierteren Bedrohungen zu schützen – ohne dass sie selbst ein eigenes Security-Team aufbauen müssen.

Wer sich für MDR entscheidet, investiert nicht nur in Cybersicherheit, sondern sichert die Zukunft seines Unternehmens nachhaltig. Denn eines ist klar: In einer Zeit, in der Cyberangriffe immer professioneller werden, kann es sich kein Mittelständler mehr leisten, beim Thema IT-Sicherheit Kompromisse einzugehen.

Über den Autor: Sören Kohls ist Head of Channel DACH bei Kaspersky.

(ID:50543844)