Automatisierte Netzwerksicherheit in der Industrie Wie Mikrosegmentierung auch ohne Firewalls funktioniert

Ein Gastbeitrag von Kay Ernst 2 min Lesedauer

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In industriellen Netzwerken galten fehlende Firewalls und veraltete Systeme lange als unüberwindbare Hürde für die Mikrosegmentierung. Doch neue Lösungen ermöglichen jetzt eine automatisierte Absicherung – direkt über das Netzwerk, ohne Eingriffe in bestehende Systeme. So wird industrielle Netzwerksicherheit endlich praktikabel und skalierbar.

Was in klassischen IT-Umgebungen bereits funktioniert, wird nun auf Industrieanlagen ausgeweitet: Mikro­segmen­tierung gelingt heute automatisiert, ohne Eingriffe in die vorhandene Infrastruktur – auch dort, wo keine Firewalls vorhanden sind. Ein realistischer Weg zu echter Netzwerksicherheit.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Was in klassischen IT-Umgebungen bereits funktioniert, wird nun auf Industrieanlagen ausgeweitet: Mikro­segmen­tierung gelingt heute automatisiert, ohne Eingriffe in die vorhandene Infrastruktur – auch dort, wo keine Firewalls vorhanden sind. Ein realistischer Weg zu echter Netzwerksicherheit.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

In vielen IT-Umgebungen ist Mikrosegmentierung längst kein theoretisches Ziel mehr. Neue Technologien ermöglichen eine automatisierte Umsetzung, ohne dass Software auf den Zielsystemen installiert werden muss. Wie sich Server und Clients in kurzer Zeit gegeneinander absichern lassen, wurde bereits in einem früheren Beitrag gezeigt. Dieses Verfahren bietet vollständige Transparenz, nutzt bestehende MFA-Lösungen und kommt mit minimalem Betriebsaufwand aus. Doch industrielle Produktionsumgebungen bringen andere Voraussetzungen mit. Hier fehlt oft die technische Basis, die in klassischen IT-Strukturen genutzt werden kann. Trotzdem lassen sich auch diese Systeme wirksam segmentieren – mit einem anderen Ansatz, der sich anpasst, ohne in bestehende Prozesse einzugreifen.

Segmentierung trotz fehlender Firewalls

Viele industrielle Komponenten wie SPS, HMI oder Bestandteile von Prozessleitsystemen verfügen über keine Host-Firewall. Manche Windows-Systeme sind so alt, dass selbst grundlegende Sicherheitsfunktionen fehlen. Eine Segmentierung über das Endgerät ist deshalb oft nicht möglich.

Die Lösung liegt im Netzwerk selbst: Switches übernehmen hier die Funktion der Kontrolleinheit. Nach einer kurzen Lernphase, in der der normale Datenverkehr analysiert wird, passt das System die Access Control Lists (ACLs) der Switches automatisch an. Nur erforderliche Verbindungen bleiben bestehen. Alle anderen werden blockiert.

Die Konfiguration erfolgt nicht über zentrale Managementsysteme, sondern direkt über REST-APIs. Das spart Zeit und ermöglicht eine gezielte Umsetzung. Auch große Produktionsumgebungen lassen sich auf diese Weise effizient segmentieren. Und zwar individuell, regelbasiert und ohne Änderungen an den Geräten selbst.

Zugriffe kontrollieren – auch auf Zeit

Trotz der strikten Segmentierung müssen bestimmte Verbindungen weiterhin möglich bleiben. Wenn sich etwa ein Administrator mit einer Steuerung verbinden muss, kann der Zugriff über die bestehende MFA-Integration gezielt freigegeben werden. Zusätzlich lässt sich eine zeitliche Begrenzung definieren. Der Zugriff endet dann nach einer vorher festgelegten Dauer automatisch – etwa nach einigen Stunden. Eine Verbindung ist erst wieder nach Authentifizierung möglich.

Auch für externe Dienstleister ist das sinnvoll. Ein Wartungstechniker kann für die Dauer seines Einsatzes auf definierte Anlagenteile zugreifen. Danach wird der Zugang automatisch geschlossen. Niemand muss sich darum kümmern, temporäre Freigaben manuell zu entfernen.

Kontrolle und Klarheit behalten

Automatisierung bedeutet nicht, die Kontrolle abzugeben. Im Gegenteil. Jede Regel, jede Freigabe und jede Verbindung ist sichtbar. Die Segmentierung erfolgt nachvollziehbar und transparent. Entscheidungen basieren auf klaren, überprüfbaren Kriterien. Eine undurchsichtige Black Box entsteht dabei nicht.

Ein technischer Durchbruch für die Praxis

Industrielle Netzwerke galten lange als schwer zu sichern. Fehlende Firewalls, lange Lebenszyklen und heterogene Strukturen erschwerten jede Segmentierung. Die API-gesteuerte Mikrosegmentierung ändert das grundlegend. Die Kommunikation wird direkt im Netzwerk gesteuert.

Was bisher in der IT-Umgebung funktioniert hat, wird jetzt auch in der Produktion Realität. Die technischen Hürden sind gefallen. Mikrosegmentierung gelingt auch dort, wo keine Firewalls vorhanden sind. Schnell, automatisiert und nachvollziehbar. So wird ein lange ungelöstes Problem endlich beherrschbar – ohne Eingriffe in die Systeme, aber mit maximaler Wirkung.

Über den Autor: Kay Ernst ist Regional Sales Manager bei Zero Networks.

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