Mit NIS-2 gemeinsam die Cybersicherheit verbessern 6 Tipps zur Erreichung der NIS-2-Konformität

Ein Gastbeitrag von Stijn Vande Catseele 3 min Lesedauer

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Die Betreiber kritischer Infrastrukturen, wie Gesundheitswesen, Verkehr, Energie, Finanzdienstleistungen und Wasserversorgung, sind häufige Angriffsziele von Cyberkriominellen. Diese Unternehmen unterliegen der NIS-2-Richtlinie, die rechtliche Maßnahmen zur Steigerung des Gesamtniveaus der Cybersicherheit enthält.

Die Zahl von Cyberangriffen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Allein in 2023 wurden durchschnittlich eine Viertelmillion Schadprogramm-Varianten täglich im Berichtszeitraum gefunden.(Bild:  Skórzewiak - stock.adobe.com)
Die Zahl von Cyberangriffen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Allein in 2023 wurden durchschnittlich eine Viertelmillion Schadprogramm-Varianten täglich im Berichtszeitraum gefunden.
(Bild: Skórzewiak - stock.adobe.com)

Die NIS-2-Richtlinie beinhaltet eine Reihe von Vorschriften, die darauf abzielt, die Gesamtcybersicherheit der kritischen Infrastrukturen in der gesamten EU zu verbessern. Das Framework umfasst Anforderungen an Betreiber von KRITIS-Unternehmen, angemessene Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, Sicherheitsvorfälle den zuständigen Behörden zu melden und mit anderen Betreibern und Behörden zusammenzuarbeiten, um die Cybersicherheit langfristig zu verbessern.

Anforderungen zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie

Die NIS-2-Richtlinie verlangt von Unternehmen, angemessene Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Netzwerk- und Informationssysteme umzusetzen. Die genauen Sicherheitstechnologien, die zur Einhaltung der Verordnung erforderlich sind, hängen von den spezifischen Risiken und Bedrohungen ab, denen jedes Unternehmen gegenübersteht. Einige gängige Sicherheitstechnologien, die für die Einhaltung der NIS-2-Richtlinie nützlich sein können, umfassen Firewalls, Intrusion Detection and Prevention Systems (IDPS), Security Information and Event Management (SIEM)-Systeme, Vulnerability Assessment and Penetration Testing (VAPT), Zugangskontrollsysteme und Incident Response-Pläne.

External Attack Surface Management und NIS 2

Obwohl das externe Angriffsflächenmanagement nicht ausdrücklich für die Einhaltung der NIS-2-Richtlinie erforderlich ist, kann es ein nützliches Werkzeug zur Verbesserung der Cybersicherheit von Unternehmen und zur Einhaltung der Verordnung sein. Das externe Angriffsflächenmanagement umfasst die Identifizierung und Überwachung der verschiedenen Einstiegspunkte und potenziellen Schwachstellen in den Netzwerk- und Informationssystemen eines Unternehmens. Durch proaktives Management ihrer Angriffsfläche können Unternehmen ihre Sicherheitslage verbessern und das Risiko eines Sicherheitsvorfalls verringern. Eine kontinuierliche Überwachung und Bewertung der externen Angriffsfläche hilft dabei, potenzielle Angriffsvektoren frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Darüber hinaus können Unternehmen durch die Implementierung von Maßnahmen zur Reduzierung der Angriffsfläche, wie die Minimierung unnötiger Exposition von Systemen und Diensten, ihr Risikoprofil verringern und die Einhaltung der NIS-2-Richtlinie erleichtern.

Es ist wichtig zu betonen, dass das Management der externen Angriffsfläche kein isolierter Prozess ist, sondern eng mit anderen Aspekten der Cybersicherheit, wie der Implementierung angemessener Sicherheitsmaßnahmen und der Schulung von Mitarbeitern, verbunden sein sollte. Indem Unternehmen eine ganzheitliche und proaktive Herangehensweise an die Cybersicherheit verfolgen und das Management der externen Angriffsfläche in ihre Sicherheitsstrategie integrieren, können sie nicht nur die NIS-2-Konformität erreichen, sondern auch ihre Netzwerk- und Informationssysteme effektiv vor einer Vielzahl von Cyberbedrohungen schützen.

Auf dem Weg zur Cybersicherheit

Die europäische NIS-2-Richtlinie umfasst eine Reihe von Cybersicherheitsvorschriften, die darauf abzielen, die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen in den EU-Mitgliedstaaten zu verbessern. Durch die Umsetzung angemessener Sicherheitsmaßnahmen und das proaktive Management ihrer Angriffsfläche können Unternehmen ihre Cybersicherheit verbessern und das Risiko eines Sicherheitsvorfalls verringern.

Tipps zur Erreichung der NIS-2-Konformität:

  • 1. Umfassende Risikobewertung durchführen: Beginnen Sie mit einer gründlichen Risikobewertung Ihrer Netzwerk- und Informationssysteme, um potenzielle Bedrohungen und Schwachstellen zu identifizieren. Berücksichtigen Sie dabei sowohl interne als auch externe Risiken.
  • 2. Angemessene Sicherheitsmaßnahmen implementieren: Auf Basis der Ergebnisse Ihrer Risikobewertung implementieren Sie geeignete Sicherheitsmaßnahmen, um Ihre Systeme zu schützen. Dies kann die Installation von Firewalls, regelmäßige Sicherheitsupdates und Patch-Management umfassen.
  • 3. Sicherheitsbewusstsein fördern: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig in Bezug auf Sicherheitsbewusstsein und Best Practices für den Umgang mit sensiblen Informationen und Systemen. Sensibilisierungs­kampagnen und Schulungen können dazu beitragen, menschliche Fehler zu reduzieren und die Sicherheit zu verbessern.
  • 4. Regelmäßige Sicherheitsaudits und Tests durchführen: Führen Sie regelmäßige Sicherheitsaudits, Penetrationstests und Schwachstellen­bewertungen durch, um die Wirksamkeit Ihrer Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und potenzielle Schwachstellen zu identifizieren. Stellen Sie sicher, dass Sie angemessen auf die Ergebnisse dieser Tests reagieren.
  • 5. Dokumentation und Nachverfolgung: Halten Sie alle Aktivitäten und Maßnahmen zur Sicherheit sowie etwaige Sicherheitsvorfälle detailliert schriftlich fest. Eine ordnungsgemäße Dokumentation und die Nachverfolgung sind wichtige Aspekte der NIS-2-Konformität.
  • 6. Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Sicherheitsmaßnahmen, Richtlinien und Verfahren, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Bedrohungen und Best Practices entsprechen. Passen Sie Ihre Sicherheitsstrategie entsprechend an.

Über den Autor: Stijn Vande Catseele ist Gründer von Sweepatic.

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