Das EU-Projekt 8ra entwickelt eine skalierbare Edge-Cloud-Infrastruktur für industrielle Künstliche Intelligenz (KI), um Fertigungsprozesse automatisiert und datenschutzkonform zu verbessern – für mehr Effizienz, Qualität und digitale Souveränität in Europas Industrie.
Das EU-Projekt 8ra entwickelt eine skalierbare Edge-Cloud-Infrastruktur für industrielle KI. Ziel ist es, Fertigungsprozesse zu automatisieren, Qualität zu steigern und Europas digitale Souveränität zu stärken.
(Bild: KI-generiert)
Im globalen Wettbewerb steht die Fertigungsbranche in Europa unter massivem Druck. Um Effizienz und Qualität aufrecht zu erhalten oder sogar zu verbessern, sind neue Produktionsprozesse, Strategien und Strukturen nötig. Diese müssen wiederum der aktuellen Gesetzgebung entsprechen. Gleichzeitig will Europa seine digitale Souveränität stärken und sich unabhängiger von globalen Tech-Giganten machen. Manufacturing AI – also KI für industrielle Anwendungen – ist hier ein strategischer Hebel, um Qualitätsansprüche, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und digitale Unabhängigkeit miteinander zu verbinden.
Ein Beispiel dafür, wie das gelingen kann, ist das EU-Projekt 8ra. Zwölf Mitgliedstaaten entwickeln gemeinsam eine interoperable, skalierbare Edge-Cloud-Infrastruktur für industrielle KI-Anwendungen. Sie integrieren domänenspezifische Modelle in flexible Edge-Cloud-Architekturen, automatisieren Produktionsprozesse und entwickeln datenbasierte Services – alles unter Einhaltung europäischer Datenschutz- und Sicherheitsstandards.
Domänenspezifische KI-Modelle für präzise Entscheidungen und Skalierbarkeit
Viele Fertigungs- und Logistikprozesse laufen noch manuell ab. Sie kosten Zeit, sind fehleranfällig und schwer skalierbar. Schwachstellen sind ungenaue Qualitätsbewertungen, ineffiziente Ressourcennutzung bei Sichtprüfungen sowie fehlende Echtzeit-Transparenz und unzureichende Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette.
Hier setzt 8ra an: Das Projekt entwickelt domänenspezifische KI-Modelle, die Daten aus visuellen Sensoren – wie Ladungsträgerbildern oder Paketbildern – mit Produktionsdaten aus den bestehenden operativen Systemen integrieren, zum Beispiel Auftragsinformationen. So entstehen präzise Analysen in Echtzeit und entsprechend fundiertere Entscheidungen. Die KI-Modelle sind skalierbar und Unternehmen können sie flexibel in verschiedene Produktionsbereiche integrieren. So unterstützen sie das Unternehmenswachstum und Manufacturing AI wird sicher, kontrollierbar und flächendeckend einsetzbar.
Edge und Cloud als Duo für Echtzeittransparenz und kontinuierliche Verbesserung
Edge- und Cloud-Technologien bilden das Fundament für Manufacturing AI, da sie Echtzeittransparenz mit langfristiger Optimierung verbinden. Edge-Computing verarbeitet Daten unmittelbar an der Produktionslinie – etwa bei der Fehlererkennung oder dem Einleiten von Maßnahmen innerhalb von Millisekunden. In der Cloud können Unternehmen Daten aus verschiedenen Standorten zusammentragen und bereitstellen, ihre KI-Modelle trainieren und validieren sowie neue Modellversionen ausrollen.
Das Edge-Cloud-Continuum erlaubt die latenzarme Verarbeitung kritischer Daten wie Kamerabilder oder Maschinensignale am Netzwerkrand ohne Umweg über die Cloud. Gleichzeitig schafft die zentrale Cloud-Plattform Raum für Wissenskonsolidierung und fortlaufende Modelloptimierung. Unternehmen lernen so standortübergreifend und skalieren effizient. Durch die Lastverteilung zwischen Edge und Cloud sinkt der Ressourcenverbrauch und die Systemeffizienz steigt. Lokale Datenverarbeitung stärkt zudem die Datensouveränität – besonders in sicherheitskritischen Anwendungen.
Diese Infrastruktur ermöglicht automatisierte Entscheidungen in Echtzeit – zum Beispiel in der Qualitätssicherung oder bei der Optimierung von Lageräumen. 8ra setzt auf eine Gaia-X-konforme Infrastruktur, die lokale Verarbeitung mit globalem Lernen kombiniert – für ein sicheres, nachhaltiges Gesamtsystem. Gleichzeitig stärkt sie die europäische Souveränität: durch lokale Verarbeitung sensibler Produktionsdaten, Reduktion der Abhängigkeit von globalen Plattformen und rechtskonforme, auf europäische Industriebedarfe ausgerichtete Systeme.
