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Kontinuitätsplanung an Geschäftsdynamik anpassen Notfallpläne im Business Continuity Management nur mittelmäßig

| Redakteur: Martin Hensel

Die Organisation zur Ausbildung und Zertifizierung von IT-Sicherheitsexperten (ISC)² hat im Rahmen eines Seminars Notfallpläne zur Sicherung der Geschäftstätigkeit im Krisenfall diskutiert. Zwar ist in fast allen Großunternehmen ein Krisenplan vorhanden, dessen Qualität wird aber von den Mitarbeitern meist als mittelmäßig bis gering eingestuft.

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Laut dem Trainingsanbieter ISC² sind BCM-Pläne oft nur mittelmäßig.
Laut dem Trainingsanbieter ISC² sind BCM-Pläne oft nur mittelmäßig.
( Archiv: Vogel Business Media )

Am 3. Juli veranstaltete die IT-Ausbildungsorganisation ISC erstmals das internationale Security-Leadership-Seminar zum Thema „Business Continuity Management“ (BCM) in Frankfurt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden die Voraussetzungen für Entwicklung eines leistungsfähigen Notfallsplanes zur Sicherung der Geschäftstätigkeit im Krisenfall diskutiert.

Eine Befragung der Teilnehmer zeigte, dass in fast allen großen Unternehmen ein Krisenplan vorhanden ist. Allerdings bewertete die Mehrheit der Befragten die Qualität des aktuellen BCM-Plans als mittelmäßig bis gering.

Die größte Herausforderung für Risiko- und Sicherheitsmanager ist demnach die Implementierung, das Training und die laufende Aktualisierung der Notfallpläne. Handlungsbedarf sei vor allem bei der Anpassung der Kontinuitätsplanung an laufende Veränderungen der Geschäftsprozesse gegeben.

„Es reicht nicht, einen BCM-Plan in der Schublade zu haben“, betont IT-Sicherheitsberater Ralf Binzen. Man müsse die Kontinuitätsplanung laufend an die zentralen Geschäftsprozesse anpassen, sonst nütze die ganze Arbeit nur wenig.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Die Erstellung eines BCM-Plans wird überwiegend (28 Prozent) von der Geschäftsführung und teilweise (14 Prozent) von der IT-Leitung verantwortet.
  • Fast 40 Prozent der Befragten aktualisieren den BCM-Plan einmal pro Jahr, weitere 18 Prozent alle zwei Jahre. Keine der Firmen bringt ihren Notfallplan mehr als einmal jährlich auf den neuesten Stand, obwohl sich die Geschäftsprozesse ständig ändern können.
  • Rund 36 Prozent der Unternehmen führen einmal jährlich ein Training der BCM-Prozesse durch. 18 Prozent der Teilnehmer trainieren alle zwei Jahre, während sieben Prozent halbjährlich üben.
  • 29 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass in den letzten drei Jahren keine kritische Situation in ihrem Unternehmen auftrat. Mit einem Notfall mussten sich 18 Prozent auseinandersetzen. Zwei oder drei kritische Situationen haben jeweils sieben Prozent der Umfrageteilnehmer erlebt. Ebenfalls sieben Prozent haben ihren Notfallplan mehrmals zum Einsatz bringen müssen.

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(ID:2014030)