Fehleinschätzungen in der Microsoft-365-Sicherheit Konfigurationslücken und Privilegien­explosion in Microsoft 365

Quelle: Pressemitteilung CoreView 2 min Lesedauer

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Unternehmen investieren in Microsoft 365 Security, unterschätzen aber Konfigurationssicherung, MFA Durchsetzung und Multi-Tenant-Komplexität. Ein aktueller Core View Report zeigt, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Realität bleibt.

Viele IT Teams gehen davon aus, dass Microsoft Tenant Konfigurationen automatisch absichert. Der CoreView-Report zu Microsoft 365 Security zeigt, wie riskant diese Annahme ist.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Viele IT Teams gehen davon aus, dass Microsoft Tenant Konfigurationen automatisch absichert. Der CoreView-Report zu Microsoft 365 Security zeigt, wie riskant diese Annahme ist.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Jeder zweite IT-Verantwortliche geht fälschlicherweise davon aus, dass Microsoft automatisch Backups der M365-Tenant-Konfigurationen erstellt. Während sich im Falle einer Kom­pro­mit­tie­rung Daten relativ einfach wiederherstellen lassen, ist die Rekonstruktion von Tausenden Konfigurationen nur mit Bordmitteln eine gewaltige und zeitintensive Aufgabe. Dies ist eine der Herausforderungen für die Microsoft-365-Security, die der Bericht „The State of Microsoft 365 Security 2025“ von Core View beleuchtet. Für die Studie wurden IT- und Security-Experten aus den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Frankreich und Deutschland befragt.

Die Bedrohungslage verschärft sich

68 Prozent der Unternehmen sind täglich Cyberangriffen ausgesetzt. Gleichzeitig do­ku­men­tier­te Microsoft im Mai 2024 allein 176.000 Fälle von Konfigurationsmanipulationen. Das ist ein Anstieg von 79 Prozent gegenüber 2023. Allerdings nutzen nur 45 Prozent Tools zur Erkennung solcher Manipulationen. Gleichzeitig berichten 48 Prozent von wenig bis keiner Kon­fi­gura­tions­mani­pu­la­tion in ihren Umgebungen. Dies ist jedoch kein Grund zur Entwarnung, sondern eher ein Indiz dafür, dass sie diese schlicht nicht erkennen.

Multi-Faktor-Authentifizierung: Implementiert, aber nicht durchgesetzt

Obwohl 99,9 Prozent aller Konto-Kompromittierungen auf Konten ohne Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erfolgen, setzen lediglich 41 Prozent der befragten Unternehmen MFA auch durch. 20 Prozent haben zwar MFA eingeführt, verfügen aber über keinen Durch­setz­ungs­pro­zess.

Weitere 24 Prozent befinden sich noch in der Implementierungsphase. Diese Lücke zwischen Installation und tatsächlicher Wirksamkeit ist besonders brisant: Unter­neh­men mit automatisierter MFA-Durchsetzung verzeichnen 53 Prozent weniger Sicherheitsvorfälle.

Privilegien-Explosion bei Anwendungen

Während die Anzahl globaler Administratoren unter Kontrolle gebracht wurde, 61 Prozent halten sich an Microsofts Empfehlung von maximal fünf Accounts, explodiert die Anzahl privilegierter Anwendungen: 51 Prozent der Unternehmen betreiben über 250 Entra-An­wen­dung­en mit Lese- und Schreibrechten, 18 Prozent sogar über 1.000. Diese Apps können ebenso viel Schaden anrichten wie globale Admin-Konten, werden aber deutlich seltener überwacht. Nur 22 Prozent setzen Drittanbieter-Tools zur App-Überwachung ein.

Das Multi-Tenant-Dilemma

78 Prozent der Unternehmen verwalten mehrere Microsoft-365-Tenants, 45 Prozent sogar mehr als fünf. Diese Komplexität erhöht das Sicherheitsrisiko erheblich. Unternehmen mit zehn oder mehr Tenants weisen einen mehr als doppelt so großen ad­mini­stra­ti­ven Aufwand auf und sind deutlich anfälliger für Sicherheitsvorfälle.

Die Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität

Nicht nur gefährliche Fehleinschätzungen über scheinbar grundlegende Funktionalitäten bedrohen Sicherheitslage, sondern auch eine zweifelhafte Selbsteinschätzung: 60 Prozent bewerten ihre Microsoft-365-Sicherheit als „bewährt" oder „fortgeschritten". Jedoch weisen diese Unternehmen nahezu identische Kompromittierungsraten auf wie solche mit nur grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen.

Der Report macht aber auch deutlich, dass sich formale Security-Prozesse auszahlen. So verzeichnen Unter­neh­men mit strukturiertem Change-Management 72 Prozent weniger konfigurationsbedingte Sicher­heits­vor­fälle.

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