Wie KI heute schon wirkt und neue Potenziale schafft
8ra entwickelt bereits heute praxisnahe industrielle KI-Anwendungen auf einer modularen Edge-Cloud-Infrastruktur. Sie ermöglichen datenbasierte Wertschöpfung entlang der gesamten Fertigungs- und Lieferkette. Die vier zentralen Anwendungsfelder sind dabei:
Lieferüberprüfung: KI digitalisiert Lieferscheine, liest Etiketten automatisch per „Drive-by“-Scanning und gleicht sie mit ERP- oder Logistikdaten ab. Das schafft lückenlose Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Warenströme.
Ladungsträgerbewertung: KI erkennt, zählt und klassifiziert Ladungsträger anhand visueller Merkmale wie Typ oder Zustand. Das automatisiert den Palettenaustausch und verbessert Materialflüsse.
3D-Messung: Kamerabasierte Systeme erfassen Volumen- und Konturdaten in Echtzeit. Der automatisierte Soll-Ist-Abgleich unterstützt Lageroptimierung, Versandplanung und Ausschussreduzierung.
Visuelle Qualitätskontrolle: KI erkennt kleinste Abweichungen, Beschädigungen oder Toleranzüberschreitungen – inklusive automatisierter Alarmierung.
Diese Funktionen werden Teil des modularen 8ra-Produkts „AI for Manufacturing“ von 8ra sein, das sich derzeit in der Entwicklung befindet und das volle Potenzial der Edge-Cloud-ausschöpfen wird. Es lässt sich flexibel entlang der gesamten Prozesskette einsetzen – von Eingangskontrollen an Transporttoren über Wareneingangs- und Versandstationen bis hin zu Montageplätzen und Fertigungslinien. Ziel ist eine durchgängige Datenintegration ohne Medienbrüche.
Manufacturing AI verkürzt die Time-to-Market neuer Produkte. Automatisierte Qualitätskontrollen, beschleunigte Entwicklungsprozesse und schnelle Reaktionen auf Marktanforderungen ermöglichen schnellere Markteinführungen und höhere Umschlaggeschwindigkeiten – ein klarer Vorteil in volatilen Märkten. Die technologische Basis von 8ra verbessert auch die Nachhaltigkeit: energieeffiziente ARM-Prozessoren, flüssigkeitsbasierte Kühlung und KI-gestützte Workload-Optimierung senken den Energieverbrauch und verringern den CO2-Fußabdruck deutlich.
Stand: 08.12.2025
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Manufacturing AI als strategischer Hebel für nachhaltiges Wachstum
Die kontinuierliche Analyse von Betriebsdaten eröffnet neue Servicepotenziale. So lassen sich Modelle wie Product-as-a-Service, zustandsbasierte Wartungsverträge oder nutzungsbasierte Abrechnungen realisieren. Auch die externe Monetarisierung der Daten ist dann möglich. So steigert Manufacturing AI die operative Effizienz und treibt Innovation voran.
Manufacturing AI verbindet spezialisierte KI-Modelle, Edge-Cloud-Architekturen und nachhaltige Infrastrukturen zu einem leistungsstarken Werkzeug für die industrielle Transformation. Unternehmen, die als Vorreiter auf schnelle Erfolge setzen, senken den Ressourcenverbrauch und schaffen flexible Geschäftsmodelle.
Wer datensouveräne, interoperable Lösungen verwendet, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und positioniert sich strategisch mit Blick auf europäische Datenschutz- und Qualitätsstandards. 8ra liefert dafür die technologische Basis – mit dem Ziel einer digital, ökologisch und wirtschaftlich zukunftsfähigen Industrie in Europa.
Über die Autorin
Die Autorin: Dr. Marina Georgia Arvanitidou ist AI Principal Consultant bei Telekom MMS.
(Bild: Telekom MMS)
Dr. Marina Georgia Arvanitidou ist AI Principal Consultant bei Telekom MMS und spezialisiert darauf, Organisationen dabei zu unterstützen, messbaren Geschäftswert durch Künstliche Intelligenz zu erschließen. Mit umfassender technischer Expertise und langjähriger Erfahrung in der Anwendung von KI in verschiedenen Branchen wie Medien, öffentliche Verwaltung und Fertigung befähigt sie ihre Kunden, innovative KI-Lösungen zu implementieren, die Wachstum und operative Effizienz vorantreiben.