CISA warnt vor aktiv ausgenutzter SolarWinds-Serv-U-Lücke Fehlerhafter POST-Request reicht für Absturz von SolarWinds Dateiserver

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Die Schwachstelle CVE-2026-28318 in SolarWinds Serv-U lässt sich ohne Authentifizierung per POST-Request ausnutzen und stürzt den Dateiserver ab. CISA hat die Lücke als aktiv ausgenutzt in ihren KEV-Katalog auf­ge­nom­men und setzt US-Behörden eine Patchfrist bis zum 19. Juni 2026.

Ein fehlerhafter POST-Request bringt SolarWinds Serv-U ohne Anmeldung zum Absturz. Version 15.5.4 HF1 schließt die aktiv ausgenutzte Lücke.(Bild: ©  Westlight - stock.adobe.com)
Ein fehlerhafter POST-Request bringt SolarWinds Serv-U ohne Anmeldung zum Absturz. Version 15.5.4 HF1 schließt die aktiv ausgenutzte Lücke.
(Bild: © Westlight - stock.adobe.com)

Die US-Behörde CISA hat die Schwachstelle CVE-2026-28318 in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen und belegt damit eine aktive Ausnutzung. Betroffen ist der Multiprotokoll-Dateiserver Serv-U von SolarWinds in Version 15.5.4 und älter. Der Fehler hat einen CVSS-Score von 7,5 und ordnet sich unter CWE-400 ein, eine unkontrollierte Ressourcennutzung.

Exponierte Serv-U-Instanzen vergrößern die Angriffsfläche

Serv-U dient in Unternehmen als Gateway für den verwalteten Dateitransfer über FTP, FTPS, SFTP und HTTP/S. Viele Installationen stehen direkt am Internet, um externen Partnern den Zugriff zu ermöglichen. Die Exposition macht den Dienst zu einem lohnenden Ziel, denn ein Ausfall unterbricht den Datenfluss zwischen Standorten und Partnern. Ein unauthentifizierter DoS senkt die Hürde zusätzlich, da weder ein gültiges Konto noch Vorkenntnis der Umgebung nötig ist.

Ein deflate-Header löst den Ressourcenverbrauch aus

Der Angriff nutzt speziell gestaltete POST-Requests mit dem Header "Content-Encoding: deflate". Der Dienst verarbeitet die Anfrage ohne Authentifizierung und gerät bei der Ver­ar­bei­tung des komprimierten Inhalts in eine unkontrollierte Ressourcennutzung, die zum Absturz führt. CWE-400 beschreibt dieses Muster, bei dem eine Anwendung Speicher oder Rechenzeit ohne wirksame Begrenzung beansprucht. Eine Anmeldung am System ist nicht erforderlich. Der Angriffsvektor liegt im Netzwerk bei niedriger Komplexität und ohne nötige Rechte oder Nutzerinteraktion. Die Auswirkung beschränkt sich auf die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der Daten bleiben unberührt.

Version 15.5.4 HF1 schließt die Lücke

SolarWinds behebt das Problem in Serv-U 15.5.4 HF1. Für Umgebungen ohne sofortiges Update empfiehlt der Hersteller, den Zugriff auf bekannte Adressen zu beschränken und Anfragen mit dem Header "content-encoding" zu blockieren, denn der Dienst benötigt diese Funktion nicht. CISA verpflichtet die zivilen US-Bundesbehörden, die Schwachstelle bis zum 19.06.2026 zu beheben. Die Frist gilt formal nur für US-Behörden, dient aber auch europäischen Or­ga­ni­sa­ti­o­nen als Maßstab für die Dringlichkeit. Angaben zur konkreten Vorgehensweise der Angreifer und zur Zahl betroffener Instanzen liegen bislang nicht vor.

Fazit

In der Vergangenheit nutzten Angreifer mehrfach Schwachstellen in Serv-U aus, unter an­de­rem Akteure im Umfeld der Ransomware-Gruppe Cl0p. Die Aufnahme in den KEV-Katalog und die behördliche Frist ordnen CVE-2026-28318 in eine hohe Risikoklasse ein und verweisen auf ein erhöhtes Risiko für exponierte Installationen.

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