Umfrage von Netfiles Kaum souveräner Datenaustausch in Deutschland

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Netfiles nach weiß zwar ein Großteil der deutschen Unternehmen, was Da­ten­souveränität ist, doch trotz eines hohen Bewusstseins mangelt es an Maßnahmen. Microsoft dominiert den Markt, Alternativen werden kaum gesucht. Doch Netfiles zeigt sich optimistisch.

Deutsche Unternehmen unternehmen kaum Bemühungen, den Datenaustausch souverän zu gestalten.(Bild:  Miha Creative - stock.adobe.com)
Deutsche Unternehmen unternehmen kaum Bemühungen, den Datenaustausch souverän zu gestalten.
(Bild: Miha Creative - stock.adobe.com)

In Deutschland hat der Datenschutz ein hohes Ansehen. Der Anbieter Netfiles hat sich ge­fragt, wie es hierzulande in Unternehmen mit der Datensouveränität beim Austausch ver­trau­licher Daten aussieht. Für die gleichnamige Studie hat Netfiles 122 122 Fach- und Führ­ungs­kräf­te befragt. Kernaussage ist: Das Bewusstsein für Daten­sou­veränität ist vorhanden, die Umsetzung hinkt jedoch hinterher.

Relevanz ohne Konsequenzen

59 Prozent der befragten Unternehmen kennen laut Umfrage den Begriff „Datensouveränität" und können ihn klar definieren. Weitere 39 Prozent hätten zumindest eine grobe Vorstellung davon. Die Relevanz des Themas sei von zwei Dritteln der Befragten als „sehr hoch" (36 Prozent) oder „hoch" (31 Prozent) eingestuft worden. Keines der befragten Unternehmen halte Daten­sou­verä­ni­tät für irrelevant.

Dennoch hätten 33 Prozent der Befragten das Thema mit nur einer mittleren Relevanz ein­gestuft. Patrick Reininger, Geschäftsführer von Netfiles, kommentiert: „Ich finde es sehr er­freulich, dass keiner der Befragten das Thema Datensouveränität als irrelevant oder wenig relevant bezeichnet hat. Dass ihm aber 33 Prozent nur eine mittlere Relevanz zuerkennen, erstaunt mich. Denn wer nicht die Hoheit über seine Daten hat, geht eine Menge Risiken ein – von Datenschutzverletzungen bis zu Industriespionage.“

Microsoft dominiert unter den Anbietern

Beim Datenaustausch mit externen Partnern würden 63 Prozent der Unternehmen auf E-Mails mit Anhängen setzen und 58 Prozent Cloud-Speicherlösungen wie Microsoft OneDrive, Dropbox oder Google Drive nutzen. Virtuelle Datenräume als hochsichere Alternative würden nur von sechs Prozent der Unternehmen genutzt. Nur ein Drittel der Unternehmen (33 Prozent) nutzt der Studie nach keine US-Anbieter für den Austausch vertraulicher Daten. 60 Prozent würden dagegen auf amerikanische Cloud-Dienste setzen. Dabei dominiere mit 99 Prozent ganz klar Microsoft mit seinen Lösungen Microsoft 365, OneDrive, SharePoint oder Teams. Dropbox (12 Prozent) und Google (10 Prozent) würden mit deutlichem Abstand folgen.

Trotz der intensiven Diskussion um Datensouveränität habe sich unter den befragten Un­ter­nehmen noch wenig Handlungsdruck gezeigt. 41 Prozent hätten derzeit keinen Bedarf, zu einem deutschen oder europäischen Anbieter zu wechseln. Weitere 25 Prozent würden einen Wechsel lediglich in Erwägung ziehen. Immerhin 29 Prozent würden sich bereits nach deutschen oder europäischen Alternativen umsehen, doch nur fünf Prozent hätten einen konkreten Wechsel geplant. Tatsächlich gewechselt habe noch kein einziges der befragten Unternehmen.

Bei der Kenntnis von Alternativen ergibt sich ein gemischtes Bild: Nur zehn Prozent der Um­fra­geteilnehmer würden viele deutsche oder europäische Alternativen kenne, 64 Prozent zu­min­dest einige kennen und 15 Prozent der Befragten seien keine Alternativen für ihre ein­ge­setz­ten Lösungen bekannt.

Voraussetzungen für einen Wechsel

Bei den Funktionen, über die den Befragten nach eine Datenaustausch-Lösung verfügen sollte, würden Rechteverwaltung und Zugriffskontrolle mit 81 Prozent an erster Stelle stehen, gefolgt von mobiler Zugänglichkeit (71 Prozent) und gemeinsamer Dokumentenbearbeitung (55 Pro­zent). Collaboration-Funktionen hätten 34 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder un­ver­zicht­bar bewertet, weitere 43 Prozent würden darin einen deutlichen Mehrwert sehen.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Auswahl einer Datenaustausch-Lösung seien Compliance-Anforderungen (51 Prozent), interne IT-Anforderungen (40 Prozent) und eine Kom­bination mehrerer Faktoren (39 Prozent).

Reininger resümiert: „Positiv überrascht hat mich, dass immerhin ein Drittel der Befragten angegeben hat, keine Lösungen amerikanischer Anbieter zum Austausch vertraulicher Un­ter­nehmensdaten zu nutzen. Bedauerlich finde ich, dass zu diesem Zweck noch immer so viele Unternehmen auf E-Mails mit Anhängen setzen. Aber ich bin Optimist und gehe davon aus, dass sich in den nächsten Monaten und Jahren immer mehr Unternehmen für sichere und daten­sou­veräne Lösungen entscheiden werden.“

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